Dem Flächenverbrauch entgegenwirken

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Bürgermeisterin Andrea Schwarz aus Ludwigsburg hielt ein Impulsreferat zum Thema moderne Stadtplanung im "Roten Ochsen"
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Der SPD-Ortsverein Ellwangen stellt moderne Stadtplanungen im „Roten Ochsen“ vor.

Ellwangen. „Städte für die Zukunft planen“, lautete das Motto einer Infoveranstaltung des SPD-Ortsverein Ellwangen im Roten Ochsen. Als Gastrednerin sprach Andrea Schwarz, Bürgermeisterin für Stadtentwicklung aus Ludwigsburg.

Andrea Schwarz gab nach der Begrüßung durch Fritz Taschinski, stellvertretender SPD-Ortsvereinsvorsitzender, in ihrem Impulsreferat, Tipps und Anregungen für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Mit vielen Beispielen zeigte sie, wie eine städtische Neugestaltung unter Einbeziehung ökologischer und demografischer Gesichtspunkte gut funktionieren kann.

Sie ging auf die heutigen Herausforderungen ein: „Nicht nur in den Metropolen gehen die Mietpreise steil nach oben. Auch in Ellwangen gab es Erhöhungen von über 40 Prozent in den vergangenen Jahren. Die Menschen benötigen heute mehr Wohnraum als früher. Dem stehen aber ein geringes Angebot und maximal steigende Baukosten gegenüber.“

Am Beispiel von Neckarsulm veranschaulichte Andrea Schwarz, wie eine vorausschauende, in die Zukunft gerichtete, innovative moderne Stadtplanung aussieht: Kernstück des neu geschaffenen Stadtteils Amorbach II ist die solarunterstützte Nahwärmeversorgung mittels Erdsondenspeicher, der vorwiegend aus dachmontierten Kollektorflächen geladen wird. Darüber hinaus haben Bürger in eine thermische Gemeinschaftssolaranlage investiert. Über Parkplätzen wurden beispielsweise Solarflächen aufgebaut.

In Bietigheim-Bissingen wurde eine konsequente bauliche Nachverdichtung auf einer Fläche von 30 Hektar rund um den Bahnhofsbereich realisiert, um so dem Flächenverbrauch und einer fortschreitenden Versiegelung vorzubeugen. „Übergeordnetes Ziel war eine Stadt der kurzen Wege zu schaffen“, sagte Andrea Schwarz. Große flächendeckende Aufschüttungen auf Tiefgaragen mit einer Begrünung seien ein kleiner Mosaikbaustein als Beitrag zum Klimaschutz, ebenso die bestehenden Carsharing-Angebote.

Die regenerative Wärmeerzeugung, versickerungsfähige Verkehrsflächen, die vermehrte Berücksichtigung von Tiefbeeten, Mulden und der Einsatz klimagerechter Stadtbäume seien das Gebot der Stunde heutiger Stadtbauplanungen.        

Bauingenieur Joachim Zorn von den Stadtlandingenieuren stellte im Anschluss das rund drei Hektar große Neubaugebiet Karl-Stirner-Straße vor, das an die Konversionsfläche der ehemaligen Reinhardt-Kaserne angrenzt und Platz für 83 Wohneinheiten bietet. Der Spagat zwischen einer verdichteten Bauweise und einer nachbarschaftsfreundlichen Bebauung sei laut Zorn besonders gut gelungen. Mit Flächen müsse im Hinblick auf die Zukunft und der Ökologie deutlich sparsamer umgegangen werden, so Zorn.

Achim Klemm

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