Am Ellwanger Schloss werden 18,5 Millionen Euro investiert

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Tiefbauarbeiten am Ellwanger Schloss: Am Beginn der umfassenden Sanierung stehen die Ver- und Entsorgungsleitungen sowie die Haustechnik. Die Ölheizung wird auf Erdgas umgestellt.
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Das Land Baden-Württemberg hat mit einer umfassenden und grundlegenden Sanierung begonnen.

Ellwangen

Wer in den letzten Tagen auf dem Schloss war, der konnte die Bagger, Baugerüste, Baustelleneinrichtungen und Materiallager auf dem Gelände nicht übersehen. Das Amt Vermögen und Bau hat für das Land Baden-Württemberg mit einer umfassenden Sanierung der Anlage begonnen. In vier Bauabschnitten sollen in den nächsten vier bis sechs Jahren mindestens 18,5 Millionen Euro investiert werden.

Wie Dr. Stefan Horrer, der Leiter des Amt Vermögen und Bau in Schwäbisch Gmünd ausführt, fanden in den letzten Jahren die vorbereitenden Untersuchungen statt, um den Bedarf und die einzelnen Maßnahmen festzulegen.

Was jetzt begonnen hat, ist der erste Bauabschnitt, der vor allem Haustechnik und Brandschutz im Residenzgebäude betrifft. Vor dem Zugang zum Innenhof graben Bagger ins Erdreich. Die Ver- und Entsorgungsleitungen werden erneuert, eine Ringleitung für Elektro und Regenwasserableitung geschaffen. Erdgas wird ins Schloss gelegt, weil die Heizung von Heizöl auf Erdgas umgestellt wird. Die riesigen Öltanks im Keller werden entfernt, die Gewölbe mit allen darin befindlichen Leitungen überholt und eine Brandmeldezentrale eingebaut.

Gerüste stehen im Innenhof an der Nordfassade und auch außen neben dem Küchenschlot wegen der Dachsanierung. Schäden an Gebälk und an der Dachhaut werden behoben sowie der bröckelnde Putz an Fassade und den Voluten erneuert. Im Inneren geht die Sanierung weiter: Ochsenbratofen, Barbarossasaal, die Spül- und die Lehrküche, dann weiter im Südflügel Büros der Forstverwaltung, die ehemalige Hausmeisterwohnung, die in Bürofläche umgewandelt wird.

Es ist ein ganz großer Wurf, zu dem das Land angesetzt hat. "Energetische Gesichtspunkte, Energieeinsparung und Klimaschutz sind wichtige Aspekte dieser Sanierung", sagt Horrer, "...auch wenn jedem klar ist, dass ein altes Gebäude wie dieses Schloss energetisch nie in der ersten Liga spielen kann." Zunächst werden die alten Fenster im Innenhof gegen mehrfach verglaste ausgetauscht.

Energieeinsparung und Klimaschutz sind wichtige Aspekte dieser Sanierung.

Dr. Stefan Horrer Leiter Amt Vermögen und Bau

Das Schloss soll wieder attraktiver werden, für die Mieter und die Besucher. "Endlich werden wir die öffentlichen Toiletten sanieren, das ist uns schon lang ein Anliegen", erklärt der Amtsleiter.

Die Nutzung der Räume wird sich kaum verändern. "Wir sind froh, dass wir den Ostalbkreis als Hauptmieter haben. Eine Anlage wie dieses Schloss zeigt seine Qualität nur, wenn die Räume und Flächen genutzt werden, wenn da Leben ist", sagt Horrer.

Parallel werden im Thronsaal und im Treppenhaus die Stuckdecken untersucht. Saniert werden sie im zweiten Bauabschnitt. Stück für Stück geht es in der Residenz und in den anderen Gebäuden der Anlage weiter. Torturm, Vorschloss, Brauereigebäude. Dort steht noch die hölzerne, provisorische Rampe. Und der Jägerzaun um den Löschteich kommt auch weg. "Der passt da überhaupt nicht hin", so Horrer.

Sollten die Heimattage stattfinden, werde man eben um die Baugerüste herumbauen, meint der Amtsleiter: "Wir werden eine Lösung finden. Darin haben wir und die Stadt ja schon einige Übung."

Neuer Pächter für die Schloss-Schenke

Die Familie Hald vom Landhotel "Hirsch" in Neunheim übernimmt die Schloss-Schenke. Das Speiselokal mit Biergarten wurde bis Herbst 2020 von Carola Hirsch geführt und war seitdem ohne Pächter. Martin Hald sieht am Schloss viel Potenzial vor allem mit Blick auf die Außengastronomie. Er plant, den Biergarten zum 1. Mai zu eröffnen und hofft, dass die Politik bis dahin die Gastronomie wieder frei gibt. Hald will die Schloss-Schenke in den Sommermonaten ab dem frühen Nachmittag öffnen und im Winter für Familienfeiern nutzen. gek

Ein Baugerüst am Nordflügel: alle Fenster des Innenhofes werden erneuert.

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