Berthold Vaas - der „Mister Virngrund-Klinik“ geht

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Der Chef der St. Anna-Virngrund-Klinik geht in Ruhestand: Berthold Vaas (links) wird von Landrat Dr. Joachim Bläse verabschiedet.

Viel Lob und Dank zum Abschied des kaufmännischen Standortleiters der St. Anna-Virngrund-Klinik

Ellwangen. Weit über 40 Jahre lang war Berthold Vaas der St. Anna-Virngrund-Klinik beruflich verbunden, die vergangenen zwei Jahrzehnte hat er sie geleitet. Als Pflegedirektor und zuletzt als kaufmännischer Standortleiter der Klinik. Nun wurde er verabschiedet.

Dabei hatte Vaas eigentlich eine andere Laufbahn im Blick: „Ich wollte Elektrotechnik studieren, schon durch meine enge Verbundenheit zur Fliegerei“, berichtet er. Es kam anders. Ein befreundeter Pflegedienstleiter überredete ihn zu einer Laufbahn in der Pflege. Resultat: Pflegehelfer, Krankenpfleger, Intensivkrankenpfleger, Pflegedienstleiter, Pflegedirektor, zuletzt kaufmännischer Standortleiter. Berthold Vaas hat sich „von ganz unten“ an die Spitze gearbeitet. Und dies mit großem Erfolg, mit Empathie, Augenmaß, Fachkenntnis und dem Blick für seine Mitarbeiter. Dies bescheinigten ihm Landrat, Klinikvorstand und Kollegen zur Verabschiedung in der Gesundheitsakademie.

„Wenn es ihn nicht gäbe, müssten man ihn erfinden“, sagte Landrat Dr. Joachim Bläse. „Für mich sind Sie der Mister St. Anna-Virngrund-Klinik“, so Bläse. Der Klinikverbund sei wichtig, ebenso wichtig sei aber auch, dass es einen „Kümmerer“ vor Ort gebe, einen, der der Klinik ein Gesicht gibt. Diese Rolle habe Vaas perfekt ausgefüllt, so Bläse, der sich herzlich für dessen Engagement bedankte.

Der Vorstandsvorsitzende der Kliniken Ostalb, Prof. Dr. Ulrich Solzbach, bekräftigte dies: „Redet man über die Ellwanger Klinik, fällt unweigerlich der Name Berthold Vaas“, so Solzbach. Es sei unglaublich, mit wie viel Herzblut und Empathie Vaas die Ellwanger Klinik geleitet habe. Dafür dankte er ihm namens des Vorstands. „Nun wird Erpfental rufen“, war sich Solzbach für den Hobby-Piloten sicher.

„Ein Abschied schmerzt immer, auch wenn man sich schon lange darauf freut.“ Arthur Schnitzler zitierend, verabschiedete sich der pflegerische Standortleiter Bernd Ziegler von Berthold Vaas. In Gesprächen mit Mitarbeitern hätten diese stets die Wertschätzung betont, die ihnen von Vaas zuteil wurde. Als Geschenk überreichte Ziegler im Namen aller Mitarbeiter neben einem Erinnerungsalbum und einem Gutschein für einen Zeppelinflug das Steinbild, das in Vaas Büro hing.

Zuvor hatte der ärztliche Standortleiter Priv.-Doz. Dr. Andreas Prengel Vaas als „Mann mit Augenmaß“ gewürdigt und mit Anekdoten an seine erste Begegnung mit ihm erinnert. Der Abschied sei erfreulich wie traurig zugleich: Erfreulich für Vaas, der sich nun anderen Dingen widmen könne, „unerfreulich für uns, die wir Sie sehr vermissen werden“, so Prengel.

Die Schwestern Dr. Caroline Grupp am Klavier und Dr. Simone Grupp am Gesang sorgten für Musik zum Abschied. Beide sind Ärztinnen am Ostalb-Klinikum.

Sichtlich angetan trat Berthold Vaas ans Rednerpult. Er blickte auf prägende Momente seiner Berufsvita zurück. Etwa auf seine erste leitende Stelle, bei der er zunächst nicht verstanden hatte, warum die Oberin in der Kemptener Klinik täglich auf Station ging. Erst im Nachhinein sei ihm klargeworden, dass es dieses „Hingehen zu den Menschen“ sei, das den Beruf ausmache. Dies habe er seitdem in allen Positionen übernommen.

Vaas zog an vielen Stellen den Vergleich zur Fliegerei: Etwa indem er für viele „Lotsen“ und Weggefährten sowie für viele gute Ratgeber und tolle Mitarbeiter dankte. Rückenwind sei nicht immer hilfreich, zum Start und zur Landung sei gelegentlich Gegenwind nötig, um das Flugziel sicher zu erreichen. Und er betonte: „Es ist leicht, Chef zu sein, wenn man eine gute Crew hat.“ Damit übergab er Blumen an seine langjährige Sekretärin Beate Falk und an Elvira Schlosser.

Applaus - und dann hatten alle Gelegenheit, sich persönlich von Vaas zu verabschieden.

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