Dauerbaustelle ade: Der Virngrundtunnel auf der A7 ist wieder frei

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Samstag, die A7 von der Brücke bei Rattstadt aufgenommen: Kein einziges Fahrzeug weit und breit aufgrund der Vollsperrung. Der große Stau bewegte sich zu der Zeit im Schneckentempo auf der Nordspange.
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Nach einer Totalsperrung auf der A7 und zehn Kilometer langem Rückstau auch auf den Umleitungsstrecken herrscht seit Sonntag, 9 Uhr, freie Fahrt.

Ellwangen

Man meint zu spüren, wie die ganze Republik aufatmet: Der Virngrundtunnel bei Ellwangen ist wieder frei, die wichtigste Nord-Süd-Verbindung für Reisende und den Schwerlastverkehr wieder ohne den obligatorischen Rückstau befahrbar. Die tägliche Radiomeldung hat Ellwangen berühmt gemacht. Trotzdem hofft wohl jeder Autofahrer, dass er die Durchsage "Zehn Kilometer Stau zwischen Ellwangen und Oberkochen, auf der Gegenrichtung fünf Kilometer Stau, Wartezeit eine Stunde" so schnell nicht mehr hören muss.

Am Samstag kam es für die Autofahrer und die Anlieger noch einmal ganz heftig: Wegen abschließender Arbeiten in beiden Tunnelröhren herrschte Totalsperrung. Vor allem der Verkehr in Richtung Süden sorgte in Ellwangen auf der Nordspange für eine überwiegend stehende Blechschlange von der Autobahnauffahrt bis Schweighausen. Die Ampelanlagen im Industriegebiet, am Sportplatz Neunheim und in der Haller Straße ließen keinen Verkehrsfluss zu.

Die Umleitung in der Gegenrichtung über Ellenberg und Dinkelsbühl schien besser zu laufen, wenn man einmal die Ampel beim Sportplatz Neunheim passiert hatte. Autofahrer und Anlieger mussten also noch einmal kräftig auf die Zähne beißen und aushalten, bevor dann am Sonntag endlich die Sperrung aufgehoben wurde.

Bau an den Tunnelröhren

A7, Ulm Richtung Würzburg, zwischen den Anschlussstellen Ellwangen und Oberkochen wegen Bauarbeiten am Virngrundtunnel zehn Kilometer Stau.

Verkehrsmeldung im Radio am Samstag, 19. September.2020

Rund 16 Monate wurde in den beiden Tunneln gearbeitet, Baubeginn war am 10. Mai 2019. Für rund 28 Millionen Euro hat der Bund beide Tunnelröhren sicherheitstechnisch auf den neuesten Stand gebracht und auch gleich die Fahrbahnbeläge erneuert, was ursprünglich nicht geplant war. Durch mehrere schwere Feuerunfälle in Straßentunneln steht eine solche Ertüchtigung wohl in allen älteren Autobahntunneln an und die Röhren durch den Hornberg sind immerhin schon 32 Jahre alt.

Zum Abschluss der Bauarbeiten wurden verschiedene Funktionstests durchgeführt. Spektakulär war die Ernstfallprüfung der Entlüftungsanlage mit einem in Brand gesetzten Fahrzeug.

In den Ortschaften und Gemeinden entlang der Umleitungsstrecken wird man nun aufatmen. Die Verkehrsbelastung vor allem in Ellwangen und Ellenberg war enorm. Und man wird nun auch die Schäden begutachten. Zumindest auf der Ellwanger Nordspange sind die Spuren der extremen Nutzung unübersehbar: starke Spurrillen und Schlaglöcher zeigen an, dass hier bald saniert werden muss, was eben auch am Umleitungsverkehr der A7 liegen dürfte.

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