Das „Gift“ Rassismus – im Gespräch bleiben

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Die Podiumsdiskussion zum Thema Rassismus war am Samstag gut besucht.
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In der Stadthalle steht bei der Podiumsdiskussion das Thema Rassismus im Fokus.

Ellwangen. „Rassismus in der Gesellschaft, mehr Lösungen für Gerechtigkeit“: Um dieses Thema ging's bei einer Podiumsdiskussion in der Stadthalle, die im Rahmen der Islam-Ausstellung veranstaltet wurde. „Diese Ausstellung vermittelt Wissen auf eine angenehm unideologische Weise. Der Bildungsansatz ist sehr wertvoll, gerade auch für die jüngere Generation“, sagte CDU-Bundestagsabgeordneter Roderich Kiesewetter über die Ausstellung, die von der islamischen Reformgemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat präsentiert wurde.

„Wir erleben täglich Rassismus, der von Ausgrenzung, über Hetze und Diskriminierung, bis hin zu schrecklichen Gewalttaten reicht“, sagte Imam und Theologe Shahid Luqman. Das Bundesinnenministerium habe in Deutschland 2020 knapp 10 000 rassistisch motivierte Straftaten gezählt, so Luqman. Der Islam trete mit seiner Lehre dagegen für eine Verständigung der Völker und den Frieden in der Welt ein. „Er will eine gerechte Weltordnung schaffen, bei dem kein Land über dem anderen steht.“

Adil Khalid richtete als Moderator Fragen an die Gesprächsteilnehmenden auf der Bühne in der Stadthalle. Auf die Frage, was die Ursachen für Rassismus seien, antwortete der Bundesvorsitzende der Ahmadiyya Muslim Jamaat Gemeinde, Abdullah Uwe Wagishauser: „Der Rassismus gehört zu den Schwächen des Menschen. Man muss zuerst bei sich selbst suchen, sich hinterfragen und eigene Vorurteile ausräumen. Das ist ein wichtiger erster Schritt hin zu Toleranz und Befriedung. Für Gott gibt es keinen Rassismus. Jeder Mensch ist in seiner Wertigkeit gleich.“  

Pater Anton Schneider urteilte: „Wir müssen uns gegenseitigachten und respektieren. Es ist wichtig, mit den Muslimen ins Gespräch zu kommen und diese zu akzeptieren. Der Dialog und Austausch ist wichtig. So kann Rassismus unterbunden werden.“  

Der Mitinitiator der Kampagne „Ellwangen bleibt bunt“, Klaus Opferkuch, sagte auf die Frage, wie man Rassismus präventiv verhindern kann: „Religionszugehörigkeiten grenzen oftmals aus. Sie dringen immer stärker in die Gesellschaft ein. Das ist der Nährboden, auf dem das Gift Rassismus gedeihen kann. Wir sind alle aufgefordert, ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen und uns solidarisch gegenüber unseren Mitmenschen zu zeigen. Die Begegnung baut Barrieren ab.“                        

Renate Huober vom Freundeskreis Asyl bemerkte in der Diskussion: „Jeder Einzelne kann etwas gegen Rassismus tun und an sich arbeiten. Der Sprach- und Spieltreff in Ellwangen ist ein Paradebeispiel dafür, wie gegen Rassismus gearbeitet werden kann. Das Motto lautet: Miteinander reden, lachen und gemeinsam Spaß haben. So kann Rassismus gar nicht erst entstehen.“   

Der Leiter der Islam-Ausstellung, Adnan Mohammad, zog ein positives Fazit über die fünftägige Ausstellung in der Stadthalle: „Es waren viele Gäste da, die sich sehr interessiert zeigten. Wir möchten mit dieser Veranstaltung zeigen, dass die Ahmadiyya Muslim Jamaat Gemeinde ein integraler Bestandteil der Gesellschaft und gut eingebunden ist in Ellwangen.“ ⋌Achim Klemm

Der Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter wurde bei der Islam-Ausstellung in der Stadthalle herzlich begrüßt.

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