Der Landfahrerparkplatz ist passé

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Wird entwidmet und dem bestehenden P+R Parkplatz zugeschlagen: Der Landfahrerparkplatz an der L 1060/ Nähe A7.
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Warum die Stadt den Platz schließt und wo die Landfahrer künftig Halt machen sollen.

Ellwangen. Noch steht das Hinweisschild, aber in Kürze wird ein Schlussstrich unter den ungeliebten Landfahrerparkplatz an der L 1060 direkt neben der A7 gezogen. Der Gemeinderat beschloss in der Sitzung am Donnerstag, dass der Platz ersatzlos entwidmet wird und statt dessen als Erweiterung des P+R Parkplatzes genutzt werden soll.

Mit dem Landfahrerplatz gab es immer wieder Probleme. Anlieger des nahen Gewerbegebiets und des Autohofs klagten über die teils unhaltbaren Zustände, ständige Vermüllung und die Entsorgung von Fäkalien, insbesondere Chemietoiletten. Zudem wurden die Anlieger regelmäßig wegen Frischwasser angefragt.

Auf dem geschotterten Platz durften Landfahrer zeitlich unbefristet campieren. Ver- und Entsorgungseinrichtungen gibt es nicht, eine Kontrolle des Platzes fand nicht statt, erklärte der Leiter des Ordnungsamts, Thomas Steidle.

Neben den Problemen, die dort regelmäßig entstanden, gab es aber auch eine zunehmende Zahl Landfahrer, die den Platz eben wegen der Schotterung und der fehlenden Infrastruktur ablehnten und ohnehin am Schießwasen campierten.

Aus rechtlicher Sicht besteht für die Stadt keine Verpflichtung, einen Landfahrerplatz auszuweisen beziehungsweise vorzuhalten, so Steidle. Jedoch muss ein entsprechendes Campieren geduldet werden, wenn kein adäquater Landfahrerplatz bezieh–ungsweise eine Notunterkunft bereitgestellt werden.

Vor die Entscheidung gestellt, den Landfahrerparkplatz mit entsprechenden Einrichtungen zu ertüchtigen oder ihn zu schließen, entschied sich der Gemeinderat einstimmig für die Schließung. Die Beschilderung wird damit in den kommenden Tagen entfernt und eine Planung für eine Umgestaltung in einen Park and Ride Parkplatz dem Röhlinger Ortschaftsrat und dem Bauausschuss vorgelegt.

Was passiert nun mit den Landfahrern? Ein Aufenthalt auf dem Schießwasen wird seitens des Ordnungsamts grundsätzlich bis zu drei Tagen geduldet, so Steidle. Ebenso wird eine Aufwandsentschädigung, je nach Gruppengröße, von durchschnittlich 300 Euro eingezogen.

Der Betrag wird dann vorwiegend zur Müllbeseitigung durch den Baubetriebshof eingesetzt. Auch sei auf dem Schießwasen eine bessere Sozialkontrolle gegeben, berichtete Steidle. Dies belegten auch die Anrufe aus der Bevölkerung, welche umgehend beim Ordnungsamt eingehen, sofern Landfahrer auf dem Schießwasen eintreffen.

Hier besitze die Stadt letztlich mehr Handhabe, und es gebe nur selten Probleme. Röhlingens Ortsvorsteher Walter Schlotter bedankte sich bei der Stadtverwaltung und begrüßte die Entscheidung: "Das ist der richtige Weg."

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