Braucht der Glassägweiher einen Rundweg?

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Wie eng der Trampelpfad um den Glassägweiher bei Eggenrot stellenweise geworden ist, schauten sich die Schrezheimer Ortschaftsräte bei einer Runde um den See an.

Welche Überlegungen der Wasserverband anstrebt, was die Anlieger dazu meinen und wie der Stand bei "Traubfeld" ist.

Ellwangen-Schrezheim

Treffpunkt zur Schrezheimer Ortschaftsratssitzung war am Montag das Neubaugebiet "Traubfeld" in Eggenrot. Hier leitet das Tiefbauamt die Erschließungsarbeiten an, die die Firma Roth vorantreibt. "Für Eggenrot ist es eine tolle Sache, dass das Baugebiet nun kommt. Manche reagieren überrascht, wie groß es wird", sagte Ortsvorsteher Albert Schiele. 32 Bauplätze entstehen hier. Mit dem "Kompromiss" des Gemeinderatsbeschlusses, die Grundstücke für Einfamilienhäuser zu 170 Euro/Quadratmeter und die für Mehrfamilienhäuser zu 190 Euro/Quadratmeter zu veräußern, zeigte er sich zufrieden.

Heike Brenner, Bauleitung Tiefbauamt, erläuterte, dass die Kanalarbeiten inklusive der Hausanschlüsse bereits fast abgeschlossen seien und nun Gas- und Wasseranschlüsse verlegt würden. Man liege mit den Arbeiten im Zeitplan. "Fertigstellung soll Juni 2021 sein", sagte Schiele.

Rundweg am Weiher?

Weiter ging der Vor-Ort-Termin dann am Glassägweiher, wo Josef Gentner, technischer Sachbearbeiter des Geschäftsbereich Wasserwirtschaft des Landratsamts, zunächst einige technische Daten zum See lieferte, der als Hochwasserrückhaltebecken vom Wasserverband Obere Jagst ausgebaut wurde. Bei Dauerstau fasse der See 120 000 Kubikmeter Wasser, bei Hochwasser liege die Kapazität bei maximal 440 000 Kubikmeter. Der See habe im vergangenen Jahr ganz abgelassen werden müssen, weil emsige Biber dafür gesorgt hätten, dass der Grundablass verstopft gewesen sei. "Wir haben in dem Zug die Einlauffläche verdreifacht, da kommt man jetzt im Winterstau auch besser ran", erläuterte Gentner. So wolle man erneuter Verstopfung vorbeugen.

Der eigentliche Hauptgrund des Termins wurde bei einer Spazierrunde um den See besprochen: Die führt über einen teilweise sehr schmalen Trampelpfad, recht unwegsam und nah am Wasser. Hier würde der Wasserverband gerne Grunderwerb tätigen, um im Uferbereich mehr Fläche - zehn bis 15 Meter - für einen Rundweg zu bekommen, den man zur Bewirtschaftung befahren könne. Seit Jahren gibt es Bestrebungen dazu, mit einigen Besitzern der angrenzenden Wiesen- und Waldflächen habe man sich einigen können, mit anderen nicht, informierten Gentner und Schiele. "Es soll kein Fahrweg werden, wir würden den Weg nicht ausbauen sondern als Erdweg belassen", sagte Gentner, der auch Betriebsleiter des Wasserverbands ist.

"Wir waren mit allen Besitzern in Kontakt, aber derzeit soll nichts verkauft werden", sagte Gentner. Beim Preis müsse man sich aus Gleichbehandlungsgründen an die Bodenrichtwerte der Stadt halten. Das mache einen Verkauf nicht lukrativ, sagte Bernd Klozbücher, einer der Eigentümer. Er könne sich eher einen Flächentausch vorstellen. Der See hole sich auch nach und nach mehr Land, irgendwann "gibt's dann keinen Weg mehr", weil die privaten Grundstücksgrenzen dann erreicht würden, sagte Gentner.

Kerstin Abele-Gollitscher, die mit ihrer Familie ein Grundstück am Damm bewohnt, hatte sich dem Spaziergang angeschlossen und sagte am Ende: "Die Leute stehen auf dem Damm und schauen bei uns ins Wohnzimmer oder laufen durch unser Grundstück." Gerade durch die Shutdown-Zeit sei das Besucher-Aufkommen deutlich gestiegen, einem breiteren Ringweg stehe sie skeptisch gegenüber. Höhere Frequentierung bringe mehr Verschmutzung. Natur- und Wasserschutz und die Ruhe für die Anwohner könnten darunter leiden. "Wir wollen keinen Prozessionsweg", versicherte Schiele. Kritisch sahen das Vorhaben auch Martin Gantner und Philipp Schmid, Ortschafträte aus Eggenrot.

Wir wollen keinen Prozessionsweg.

Albert Schiele Ortsvorsteher

Haushalt: Radweg und Blitzer

Vor den anstehenden Haushaltsberatungen der Stadtverwaltung hat der Ortschaftsrat einige "haushaltsrelevante Maßnahmen" Schrezheimer Gemarkung betreffend andiskutiert. Armin Merz regte an, bei den Bauarbeiten am Rad-Gehweg von Schrezheim nach Espachweiler eine Gasleitungen mitzuverlegen. Allerdings hätten auf seine Anfrage hin die Stadtwerke informiert, dass sich das aufgrund der "extrem hohen Kosten" bei zugleich geringer Aussicht auf Neukundenanschlüsse "nicht rechne", relativierte Merz selbst.

Sonja Fuchs will Mittel für einen stationären Blitzer in Eggenrot beantragen.

Jürgen Lang nannte Straßensanierungen in der Ölmühle und den dritten Abschnitt der Belagsanierung der Rotenbacher Burgstraße als Maßnahmen.

Klaus Schneider regte an, für Rotenbach die Planung eines öffentlichen Versammlungsraums anzustoßen, denn einen solchen gebe es in der Ortschaft nicht.

Angelika Kucher will Mittel zur Erneuerung der Bestuhlung der St.-Georg-Halle Schrezheim beantragen, Albert Schiele für die Weiterplanung des Neubaugebiets "Grüble" in Schrezheim.

Die Ortschaftsräte besichtigten die Erschließungsarbeiten des Neubaugebiets "Traubfeld" in Eggenrot. Bis Juli 2021 soll alles fertig sein.

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