St. Patrizius: Zum Jubiläum gibt es die Zelter-Plakette

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Landrat Joachim Bläse überreicht Kichenchorvorsitzenden Hedwig Oesterle die Zelter-Plakette
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Seit 125 Jahren gibt es die Kirche und den Kirchenchor in Eggenrot. Das hat die Gemeinde am Sonntag gefeiert.

Ellwangen-Eggenrot

Ein besonderes Jubiläum in einem besonderen Ort – Die Kirchengemeinde St. Patrizius feierte am Sonntagvormittag in ihrer Kirche mit einem Festgottesdienst, geleitet durch Pfarrer Sven van Meegen und Diakon Siegfried Hermann, ein Doppeljubiläum. Gleichzeitig bestehen die Kirche und der Kirchenchor seit 125 Jahren. Als besonderes Geschenk zu diesem Jubeltag bekam der Chor die Zelter-Plakette verliehen. Als i-Tüpfelchen dazu weihte Pfarrer Sven van Meegen die von Bildhauer Rudolf Kurz geschaffene Kunst am Ambo ein.

„Die Eggenröter send wirklich ebbes bsonderes“, so Pfarrer Sven van Meegen in seiner Predigt. Das Besondere der Dorfgemeinschaft spiegelte sich im Festgottesdienst auch im Kirchenchor wider. Mit der Mozartmesse wuchs der Chor über sich hinaus und machte Steine und Holz des Gotteshauses lebendig. Mit dem musikalischen Beitrag des Gottesdienstes belohnten sich die Chormitglieder selbst und hatten bei ihrer Darbietung Unterstützung von Solisten und Musikern der Städtischen Melchior-Dreyer Musikschule. Unter Leitung von Hans-Peter Haas, der die kurzfristig erkrankte Chorleiterin Christine Mairle-Zirbs vertrat. Den Part an der Orgel hatte Christine Hutter.

Vor Beginn des Gottesdienstes ließ die Laienvorsitzende des Kirchengemeinderates, Sonja Fuchs, die Entstehungsgeschichte von Kirche und Chor Revue passieren. Mehrere Versuche, eine Kirche zu bauen, wurde Ende des 19. Jahrhunderts abgelehnt, bis man 1896 die Kirche im neuromanischen Stil bauen konnte. Ein 18 Meter hoher Turm wurde 1927 erstellt. Nach der umfassenden Renovierung des Kircheninnenraums 1937 wurde sie 1945 durch Panzerbeschuss stark beschädigt. Das angrenzende Pfarrhaus brannte fast vollständig ab. Viel Arbeit und 5000 ehrenamtliche Arbeitsstunden waren nötig, um die Kirche in ihrem heutigen Erscheinungsbild erstrahlen zu lassen.

1973 wurde sie innen modernisiert. Der Künstler Helmut Schuster erschuf die hintere Altarwand in Mosaikform. Durch all die Zeit ist die Kirche der geistige Mittelpunkt der Gemeinde. Vor der Predigt weihte van Meegen das Relief aus Messing und Gold am Ambo an. Das darauf dargestellte Labyrinth sei wie der unten beginnende Lebensweg. Wie das Leben selbst habe es Wirrungen und Rückschläge und als Mittelpunkt fungiere Ostern, das das Leben selbst symbolisiere.

In seiner Predigt verglich van Meegen die Gemeinde und auch den Jubelchor mit Brückenbauern. Brücken von Gegenwart in die Zukunft, von Dunkelheit zum Licht und der Verzweiflung zur Freude. Die Gemeinde habe immer lebendige Brücken gebaut, von Gott zu Mensch, von Mensch zu Gott. Unter diesem Ort sei viel gelebte Mitmenschlichkeit. Auch mit der Musik würden Brücken gebaut, Brücken, die ins Herz gehen.

Von ganzem Herzen gratulierte Landrat Joachim Bläse zum Doppeljubiläum und überbrachte im Namen des Bundespräsidenten die Zelte-Plakette, eine Auszeichnung, die wie das Bundesverdienstkreuz für Chöre sei und im Jahr weniger als fünfzig Mal verliehen werde. Für den Chor nahm die Auszeichnung die Vorsitzende des Kirchenchores Hedwig Oesterle und ihre Stellvertreterin Klara Brenner in Empfang.

In ihrer Dankesrede ließ Oesterle den Werdegang des Chores aufleben. Der Chor begleitete schon immer alle Facetten des Lebens, schaffe Gemeinschaft und mache das Herz weit. Sie dankte allen Sängern für ihr großes bürgerschaftliches Engagement und hoffte, dass sich auch weiterhin wieder viele Eggenröter zum Singen begeistern lassen.

Als junges und altes Jubiläum bezeichnete Oberbürgermeister Michael Dambacher den Festtag. Mit 125 Jahren sei die Kirche vergleichsweise jung. Ein Chor mit dem gleichen Alter sei da schon eine Hausnummer im Bestehen. Seine Mitglieder seien im Geiste jung geblieben. Dambacher überreichte Fuchs am Ende seiner Rede ein Geldpräsent.

Im Namen des Ortschaftsrates gratulierte deren Vorsteher Albert Schiele. Nach dem letzten Lied des Chores, bei dem mit seiner Kraft scheinbar Himmel und Erde zusammenwuchsen, strahlte bei starkem Paukenschlag von Joseph Ott Pfarrer Sven van Meegen über beide Ohren. Die Gemeinde dankte mit anhaltendem Applaus. Ein kleiner Empfang im Freien neben der Kirche rundete den Festgottesdienst ab und bot Raum zum geselligen Austausch.

Segnung des vom Bildhauer Rudolf Kurz geschaffenen Kunstwerks am Ambo durch Pfarrer Sven van Meegen
Ortsvorsteher Albert Schiele hatte ein kleines Präsent für die beiden Kirchenchorvorsitzenden Hedwig Oesterle und Klara Brenner mitgebracht
Empfang nach dem Gottesdienst
Landrat Joachim Bläse überreicht die Zelter-Plakette an die Vorsitzende des Kirchenchors, Hedwig Oesterle (Mitte), und ihre Stellvertreterin Klara Brenner.
Die Laienvorsitzende des Kirchengemeinderates bekam von OB Michael Dambacher ein Geldpräsent
125 Jahre Kirche St.Patrizius und 125 Jahre Kirchenchor

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