Der Verkehr nervt die Anlieger

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Der zunehmende Verkehr trübt die Idylle: Max Spiegler stellt fest, dass der Schleichweg von Schweighausen über Schönau und Rindelbach immer beliebter wird. Jetzt will eine Bürgerinitiative für die Verkehrslenkung kämpfen.
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Bürger aus Rindelbach und Schönau wollen eine Bürgerinitiative gründen, weil immer mehr Fahrzeuge durch die Ortschaften rollen, um die B 290 zu umfahren.

Ellwangen

Lärm und Abgase von Autos und Lastwagen treiben die Anwohner auf die Barrikaden. Das ist so in Röhlingen und Eggenrot, wo sich die Bürger und die Stadt für Umfahrungen einsetzen. Das ist so an der Haller Straße, wo der Verkehr der Bundesstraße 290 auf Tempo 40 gedrosselt werden soll. Und das ist jetzt auch so in Rindelbach und Schönau.

„Rindelbach und Schönau, wo soll denn dort Verkehr sein“, rätselt man. „Das „Sträßle“ im idyllischen Jagsttal, nutzen doch nur Wanderer und Radfahrer.“

Weit gefehlt. Wer einmal am Freitag zwischen 15 und 16 Uhr mit Max Spiegler am Gartentisch sitzt, ist überrascht, was auf diesem „Schleichweg“ zwischen Schweighausen und Ellwangen abgeht. Hier fahren Pendler und Handwerker, die ganz genau wissen, dass sich so vier Ampeln und der Stau auf der Haller Straße umfahren lassen. In Rindelbach hoch zum Kressbachsee, schon ist man auf der Nordspange. Die ideale Abkürzung zum Industriegebiet Neunheim, wenn man aus Richtung Crailsheim kommt. Manche biegen auch erst bei der Gehrensägmühle von der B 290 ab und kommen über den Kübelesbuck auf dieselbe Route.

Max Spiegler wohnt seit 20 Jahren in Schönau, direkt an der Straße. „Hier war einmal Naturidyll“, sagt er. Doch seit einigen Jahren wächst die Zahl der Fahrzeuge stetig und der Schleichweg wird zur Rennstrecke. Zählungen der Stadt kommen auf 500 Autos pro Tag. Wenn sich die gleichmäßig verteilen würden, wäre das auszuhalten. Doch sie fahren zu den Stoßzeiten.

„So richtig verschlimmert hat sich die Situation, als die B 290 saniert wurde. Da haben viele diese Nebenroute für sich entdeckt“, sagt Spiegler. Eine weitere Steigerung kam mit der Sperrung des Virngrundtunnels.

Als dann zuerst die Gemeinde Jagstzell und danach auch Ellwangen diese Gemeindeverbindungsstraße auch noch saniert und verbreitert haben, verstand Spiegler die Welt nicht mehr.

„Hier ist Landschaftsschutzgebiet, Wasserschutzgebiet, hier sind Radfahrer und Wanderer unterwegs. Hier sollte man zurückbauen, nicht verbreitern.“

Zu immer mehr Verkehr und Lärm kommt noch der Müll, der aus den Autos geworfen wird. Weil er dies nicht länger hinnehmen will, hat Spiegler mit weiteren Anwohnern zur Gründung einer Bürgerinitiative „Lebenswertes Jagsttal“ aufgerufen, gerichtet an „Bewohner und Freunde des Jagsttales nördlich von Ellwangen“. Sie fordern den Ausbaustopp der Strecke, ein Teilstück soll noch saniert werden.

„Wir wollen die Wiederherstellung des Landschaftsschutzgebietes Jagsttal als Erholungsraum für Natur und Mensch“, sagt Spiegler und verlangt eine Verkehrslenkung in Richtung Crailsheim und Schwäbisch Hall, auch weil das Ellwanger Industriegebiet weiter wächst.

Die BI soll die Interessen der Betroffenen bündeln. Der überörtliche Durchgangsverkehr kreuz und quer durch Rindelbach und das Landschaftsschutzgebiet Jagsttal müsse wieder zurück, wohin er gehört: auf die Bundesstraße 290.

Hier sollte man zurückbauen und nicht verbreitern.“

Max Spiegler, Anwohner

Was die Bürgerinitiative fordert

1. Gewichtsbeschränkung: Max. 6 t von der Gehrensägmühle bis zur Einmündung L1060 sowie von der Eichkapelle bis zur Einmündung Schönau in die B290. Ausnahmen nur für Anlieger, Lieferverkehr, Linienbusse.

2. Kennzeichnung: Zwischen Rindelbach und Auslauf des Fischbachs sollen Schilder „Wildwechsel“ und „Landschaftsschutzgebiet“ aufgestellt werden.

3. Kontrollen: konsequente und wiederkehrende Verkehrs- und Geschwindigkeitskontrollen in Rindelbach bis zum Fischbachsee.

Am Freitag, 16. Juli, ab 18 Uhr ist bei Max Spiegler in Schönau die Gründungsversammlung der Bürgerinitiative.

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