Am Marktplatz gibt es Probleme

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Bislang hatte man nicht viel gehört von Schäden an privaten Gebäuden, die durch die Arbeiten am Marktplatz entstanden sein könnten. Doch jetzt gibt es einen krassen Fall: Im Stiftskeller tritt Wasser ein, seit das neue Marktplatzpflaster vor dem Gebäude verlegt ist. Dr. Alice Mayer glaubt, dass die Bauarbeiten Ursache sind.

Eigentlich war das neue Pflaster vor der "Apotheke am Markt" schon fertig, jetzt ist alles wieder aufgerissen. Der Grund: bei den starken Regenfällen der letzten Tage drang in den "Siftskeller" im Untergrund so viel Wasser ein, dass die Familie Mohring ihr Lokal nicht mehr bewirtschaften konnte und mehrere Tage schließen musste. Jetzt ist zwar wieder geöffnet, doch man kann nicht alle Tische nutzen und tagsüber laufen die Entlüfter auf Hochtouren. Dr. Alice Mayer glaubt, dass Baumaschinen das alte Gemäuer erschüttert haben und Risse entstanden sind, durch die das Regenwasser eindringt. Weil das neue Pflaster im Gegensatz zum alten Belag aus eng verlegten Betonplatten und Asphalt, nicht wasserdicht sei, drücke der Regen bis in den Keller. Das sieht man bei der Stadt ganz anders. "Bei jedem Gebäude wird eine genaue Beweissicherung durchgeführt", erklärt Dr. Anselm Grupp, Pressesprecher der Stadt. Am betreffenden Haus Marktplatz 18 habe man festgestellt, dass die Regenfallrohre teilweise durchgerostet seien, teilweise verstopft, weshalb das Regenwasser nicht in die Kanalisation fließe, sondern im Erdreich versickere. Die Außenwand unter der Apotheke sei zudem nicht gegen Grundwasser gesichert gewesen. Es gab keine Vertikalsperre und loser Untergrund ließ das Wasser direkt an die Wände gelangen. Dafür sei die Stadt eigentlich nicht verantwortlich. Trotzdem hat die Baufirma jetzt das neue Pflaster wieder entfernt und direkt vor der Apotheke, wo auch der Notausstieg aus dem Stiftskeller nach oben kommt, mit Asphalt eine Wassersperre eingezogen. Das sei jedoch alles andere als ein Schuldeingeständnis, erklärt Grupp. Vielmehr wolle man die Bauarbeiten schnell fortsetzen. Außerdem sehe sich die Stadt in der Verantwortung für den öffentlichen Raum. Alice Mayer möchte jedenfalls, dass die Stadt rings um das ganze Gebäude so verfährt. Im Stiftskeller habe man in der Vergangenheit nie Wassereintritt verzeichnet. Und plötzlich komme der Regen Eimerweise durch die Ritzen. Grupp weist darauf hin, dass bei keinem der anderen Marktplatzgebäude bislang Wasserschäden gemeldet wurden, obwohl fast alle unterkellert sind und genau dieselben Baumaschinen eingesetzt wurden. Die Stadt weigert sich deshalb, für Nutzungs- oder Pachtausfälle aufzukommen, solange nicht bewiesen ist, dass die Ursache in ihrem Verantwortungsbereich liegt. Womit die Grundstücksgesellschaft Mayer GbR aufgefordert ist, einen Gutachter zu bestellen, der die Ursachen des Wassereintritts im Stiftskeller untersucht. Es zeichnet sich ein Rechtsstreit ab und bis der entschieden ist, wird vermutlich noch viel Wasser die Regenrinne hinab fließen. Die Familie Mohring hofft indessen, dass der jetzt eingebrachte Asphalt den Stiftskeller künftig trocken hält. Nach dem nächsten großen Regen weiß man mehr.

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