Der Grill-Effekt im Virngrund

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Blick in das Wahllokal 1 in der Rosenberger Virngrundhalle. Bis zum Mittag hatten hier etwa ein Drittel der Urnenwähler Ihre Stimme abgegeben, der hohe Briefwahlanteil ließ wie auch in anderen Kommunen den Andrang ausbleiben.
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Warum die CDU und AfD im Virngrund teils heftige Verluste noch jenseits des Landestrends einstecken müssen, wer alles davon profitiert und wohin sich die SPD bewegt.

Ellwangen

Viel war spekuliert worden, welchen Einfluss die Kandidatur von Franz Josef Grill (Freie Wähler) auf den Wahlausgang im Kreis haben könnte. Seit der Wahl ist klar: Aus dem Stand setzte der Ellwanger Stadtrat in seiner Heimatstadt und dem Virngrund ein dickes Ausrufezeichen.

Mit Ausnahme von Unterschneidheim (8,5 Prozent) fährt er durchweg hohe zweistellige Ergebnisse zwischen 12 und 23 Prozent ein und bringt CDU und AfD empfindliche Verluste bei.

In Ellenberg erzielte er mit 30,1 Prozent sein bestes Ergebnis und wurde denkbar knapp zweitstärkster Kandidat hinter Winfried Mack (CDU) mit 32,5 Prozent.

Der wiederum blickt mit seiner CDU auf ein Trümmerfeld. Die absolute Mehrheit in den einst tiefschwarzen Bastionen ist vollständig dahingeschmolzen. Nur noch in Tannhausen, Stödtlen, Unterschneidheim und Wört gelingt ihr überhaupt der Sprung über die 40 Prozent. In Ellenberg verliert die CDU sogar 13 Prozent, in vier weiteren Gemeinden liegen die Verluste um die 12 Prozent.

Stark vom Landestrend profitieren hingegen die Grünen mit ihrem Kandidaten Alexander Asbrock. In Adelmannsfelden stoßen sie sogar die CDU erstmals von der Spitze, werden mit einem Prozentpunkt Vorsprung stärkste Kraft. Ihr schlechtestes Ergebnis liegt mit 14,2 Prozent in Ellenberg.

Auch die AfD mit ihrem Kandidaten Jan-Hendrik Czada verliert deutlich und durchweg um die fünf Prozent und liegt nur noch in vier Gemeinden über 10 Prozent. Am stärksten schneidet sie noch in Rainau, Unterschneidheim und Adelmannsfelden ab, in Neuler mit 5,3 und Stödtlen mit 5,5 Prozent am schwächsten.

Der hohe Briefwahlanteil sorgt dafür, dass es in den Wahllokalen entspannt ist.

Tobias Schneider Bürgermeister Rosenberg

Von den Verlusten der CDU und der AFD profitieren neben den Freien Wählern auch die Freien Demokraten. Manuel Reiger ist es mit der FDP gelungen, in allen Kommunen des Virngrunds über die fünf Prozent zu klettern. Sein bestes Ergebnis liegt in Unterschneidheim mit 9 Prozent der Stimmen, gefolgt von Stödtlen mit 7,9 Prozent.

Erschreckend ist hingegen das Bild, das die SPD abgibt. Sie ist geradezu in die Bedeutungslosigkeit abgerutscht, in vielen Kommunen nur noch die sechst stärkste Kraft und unter fünf Prozent. Der Tiefpunkt: In Tannhausen reichte es sogar nur noch für 3,6 Prozent der Stimmen. In keiner Gemeinde kommt sie über acht Prozent. Das beste Ergebnis erzielt ihre Kandidatin Carola Merk-Rudolph mit 7 Prozent noch in Adelmannsfelden.

Durchweg zwischen 1,2 und 2,5 Prozentpunkten bewegt sich die Linke im Virngrund.

Die Wahlbeteiligung in den elf Kommunen des Virngrunds folgte 2021 mit 68,81 Prozent zwar dem Landestrend nach unten, liegt aber immer noch über dem Landes- und Kreisdurchschnitt. Bei der letzten Landtagswahl 2016 waren es noch 74,83 Prozent gewesen.

Ein Andrang ließ sich indes nicht feststellen, in den Wahllokalen blieb es allerorts sehr ruhig. Das lag vor allem am hohen Briefwähleranteil, der vielerorts bei fast 50 Prozent lag, wie auch Rosenbergs Bürgermeister Tobias Schneider bestätigte.

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