Das neue JuZe: "Die Terrasse und die Treppe sind geil"

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Auch den Jugendlichen gefällt der Siegerentwurf des neuen Jugendzentrums: (v.l.) Hannah, Margret Schreg, Romy, Annika, Nico, Alexander.
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Wie Jugendliche den Siegerentwurf für das neue Jugendzentrum beurteilen.

Ellwangen

Der Architektenwettbewerb für den Bau des neuen Ellwanger Jugendzentrums ist entschieden. Das Büro der Pussert Kosch Architekten aus Dresden hat den Siegerentwurf eingereicht, ein zweigeschossiges, trapezförmiges Gebäude, das zum Mühlgraben eher verschlossen wirkt und sich nach Süden und Westen, zum Brückenpark, beziehungsweise zum Landesgartenschaugelände hin öffnet.

Die Jury, in der neben den Architekten und Vertretern der Landesgartenschau GmbH auch Gemeinderäte saßen, war euphorisch. Auch im Bauausschuss wurde der Entwurf einhellig gut geheißen. Das Gebäude muss bis zur Landesgartenschau 2026 fertig sein und dient dann dem Land Baden-Württemberg ein Jahr lang als Treffpunkt BW. Zur repräsentation und für veranstaltungen und Empfänge.

Doch was sagen die Teammitglieder und die Jugendlichen des Jugendzentrums dazu? Wir trafen Juze-Leiterin Margret Schreg und eine Gruppe Jugendlicher im Rathausfoyer, wo sie das Modell und die Beschreibung des Gebäudes betrachten. Margret Schreg, die in beratender Funktion Teil der Jury war, hatte zwar einen anderen Entwurf als persönlichen Favoriten, doch mit dem Plan der Pussert-Kosch-Architekten kann sie gut leben: "Die Raumaufteilung ist sehr gut, vieles wird einfacher werden, weil die Anordnung durchdacht ist, die Küche, der Veranstaltungsraum, Lager. Wir werden nicht mehr ständig Stühle durch das Gebäude schleppen müssen, weil man sie gerade in einem anderen Zimmer benötigt."

Das Gebäude des aktuellen Jugendzentrums war einmal der städtische Farrenstall, entsprechend eng und dunkel war es im Erdgeschoss, während in den Obergeschossen, wo einst Heu und Strohlager war, viel mehr Platz ist. Im Gegensatz dazu wird das neue JuZe ein moderner Bau, der einen architektonischen Kontrast zum denkmalgeschützten Stadtkern bildet.

"Mir kommt das viel größer vor", sagt Hannah, die sich das Modell des Siegerentwurfs betrachtet. der Eindruck täuscht, der Neubau wird, was die Nutzfläche angeht, in etwa so groß werden, wie das JuZe heute ist. Allerdings wirken die Dachterrasse und die große Freitreppe raumgreifend. Hier kann das Publikum sitzen, wenn auf dem Pavillon vor dem Gebäude Bands spielen. Aus dem Café im Erdgeschoss kann nach draußen bewirtet werden. Man kann aber auch hinter der Glaswand sitzen und bekommt trotzdem mit, was draußen im Brückenpark abgeht.

"Die Terrasse und die Treppe sind geil", sagt Nico, "aber wo ist der Computerraum?"

"Für was brauchst du einen Computerraum? Den gibt es doch im jetzigen JuZe auch nicht", sagt Romy.

Das neue JuZe wird ein superstarkes WLan haben und die Leute nutzen sowieso nur noch mobile Geräte", sagt Margret Schreg.

Was man weiterhin brauchen wird, ist der Bandraum, der sich im Erdgeschoss befindet, zugänglich auch von außen, damit die Bands auch außerhalb der Öffnungszeiten proben können. Das Café im Erdgeschoss kann für verschiedenste Veranstaltungen genutzt werden, auch als Saal mit Konzertbestuhlung. Die Dachterrasse ist eine sinnvolle Erweiterung des Seminarraums im Obergeschoss, um in Pausen frische Luft zu schnappen oder am Abend die Sonnenuntergänge zu genießen.

"Ich kann mir das schon als neues JuZe vorstellen", sagt Annika. Ob sie und die anderen dann überhaupt noch so oft ins Jugendzentrum kommen werden? Schließlich wird das Gebäude erst nach der Landesgartenschau, ab 2027 für die Jugendarbeit zur Verfügung stehen. In fünf Jahren werden die heutigen Jugendlichen längst Erwachsene sein.

Zunächst steht ohnehin erst einmal der Umzug in das Interims-JuZe an oben im ehemaligen Kasernengelände an. Wie der JuZe-Betrieb abseits des Stadtzentrums mit unmittelbarer Nachbarschaft der EATA sich wohl entwickeln wird? Das Platzangebot ist jedenfalls gut. "Und dort werden wir einen riesigen Bandraum haben", sagt Margret Schreg.

Info: Am 1. Oktober ist große Abschiedsparty vom alten JuZe. Ab 16 Uhr ist geöffnet, ab 18 Uhr spielen Bands. Viele Musiker, die in Beziehung zum JuZe standen, haben sich angekündigt, darunter auch Axel Nagel und Chris Eberhard.

So soll das neue Juze von Westen, vom Brückenpark her aussehen.
Das Jugendzentrum im Mühlgraben ist bald Geschichte. Im Oktober erfolgt der Abriss. Der Umzug des Juze auf das Konversionsgelände in der ehemaligen Reinhardt-Kaserne war Kernthema bei der Jahreshauptversammlung des Trägervereins des Jugend- und Kulturzentrums Ellwangen. Foto: AK
So soll das neue JuZe aussehen: Modell des geplanten Gebäudes.
Gezeichnete Ansicht des geplanten neuen Gebäudes von Westen.

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