Der Siegerentwurf vereint naturnah und stadtnah am besten

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Die Berliner Landschaftsarchitekten Heck/Mommsen gewinnen den Architektenwettbewerb zur Landesgartenschau 2026.

Ellwangen

Es war ein langer Montag, an dem die 15 Preisrichter und die Mitglieder des Gemeinderats alle elf Wettbewerbsbeiträge gesichtet und den Siegerentwurf gekürt haben. Am Dienstag im Rathaus, Sitzungssaal: das Ergebnis wird der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Beteiligten überschlagen sich mit Lob auf den Entwurf des Büros relais Landschaftsarchitekten (Stuttgart/Berlin).

"Wir können einen Traum umsetzen, Ellwangen an die Jagst", sagt Oberbürgermeister Michael Dambacher und dankt den Beteiligten, vor allem Stadtplaner Klaus Ehrmann, Stefan Powolny, Stephan Brendle und dem Büro Steinbach.

"Die Altstadt wird durch diesen Plan aufgewertet", meint Marc Calmbach vom Ministerium Ländlicher Raum. Und Landrat Dr. Joachim Bläse stellt fest: "Ich bin seit gestern wieder im Gartenschaumodus."

Stefan Powolny, Geschäftsführer der Landesgartenschau GmbH, freut sich, dass die LGS ein Gesicht bekommen hat.

Prof. Burkhard Wegener erklärt für das Preisgericht, warum der Siegerentwurf alle überzeugt hat: die kompakte Unterbringung der wichtigsten Aktionsflächen nahe der Innenstadt.

Marianne Mommsen vom Büro relais erklärt den Siegerentwurf, den ihr Team in sechs Wochen ausgearbeitet hat. Viele alte Bilder und Ansichten der Jagstaue habe man studiert. Die LGS ist für sie Wiederentdeckung einer Flusslandschaft und innovative Rückbesinnung auf die Natur. Die Jagst, zwischen Schrezheim und Rotenbach breit naturnah mäandrierend und behutsam über Holzbohlenwege erschlossen, entwickelt eine Terrassenform, je näher sie der Kernstadt kommt. Ein großer Campingplatz, das Wellenbad und eine Stadthalle sind nach Westen auf der obersten Terrasse platziert. Darunter sind Parkplätze unter Bäumen und eine Parkwiese angelegt: Schotterrasen für den Kalten Markt und Großveranstaltungen. Wo heute noch Recyclingcenter ist, sollen befestigte Spielfelder entstehen. Und auf der untersten Terrasse, direkt am Fluss, können sich die Ellwanger am Stadtstrand entspannen. Das Bett der Jagst soll hier flach und breit fließen, sogar mit Sandbänken, an denen man planschen und baden kann. Zur Stadt hin steigt das Ufer zum Brückenpark an und wer vom Schießwasen zum Fuchseck gehen will, erlebt ein kleines Abenteuer: eine Rampe führt hoch über die Dächer der Stadt und über die Bahnlinie hinweg zur Bachgasse.

Wir können einen Traum umsetzen.

Michael Dambacher Oberbürgermeister

Das Jugendzentrum bleibt bei Mommsen an seinem jetzigen Standort und auf der Jagstinsel entsteht ein Neubau für gewerbliche Nutzung.

Alle Punkte, die für das Gelingen einer LGS wichtig sind, seien in dem Entwurf enthalten, meint der zweite Geschäftsführer der LGS, Tobias de Haën: Nähe zur Innenstadt, hoch qualitative Freiräume, Aufgreifen gesellschaftlich relevanter Themen wie Klimawandel, Energie, Naturraum.

Den Entwurf der Lohrer Hochrein Landschaftsarchitekten und Stadtplaner Gmbh (München) hat die Stadt ausgezeichnet, weil die Anbindung der Kernstadt besonders klar herausgearbeitet ist. Das Büro will den Schönen Graben-Allee im Sebastiansgraben als "grünen Kranz um die Stadt führen.

Außergewöhnlich beim Siegerentwurf: die Fläche für den Campingplatz wird fast doppelt so groß wie heute und gehört nicht zum Ausstellungsgelände. Ein perfekter Logenplatz während der LGS 2026 und auch danach sinnvoll, um den Tourismus zu stärken.

Das architektonische Zeichen der LGS wird im Siegerentwurf der Steg über Mühlgraben und Bahnlinie, das zentrale Eingangstor in die Kernstadt. Zwar hat Mommsen eine zweite Bahnüberführung am Bahnhof skizziert. Ob die jedoch bis 2026 noch umsetzbar ist, bleibt fraglich.

Den Brückenpark, den Stadtstrand, den Schießwasen hat das Büro relais mit sehr viel Sinn für naturnahe Räume gestaltet. Anstatt Asphalt ist ein Schotterrasen vorgesehen, Stellflächen sind von Baumreihen eingehegt. Die automobile Dominanz, die aktuell am Schießwasen vorherrscht, wird hinter Bäumen verschwinden. Der Platz wird nicht weniger nutzbar sein.

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