Der FCV Ellwangen sagt alle Prunksitzungen ab

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Gardeauftritt bei der letzten FCV-Prunksitzung im Februar 2020, kurz darauf kam die Pandemie.
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Die Pandemie bremst die Aktivitäten der aktiven Fasnachter radikal aus. Das Bangen um 2023 beginnt.

Ellwangen. Was zu erwarten war, jetzt ist es ausgesprochen: Der FCV sagt die Prunksitzungen ab. Präsident Jürgen Fünfgelder überbrachte die Nachricht am Freitagabend. Und damit fehlt nicht mehr viel, bis die Fasnacht 2022 insgesamt abgesagt ist. Was machen die RöSeNa, was ist mit der Schnitzelbank? Weitere Absagen sind zu erwarten.

„Ich bin in Kontakt mit den Verbänden und da zeichnet sich bereits seit einigen Wochen ab, dass die Saison weitgehend ausfällt“, sagt Jürgen Fünfgelder. Vielleicht könne man den Narrenbaum noch öffentlich aufstellen, mehr lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen.

Der Beschluss wurde im FCV-Vereinsrat mehrheitlich gefasst und er ist gewiss nicht leicht gefallen. Denn für das aktive Vereinsleben ist die Absage der Prunksitzungen, auf die alle Mitglieder ein ganzes Jahr lang hinarbeiten, pures Gift.

„Ich gehe davon aus, dass ich in den nächsten Tagen von vielen enttäuschten Mitgliedern einiges zu hören bekomme“, sagt Fünfgelder. Letztlich kann sich ein Verantwortlicher in der aktuellen Situation nur Protest einhandeln, egal welche Entscheidung er trifft.

„Wir hatten im November einen Coronafall in einer Tanzgruppe. Ein 9-jähriges Mädchen wurde positiv getestet. Die Panik, die dann losbrach, war unbeschreiblich“, berichtet der FCV-Präsident. Dabei sei der Verlauf völlig harmlos gewesen und zu Ansteckungen kam es auch nicht.

Die Absage der Prunksitzungen ist aus wirtschaftlicher Sicht noch am wenigsten problematisch. Noch wurde nicht groß in die Vorstellungen 2022 investiert. Und weil die FCV-GmbH die Ellwanger Stadthalle verpachtet, profitiert sie auch von den Nutzungen als Impf- und Testzentrum.

Viel dramatischer ist die Absage für den Zusammenhalt im Verein. Fünfgelder: „Die Abteilungen treffen sich in kleineren Gruppen. Was fehlt, ist der gemeinsame Auftritt, alle 160 zusammen im Kostüm, ausgelassenes Feiern und der Auftritt vor der Öffentlichkeit.“

Beim FCV setzt man nun alle Hoffnung darauf, dass es 2023 einen großen Neustart gibt, auf den man ab dem Frühjahr hinarbeiten kann. Und gleichzeitig beginnt das große Bangen um den Fortgang der Pandemie. Der Präsident sagt: „Wenn die Fasnacht 2023 ein drittes Mal in Folge ausfällt, haben wir eine Katastrophe.“ Gerhard Königer

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