Corona: Tests für Lehrer und Erzieher ohne Symptome

  • Weitere
    schließen
  • schließen

Warum das Angebot, das an diesem Montag startet, auch kritisch gesehen wird.

Ellwangen. Ab sofort können sich alle Lehrkräfte an Schulen sowie Beschäftigte in Kindertagesstätten und Kinderpflegeeinrichtungen auf Corona testen lassen – auch ohne dass diese Symptome zeigen. Sie erhalten die Formulare direkt dort, wo sie arbeiten. Mit diesen können sie sich dann bis zum 30. September zwei Mal in einer Arztpraxis ihrer Wahl testen lassen. Die Kosten für diese Tests werden dabei vom Land Baden-Württemberg übernommen.

Zeitpunkt problematisch

Weil momentan Sommerferien sind und damit die Schulen zu, aber auch viele Kindergärten Sommerpause haben, kritisiert der geschäftsleitende Schulleiter der Ellwanger Schulen Heiko Fähnle den Zeitpunkt, an dem diese Tests starten. "Ich hätte mir auch einen Zeitrahmen ab Anfang September vorstellen können", sagt Fähnle, "aber das ist nur meine persönliche Meinung." Druck, diese Möglichkeit in Anspruch zu nehmen, herrsche aktuell jedoch nicht, wie Fähnle betont. "Ich habe in den letzten Monaten beobachtet, dass die Lehrerinnen und Lehrer auch selbstständig mit dem Thema umgehen", sagt er. Sei man früher noch mit einer kleinen Erkältung in die Schule gegangen, bleibe man jetzt zu Hause. "Die Lehrkräfte gehen sehr verantwortungsvoll mit ihrer Gesundheit um." Unabhängig von Zeitpunkt und Selbstverantwortung begrüßt Fähnle die Möglichkeit, sich auch ohne Corona-Symptome testen zu lassen. "Es ist sehr gut, dass es diese Option gibt", sagt er.

Anders sieht das Gerlinde Grimus, Leiterin der Kindertagesstätte Marienpflege. "So ein Test ist nur eine Momentaufnahme", sagt sie, "man kann nach dem Test rausgehen und sich anschließend anstecken. Zudem sieht sie in den Tests auch eine Gefahr: "Wenn der Test negativ ist, wiege ich mich in Sicherheit." Grimus selbst möchte sich deshalb nicht testen lassen. "Ich fände auch einen Antikörpertest sinnvoller", so die Kindergartenleiterin. Allerdings wisse man nicht, wie lang man immun bleibe. Am wichtigsten sei es, sich sowohl privat als auch im Beruf an die Hygienemaßnahmen zu halten.

Zurück zur Übersicht: Stadt Ellwangen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL