100 Jahre vom Annaheim zum Hospiz

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Anna-Schwestern hängen im Garten die Babywäsche aus der Entbindungsstation, dem "Annaheim", auf. In den 1960-er und 70-er Jahren zählte der Konvent bis zu 251 Schwestern.
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1921 gründete Pfarrer Eberhard die Anna Schwestern von Ellwangen als religiösen Verein. Die Schwestern arbeiteten in der Familienhilfe und eröffneten 1926 ein Wöchnerinnenheim.

Ellwangen

In diesem Jahr feiern die "Anna Schwestern-Franziskanerinnen von Ellwangen" das 100-jährige Bestehen ihrer Ordensgemeinschaft. Auf ihrer Internetpräsenz rufen sie auf, Erinnerungen, Bilder und Anekdoten zu schicken. Davon dürfte es etliche geben, denn seitdem die Schwestern 1926 das erste Wöchnerinnenheim eröffneten, das später zur Geburtsklinik, dem "Annaheim" wurde, kamen zehntausende von Babys dort zur Welt.

Noch heute steht in der Vita vieler, die nie in Ellwangen wohnten, "Ellwangen" als Geburtsort, weil sie im Haus der Anna Schwestern geboren sind.

Der Gründer der Ordensgemeinschaft war Pfarrer Anton Eberhard. Der Kaplan hatte bereits 1908 Sießener Schwestern an das Waisenhaus Marienpflege gerufen. 1914 brachte er Vinzentinerinnen auf den Schönenberg, zum Hauswirtschaftsdienst im Exerzitienhaus. 1919 kamen auf seine Initiative Redemptoristen zur Wallfahrtsseelsorge.

Pfarrer Eberhardt wusste um die Nöte vor allem in den Familien. Im Sommer 1921 bekam Sr. Kreszentia als erste ihr Ordenskleid. Sie war Hebamme und wurde bald nach Tuttlingen geschickt, wo der Schuhfabrikant Rieker Unterstützung für seine Arbeiterinnen angefordert hatte. 1924 wurde sie in Ellwangen die erste Mutter Oberin.

Unterstützung von Frauen in Not führten 1926 zur Eröffnung des ersten Wöchnerinnenheims am Kugelberg. Im "alten Haus" fanden ledige und verstoßene Schwangere Unterkunft.

Damals war Entbindung zuhause noch die Regel. Doch schnell zeigte sich, dass die Versorgung von Mutter und Kind bei den Anna Schwestern viel besser war, die Kindersterblichkeit geringer. Schon bald war eine bauliche Entwicklung nötig, weil die Schwestern enormen Zulauf hatten, an Wöchnerinnen und auch an Frauen, die in den Orden eintreten wollten.

Es hat sich viel verändert, in der Gesellschaft und im Ordensleben.

Sr. Veronika Oberin der Anna Schwestern

251 Anna Schwestern waren es in den 60er und 70er Jahren, verteilt auf 51 Stationen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Seitdem ging die Zahl zurück und die Aufgaben veränderten sich. 2005 wurde das Hospiz eröffnet, die Geburtsklinik kam 2007 an die St.-Anna-Virngrundklinik.

Heute besteht der Konvent aus 45 Schwestern, acht im Seniorenheim, sieben in Stuttgart.

"Es hat sich viel verändert, in der Gesellschaft und auch im Ordensleben", sagt die Oberin Sr. Veronika, die vor 30 Jahren als Krankenschwester im Annaheim in den Orden eintrat. Damals war die Tätigkeit im Fokus, es kamen junge Frauen in den Orden. Heute seien es häufig reife Frauen, die Lebenserfahrung mitbringen und ein spirituelles Fundament suchen.

"Wo die Not der Zeit, da ist Gottes Wille", sagte Pfarrer Eberhard. Die Anna Schwestern arbeiten heute im Seniorenheim, Tagespflege, im Hospiz. Familienhilfe gehört noch immer dazu, wenn auch Hilfe weniger in materieller als in seelischer oder psychischer Not gefragt ist.

Wie das Jubiläum gefeiert wird

Intern feiern die Anna Schwestern ihr Jubiläum mit dem Jahresmotto und dem monatlichen Impuls. Am 16. Juli ist ein Festakt mit Ausstellung zur Geschichte geplant, am 18. Juli ein Pontifikalamt mit Dr. Gebhard Fürst auf dem Schönenberg. Ein Begegnungstag mit festen und ehrenamtlichen Mitarbeitern, ein internes Fest am Schönenberg zum Einkleidungstag sowie ein Franziskussingspiel am 3. Oktober mit der Gruppe "Impuls" sind abhängig von der Pandemie.

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