Die Coronapandemie und die Comboni-Missionare

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Die Gräber der in Ellwangen gestorbenen Comboni-Missionare: Die Hausgemeinschaft wurde von einem heftigen Coronaausbruch getroffen, vier Mitbrüder starben.

In der Ellwanger Hausgemeinschaft der Comboni-Missionare wurden bislang 14 Mitbrüder positiv getestet. Vier von ihnen sind gestorben.

Ellwangen

Bis Ende Januar sind bei den Comboni Missionaren weltweit 35 Mitbrüder an oder mit Corona gestorben, vier davon in Ellwangen. "Von der deutschsprachigen Provinz war vor allem unsere Hausgemeinschaft mit ihren 18 Mitbrüdern betroffen. Kurz nach Weihnachten wurde der erste positiv getestet, Pater Josef Uhl", berichtet Pater Reinhold Baumann.

Daraufhin wurden alle Bewohner und alle Mitarbeiter getestet, 13 weitere Bewohner und die meisten Mitarbeiter waren positiv. Vier Mitbrüder starben seit Anfang Januar: Bruder Rudolf Olbort und Pater Josef Uhl, Pater Matthias Gamper und Bruder Hans Abt.

"Alle vier waren über 80 Jahre alt und schon vorher in hohem Grad pflegebedürftig", berichtet Baumann. Zwischenzeitlich sei der Ausbruch überstanden, die Quarantäne wieder aufgehoben, der auch alle übrigen Hausbewohner unterzogen waren.

Ein weiterer Mitbruder der deutschsprachigen provinz, Pater Silvester Engl, starb am 11. Dezember in Bruneck an Krebs. "Tage vor seinem absehbaren Tod infizierte er sich noch im Krankenhaus an Corona", erzählt Baumann. Am heftigsten habe es die italienische Provinz getroffen.

Coronafälle weltweit

Aus Italien stammt knapp ein Drittel der 1510 Mitglieder der Kongregation. Besonders heftig wütete Corona demnach im Senioren- und Pflegeheim der Provinz in Castel d'Azzano in der Nähe von Verona, wo 45 alte und kranke Mitbrüder leben. Ende Oktober erkrankten dort die ersten Mitbrüder, im November und Dezember starben 18 von ihnen.

Kurz nach Weihnachten wurde der erste von uns positiv getestet, Pater Josef Uhl.

P. Reinhold Baumann Comboni Missionar

In Spanien, Brasilien, Uganda und Mexiko starben weitere 13 Mitbrüder an der Pandemie, unter ihnen auch Bruder Elio Croce, der vielen deutschen Missionsfreunden bekannt war. Er wurde 76 Jahre alt, mitten aus einem aktiven Leben herausgerissen. "Er war ein großartiger Mensch. In Uganda werden viele um ihn trauern, vor allem Kinder und ehemalige Kinder des Kriegswaisenhauses, das er vor 25 Jahren gegründet hat, als in Norduganda ein blutiger Bürgerkrieg tobte", stellt Baumann fest.

Noch zwei weitere Mitbrüder starben, Bruder Benito Ricci, ein Mitarbeiter von Bruder Konrad Tremmel und Pater Jesús Aranda, der mit Bruder Erich Fischnaller zusammengearbeitet hat. Sie wurden 79 beziehungsweise 68 Jahre alt. Pater Josef Gerner dagegen erkrankte gleichzeitig an Corona, überstand die Krankheit trotz seiner 85 Jahre.

In den Provinzen der Comboni-Missionare in Übersee hielten sich die unmittelbaren Folgen der Pandemie in Grenzen. "Die meisten afrikanischen und auch südamerikanischen Mitbrüder sind noch jung und vielleicht haben viele Menschen dort überhaupt eine gewisse Resistenz gegen Viren", vermutet Baumann. Sicher werde auch viel weniger getestet, vor allem auf dem Land.

Was besonders die Armen in diesen Ländern sehr getroffen habe, waren die verordneten Beschränkungen, wenn keine Busse mehr fuhren und keine Taglöhner gebraucht werden. Viele Menschen leben dort von dem, was sie am selben Tag verdienen.

Viel Solidarität erfahren

"Wir haben Sorgen, Hoffen, Bangen und Trauer erfahren, aber auch viel Solidarität und Hilfsbereitschaft, von den Angestellten bis hin zu Hilfe von Freunden aus der Nachbarschaft, einer Ärztin sowie Pflegerinnen und Pfleger, die zum Teil im Urlaub eingesprungen sind", stellt Baumann fest. Allen sei klar geworden, was Mitmenschlichkeit und Aufmerksamkeit bedeuten. "... wie sehr wir uns gegenseitig brauchen und wie hilfreich ein trostvolles Wort in der Not ist."

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