Abriss der alten Fahrzeughallen kostet 15,9 Millionen Euro

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Blick in den technischen Bereich der ehemaligen Kaserne: Der Abbruch der Anlagen kostet richtig Geld.
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Der technische Bereich der ehemaligen Reinhardt-Kaserne soll in Wohnbaufläche umgewandelt werden. Doch das wird teuer.

Ellwangen

Diese Zahl ist so hoch, dass man zunächst an einen Fehler denkt: 15,9 Millionen Euro sind für Abbrucharbeiten auf dem ehemaligen Kasernenareal im städtischen Haushalt eingeplant. Die Summe wird auf mehrere Jahre gestreckt, von 2021 bis 2025, und sie ist lediglich eine grobe Kostenschätzung.

Aber die Dimension ist schon richtig. Das bestätigt der städtische Konversionsbeauftragte Ulrich Nagl. "Wir haben alles genau durchgerechnet und sind von 27 Euro pro Kubikmeter, bei mehrgeschossigen Gebäuden von 32 Euro pro Kubikmeter ausgegangen."

Die Summe schließt noch nicht einmal die gesamte Konversionsfläche ein, sondern nur den technischen Bereich vom Mühlberg bis zur Georg Elser Straße. Dort waren zu Bundeswehrzeiten die Panzer vom "Leopard" bis zum "Iltis", Lastwagen und sonstigen Fahrzeuge untergebracht. Die Hallen sind entsprechend massiv gebaut, genauso wie die Ölablassrampen, auf denen die Panzer gewartet wurden. Für den Betrieb der LEA wurden die Hallen 2015/16 zu Ausweichquartieren ausgebaut. Unter dem Druck von fast 5000 Menschen, die zeitweise in der Einrichtung lebten, hat das Land dort über fünf Millionen Euro verbaut.

Zwischenzeitlich stehen die Hallen wieder leer, die Zukunft der LEA Ellwangen scheint besiegelt. Der Vertrag läuft 2022 aus und im Gemeinderat gibt es keine Mehrheit für eine weitere Verlängerung.

Derzeit läuft auf dem Gelände eine orientierende Untersuchung, auf deren Basis die Kostenberechnung noch verfeinert werden soll. Denn bislang liegen bei der Stadt keine konkreten Hinweise auf Altlasten vor. Die kann es aber trotzdem geben, wie man bei der Sanierung des Z-Baus zur EATA gerade erlebt. In dem denkmalgeschützten Kasernengebäude wurde Asbest gefunden, die Sanierung kostet und die Fertigstellung verzögert sich.

Bei der Demontage des T-Bereichs will die Stadt weitere unliebsame Überraschungen schon im Vorfeld ausschließen. Deshalb wird nicht nur gebohrt und sondiert, sondern auch gekratzt. Zum Beispiel am Lack der Hallentore, weil man wissen will, ob aufgrund des Anstrichs etwas als Sondermüll einzuordnen ist.

Wir haben alles genau durchgerechnet.

Ulrich Nagl städtischer Konversionsbeauftragter

Ausschreibung europaweit

Der Abbruch muss aufgrund der geschätzten Kosten europaweit ausgeschrieben werden. Und die Kosten wirken sich auch auf den Preis aus, den die Stadt für das Gelände bezahlen muss.

Nagl: "Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) geht von dem Wert aus, den die Grundstücke später für die Stadt haben werden. Die Kosten für den Abbruch werden abgezogen. Was übrig bleibt, ist der Verkaufspreis."

Weil die Fläche des technischen Bereichs im Sanierungsgebiet "Ellwangen-Mühlberg" liegt, kann die Stadt mit einem Zuschuss aus dem Programm für Städtebauförderung in Höhe von 60 Prozent der Abbruchkosten rechnen.

Trotzdem bleiben enorme Summen übrig, die den städtischen Haushalt belasten. Mittelfristig werden sie sich aber durch Bauplatzverkäufe wieder refinanzieren lassen.

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