Die Combonis fliehen in den Busch

Schlechte Nachrichten gab es bei den Comboni-Missionaren aus dem Südsudan. P. Raimundo berichtet über die Lage in Leer. Der Friedensvertrag sei zwar am 23. Januar abgeschlossen und unterschrieben worden, jedoch bereits am nächsten Tag wurde er gebrochen.

Die Konflikte gingen weiter und seien bereits nahe bei Leer. Der Markt von Leer wurde geplündert. Die Regierungstruppen hätten die Nachbarorte Koch und Mirmir angegriffen, die schon zur Region der Mission gehörten. Fast die gesamte Bevölkerung des Staates sei geflohen, die Städte geplündert. Am Mittwoch seien fünf verschiedene Gruppen gekommen und baten um die Fahrzeuge der Mission, Geld und Lebensmittel. "Es ist uns gelungen", schreibt P. Raimundo, "sie zu überzeugen, dass sie sich mit Lebensmitteln und Wasser zufrieden gaben. Es ist sehr traurig das Volk zu sehen, dem wir gedient haben und zu erleben, wie den Leuten alles genommen wird. Ich weiß nicht, wie lange wir durchhalten werden ihnen die Fahrzeuge zu überlassen." Leer sei praktisch geplündert, nur wenige Leute bewegten sich noch. Zwei Comboni-Schwestern hätten sich entschlossen, mit dem Volk in den Busch zu gehen. Die Telefonlinien funktionierten nicht mehr, die Konflikte kämen immer näher. Der Comboni-Provinzial habe Kontakt mit der UNO-Basis aufgenommen, um ein Flugzeug für die Evakuierung zu besorgen, falls die Gruppe fliehen wollte. Nun kam die letzte Nachricht Donnerstagnacht: "Die kämpfenden Truppen kommen voran, respektieren niemanden und nichts, also haben wir beschlossen den Sitz der Mission zu verlassen. Wir gehen in den Busch, wo auch die beiden Comboni-Schwestern, P. Stephen und viele Leute sind. Kommunikation gibt es dort keine. Lebensmittel und Wasser nehmen wir mit. Bitte setzt Eure Gebete fort! P. Raimundo Rocha." Etwa eine halbe Million Menschen sind mittlerweile zu Flüchtlingen im eigenen Land geworden. Sie sind dringend auf Nahrungsmittel von außen angewiesen. Der Provinzial der Comboni-Missionare im Südsudan schreibt: "Wenn es Ihnen möglich ist, Ihre Solidarität mit den Menschen im Südsudan zu zeigen, sind Sie herzlich eingeladen, dieses auch zu tun." Und Bruder Bernhard Hengl berichtet: "Wir versuchen gerade einen Transport mit 40 Tonnen Lebensmitteln per Lastwagen nach Malakal zu organisieren. Das Unternehmen ist nicht ganz ungefährlich, aber um der Menschen willen müssen wir es versuchen."

 Die Comboni-Missionare rufen um Spenden für den Südsudan auf. An die Comboni-Missionare KöR über die KSK Ostalb, Kto-Nr. 110 617 015, BLZ: 614 500 50. Verwendungszweck "Hilfe für den Südsudan" unbedingt angeben.

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