Der Spitalwald hält sich wacker

+
Der Spitalwald besteht aktuell noch zu 51 Prozent aus Fichte. In den nächsten zehn Jahren soll vermehrt Laubholz und Douglasie gepflanzt werden.
  • schließen

Wenig Schadholz, aber noch 51 Prozent Fichte: Wie die Forstverwaltung in den nächsten zehn Jahren den Baumbestand umbauen will.

Ellwangen

Die 144,8 Hektar Wald zwischen Hinterlengenberg und Hinterbrand, die der Hospitalstiftung des Ostalbkreises gehören, waren ursprünglich einmal die wichtigste Ertragsquelle, um das Alten- und Pflegeheim zu unterhalten. Doch die Zeiten, als der Ertrag aus dem Holzverkauf einen Waldbesitzer zu einem vermögenden Mann machen konnte, sind längst vorbei. Die Beseitigung von Schadholz, die Bekämpfung des Borkenkäfers, der Umbau des Waldes auf Baumarten, die dem Klimawandel trotzen, all das kostet Geld.

Wenn der Wald der Hospitalstiftung trotzdem in den letzten zehn Jahren meist ein positives finanzielles Betriebsergebnis ermöglichte, dann lag das daran, dass der Bestand überdurchschnittlich gesund ist. Das machte Forstdezernent Johann Reck deutlich, als er die Grundlagen für die Forsteinrichtung der nächsten zehn Jahre vorstellte. Nur 20 Prozent des Einschlags im Spitalwald war zufälliger Natur, "das zeigt, dass dieser Wald relativ krisensicher ist", sagte Reck. 11000 Festmeter Holz wurden von 2011 bis 2020 eingeschlagen, 1100 pro Jahr. Künftig sollen es 1200 sein, denn der Zuwachs sei in dieser Zeit höher gewesen als die Nutzung. Ein Vorrat werde auch bleiben, wenn man künftig 100 FM mehr einschlägt.

51 Prozent des Bestands sind Fichten, ein Grund, weshalb der Ertrag im Spitalwald noch relativ hoch ist. Allerdings werde man den Fichtenanteil reduzieren und stattdessen auf Bäume wie beispielsweise die Douglasie setzen, die hitzeresistenter sei. Mehr Mischbestände, mehr Laubholzanteil skizzierte Reck die Ziele des Umbaus, wobei man vorwiegend auf Naturverjüngung setzen will, weil daraus vitalere Bäume entstehen. Die Trockenjahre der vergangenen Dekade machten Pflanzungen schwer, weil ein hoher Anteil der Jungbäume vertrocknete.

"Wir hatten einen erfolgreichen Einrichtungszeitraum, der nächste wird viel Arbeit machen", blickte Reck nach vorne.

Karl Hilsenbek (Freie Wähler) wollte wissen, warum man im Spitalwald nicht auf ein Alt- und Totholzkonzept setzt.

"Weil der Hospitalwald in sehr gutem Zustand ist", sagte Reck und verwies auf die ökologischen Maßnahmen, die man im Zusammenhang mit dem Bau des Windparks ergriffen habe. Die Renaturierung des Frankenbachs, aus dem mittlerweile ein Biberparadies geworden sei, das Ausweisen von Habitatbaumgruppen und das Anbringen von Fledermauskästen habe den ökologischen Wert des Spitalwaldes gesteigert.

Folgeschäden durch den Bau des Windparks gebe es nur im Bereich der Windkraftanlage 1, was man damals auch bereits prognostiziert habe, beantwortete Revierförster Tilmann Pfeifle eine entsprechende Frage von Herbert Hieber (SPD). Auf dem Herzbühl habe man vermehrt mit Sturmholz und Käferbefall zu kämpfen.

Karl Hilsenbek wollte wissen, ob man mit dem Holz aus dem Spitalwald auch die heimischen Handwerker unterstütze oder ob das Holz in den Export gehe, worauf Johann Reck die aktuelle Situation am Holzmarkt erläuterte. Demnach habe man das Preishoch vom Sommer bereits wieder verlassen, die Zimmereien und Handwerker hätten Lager angelegt, momentan werde vielfach aus Vorräten produziert. Die Sägereien reagierten darauf, in dem sie die Produktion zurückfahren oder Schnittholz ins Ausland verkaufen, was aber längst nicht mehr so lukrativ sei wie noch vor einigen Monaten.

"Unser Holz ist in erster Linie für den regionalen Markt und so soll es auch sein", meinte Reck. Landrat Dr. Joachim Bläse bedauerte, dass die Holzpreise wieder sinken. Die ständigen Ausschläge seien schlecht für die Klein- und Privatwaldbesitzer und auch für die Holzindustrie.

Holz ist zur Abfuhr gepoldert: der Hospitalwald hat mit 51 Prozent Fichtenanteil noch eine gute wirtschaftliche Basis.

Zurück zur Übersicht: Stadt Ellwangen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare