Brandstiftung in Mehrfamilienhaus

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Zahlreiche Einsatzkräfte stehen vor dem Gebäude in der Goldrainstraße, in dem vor rund einem Monat der Keller in Vollbrand stand. Die Sanierung des Gebäudes wird einige Zeit in Anspruch nehmen,Archivfoto: onw-images/mbu
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Nach dem Kellerbrand in einem Mehrfamilienhaus in der Goldrainstraße im Dezember wird das Ausmaß des Schadens deutlich. Inzwischen ist klar: Es war Brandstiftung.

Ellwangen

Knapp einen Monat ist es her, als der Keller eines Mehrfamilienhauses in der Goldrainstraße in Vollbrand stand und elf Menschen durch die Rauchgasentwicklung verletzt wurden. Die rasch herbeigeeilte Freiwillige Feuerwehr Ellwangen sowie die Rettungskräfte des Deutschen Roten Kreuzes konnten damals Schlimmeres verhindern und 20 Menschen, denen durch das Feuer der Fluchtweg versperrt war, über Drehleitern retten.

Zur Brandursache erklärte Polizeipreessesprecher Holger Bienert nun gegenüber der Schwäbischen Post: "Die Spurensicherung vor Ort ist abgeschlossen, aber die Ermittlungen laufen noch. Wir können einen technischen Defekt oder Fahrlässigkeit mit Sicherheit ausschließen und gehen von Brandstiftung aus." Zu weiteren Details wollte Bienert aus ermittlungstaktischen Gründen keine Auskunft geben.

Unterbringung der Bewohner

Zunächst kamen die Bewohner bei Freunden, Bekannten und in einer Notunterkunft der LEA unter. "Ein großer Dank gilt auch der Stadt und dem Ordnungsamt, die uns und die Bewohner in der Notlage hervorragend unterstützt haben", hält Baugenossenschafts-Geschäftsführer Thomas Töpfl fest. Die Baugenossenschaft als Eigentümer des 32 Wohneinheiten umfassenden Gebäudes, das 1957 erbaut wurde, hat inzwischen für alle Bewohner Wohnungen bereitgestellt.

Schäden höher als erwartet

Ob wir das Gebäude überhaupt wieder in Betrieb nehmen können, ist fraglich.

Thomas Töpfl Geschäftsführer Baugenossenschaft

"Wir haben die Bewohner zum Teil in Wohnungen, die gerade nach einer Sanierung frei geworden sind, untergebracht. Und zudem eines der Gebäude, das eigentlich demnächst für Sanierungsmaßnahmen vorgesehen gewesen wäre, für die Unterbringung bereitgestellt. Die Sanierung dieses Ausweichgebäudes liegt damit nun erstmal auf Eis, bis geklärt ist, wie es mit dem Gebäude in der Goldrainstraße weitergeht und belastbare Zahlen zu der Schadenshöhe vorliegen", erklärt Töpfl. Denn derzeit befassen sich noch Gutachter und die Versicherung mit den Schäden. "Die Schäden sind auf jeden Fall leider noch größer, als wir befürchtet haben, so viel lässt sich schon sagen. Die Leitungen im Keller sind alle in Mitleidenschaft gezogen, alles ist undicht. Ob wir das Gebäude überhaupt wieder in Betrieb nehmen können, ist fraglich."

Sanierung wird dauern

In den nächsten Wochen sollen alle baulichen Gutachten und Berichte abgeschlossen sein. "Die Bewohner können auf jeden Fall so lange wie nötig in dem Ausweichgebäude bleiben. Das wird wohl auch noch einige Zeit sein, denn selbst wenn es möglich sein sollte, das Leitungsnetz zu sanieren, so wird auch das natürlich einige Zeit in Anspruch nehmen", so Töpfl. In der Zwischenzeit hat die Baugenossenschaft Sicherungsmaßnahmen am Gebäude in der Goldrainstraße in Angriff genommen.

Sanierung des Goldrain-Viertels

Die Baugenossenschaft unternimmt seit einigen Jahren große Anstrengungen, um die Gebäude im Goldrain-Viertel Zug um Zug zu sanieren und zu modernisieren. Dazu gehören auch Aufstockungen, Nachverdichtung und nachhaltige Sanierungskonzepte.

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