Der Kalte Markt soll jünger und noch größer werden

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Am 6. Januar wird er offiziell starten: der Kalte Markt in Ellwangen. Der Aufbau der Messezelte auf dem Schießwasen läuft auf Hochtouren. Foto: rim
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Die Traditionsveranstaltung setzt in diesem Jahr mit Kuttellauf, BeatNight, Tiny-House-Ausstellung und Energieforum auf neue Programmhighlights.

Ellwangen

Der Kalte Markt in Ellwangen hat mittlerweile über 1000 Jahre auf dem Buckel, ist gelebte Tradition und muss sich trotzdem immer auch dem Wandel der Zeit unterwerfen. So auch in diesem Jahr: Im üppigen Programm finden sich gleich vier Neuheiten. Mit Beat-Night, Kuttellauf, Energieforum und Tiny-House-Ausstellung möchten die Organisatoren ein noch größeres und jüngeres Publikum als bisher ansprechen.

„Der Kalte Markt in Ellwangen lebt selbstverständlich von seiner Tradition“, betont Ordnungsamtsleiter Thomas Steidle. Deshalb gehe es seinem Organisationsteam auch darum, Bewährtes zur bewahren. „Das historische landwirtschaftliche Standbein dieser Veranstaltung verlieren wir nie aus dem Blick. Aber wir wollen und müssen auch offen für Neues sein.“

Und genau deshalb setzt man 2023 auf diese vier neuen Events:

Die BeatNight: Sie wird den Kalten Markt in diesem Jahr am Freitag, 6. Januar, in der Kübelesbuckhalle in Rindelbach einläuten. Die Veranstaltung wird federführend organisiert vom Reit- und Fahrverein Rindelbach sowie einem ehrenamtlichen Helferteam um die beiden Brüder Julian und Felix Fuchs, die sich in Ellwangen bereits um verschiedene Großevents, wie etwa das Sommernachtsflimmern am Kressbachsee, verdient gemacht haben. „Die Idee zu einer BeatNight zum Kalten Markt hatten wir tatsächlich schon vor der Corona-Pandemie. Toll, dass es jetzt endlich damit klappt“, betont Julian Fuchs am Montag beim Pressegespräch im Rathaus.

Bei der Party werden DJ Diabolo und DJ Gianluca auflegen. Bis zu 420 Gäste können kommen, mehr passen nicht in die Halle. Einen Vorkauf gibt es nicht. Wer an dem Abend mitfeiern möchte, kann sich sein Ticket ab 20.30 Uhr für sieben Euro an der Abendkasse sichern.

Wichtig: Nur wer 18 Jahre alt ist, erhält Einlass. Es gibt einen Shuttlebusverkehr. Ab 1 Uhr morgens werden stündlich Busse an der Halle bereitstehen, um die Gäste sicher nach Hause zu bringen.

Wird die BeatNight gut angenommen, soll es 2024 „auf jeden Fall“ eine Neuauflage geben, sagt Thomas Steidle.

Der Kuttellauf: Eine Premiere feiert beim Kalten Markt auch der Kuttellauf, der am Samstag, 7. Januar, ab 12 Uhr, erstmals über die Bühne gehen wird. Hier hat die Stadt die Leichtathletikabteilung der DJK SG Ellwangen als Mitveranstalter gewinnen können.

Wie die beiden Vereinsvertreter, Ralf Mai und Sebastian Link, betonen, gilt bei dem Lauf das olympische Prinzip: „Dabei sein ist alles.“ Es gibt deshalb auch keine Zeitnahme und keine Siegerehrung. Dafür kann jeder, der mitläuft, über seine Startnummer an einer Verlosung teilnehmen. Zahlreiche Ellwanger Betriebe haben dafür hochwertige Preise gestiftet.

Start und Ziel des Laufs ist das Fuchseck. Hier befindet sich auch die Versorgungsstation - übrigens nicht nur für die Athleten, sondern auch das Publikum.

Eine Online-Anmeldung zum Lauf unter www.leichtathletik-ellwangen.de ist erforderlich; die Teilnahme ist kostenlos.

Es stehen zwei Strecken für Läufer (fünf und zehn Kilometer) sowie eine Strecke für Walker (fünf Kilometer) zur Verfügung. Der genaue Streckenverlauf, der von der Innenstadt an den Schlossweihern vorbei Richtung Sportplatz Neunheim führt, ist ebenfalls auf der Homepage der Leichtathletikabteilung der DJK SG Ellwangen abrufbar.

Die Tiny-House-Ausstellung: Auch sie ist ein echtes Novum. Im Rahmen der Messe auf dem Schießwasen werden in diesem Jahr erstmals drei komplett eingerichtete Tiny-Häuser präsentiert. Der Betrieb Holzbau Maier aus Lippach stellt die drei Häuschen, zwischen 28 und 50 Quadratmeter klein, dem Publikum vor und lädt zur Begehung ein.

„Wir sind sehr glücklich über diese Zusage“, sagt Thomas Steidle. Das Tiny House finde als alternative Wohnform auch in Ellwangen immer mehr Anhänger. Mit der Ausstellung wolle man diesem Trend Rechnung tragen, sagt Steidle. Geschäftsführerin Katja Maier freut sich ihrerseits erstmals mit ihrem Betrieb beim Kalten Markt vertreten zu sein. „Das ist eine Ehre, aber auch eine Herausforderung.“ Ihre Firma könne sich gerade nicht über eine maue Auftragslage beklagen. Die Nachfrage nach Tiny Häusern sei gewaltig - den Lippacher Betrieb erreichten Anfragen aus der ganzen Republik. „Das liegt natürlich auch an den exorbitant gestiegen Baupreisen, die kaum noch jemand zahlen kann“, sagt Maier. Ihre Tiny Häuser seien da - im Vergleich - für kleines Geld zu haben. Die Preise für die in Ellwangen ausgestellten Modelle liegen zwischen 50 000 und 120 000 Euro, wobei die Luxusvariante über anderthalb Stockwerke geht und sogar über einen eigenen kleinen Whirlpool auf dem Dach verfügt.

Das Energieforum: Ein weiteres brandaktuelles Thema, das beim Kalten Markt aufgegriffen wird, ist die Energiekrise. Dazu wird am 10. Januar um 19 Uhr auf dem Schießwasen ein Energieforum stattfinden. Sebastian Maier, Vorstand der EnBW ODR AG und Stefan Powolny, Geschäftsführer der Stadtwerke Ellwangen, wollen in diesem Rahmen Antworten auf die drängendsten Fragen der Verbraucher geben. Und in diesem Zuge auch ein Stück weit beruhigen. Denn zu Hysterie und Weltuntergangsstimmung besteht derzeit überhaupt kein Anlass: „Es wird keine Gasmangellage geben und wir werden auch keine Probleme mit der Stromversorgung bekommen“, ist ODR-Chef Maier felsenfest überzeugt. Gleichwohl müssten die Verbraucher zumindest 2023 noch mit hohen Energiepreisen leben. Erst 2024 sei mit einer Entspannung zu rechnen.

Wer mehr erfahren möchte, sollte am Dienstagabend, 10. Januar, beim ersten Ellwanger Energieforum in der Messehalle D (Gastrobereich) vorbeischauen. Die Teilnahme ist kostenlos.

Zum ersten Mal in der Geschichte wird eine BeatNight den Kalten Markt in Ellwangen einläuten. Foto: Archiv
Auch der Kuttellauf feiert 2023 Premiere. Foto: Archiv

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