Die „Häuslesnarren“ sind die Fasnachtsfigur 2022

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Die Ellwanger "Häuslesnarren" (v.l. Peter Hauk, Peter Bacher, Andreas Hauber und Wolfgang Spindler) sind Vorbild für das diesjährige Fasnachtsmännle, das im "Roten Ochsen" zusammen mit dem Fasnachtsbier vorgestellt wurde.
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Zur Verkostung des Fasnachtsbieres der Rotochsenbrauerei kommen Vertreter der Ellwanger Zünfte in den „Roten Ochsen“.

Ellwangen

Die großen Fasnachtsveranstaltungen sind aufgrund der Pandemie abgesagt. Trotzdem trafen sich die Vertreter der Ellwanger Fasnachtsgruppen und -zünfte am Dienstagabend im „Roten Ochsen“, um das Fasnachtsbier zu verkosten und um über die aktuelle Situation zu sprechen.

Dr. Anselm Grupp, als Kulturamtsleiter auch Vorsitzender des Narrenrats, begrüßte die rund 30 Vertreter, die in ihren Kostümen gekommen waren: Feuerteufel, Narrenpolizisten, Virngrundkrähen, Elferräte, Limesnarren, Rösena, Ribana, Veitlesschmatzer, Ellwanger Hexenzunft, Jagsttalgullys, Häuslesnarren und Tintenschlecker waren vertreten. Das erste Treffen im „Häs„ seit fast zwei Jahren. Der Narrenrat habe trotz Absage der Straßenfasnacht beschlossen, ein „Fasnachtsmännle" herzustellen.

Fasnachtsmännle seit 1973

Seit 1973 wird jedes Jahr eine Figur aus der Ellwanger Fasnacht in Kunststoff gegossen, farbig bemalt und als „Eintrittskarte“ oder „Unkostenbeitrag“ an die Besucher verkauft. Längst ist das „Fasnachtsmännle" zum beliebten Sammelobjekt geworden, man kann alte Figuren teilweise auch noch bei Tabak Sperrle kaufen.

Geschnitzt hat die diesjährige Figur wieder der Ellwanger Bildhauer Siegfried Rimpler und Vorbild war ihm der „Häuslesnarr". Vier Vertreter dieser 2005 entstandenen Gruppe waren eigens zur Vorstellung gekommen.

Der an der Universität Innsbruck wirkende Sozialethiker und Dominikanerpater Prof. Dr. Wolfgang Spindler erzählte wie die Gruppe  im „Häusle“ entstanden ist, das unweit der Wolfgangskirche für geselliges Zusammenkommen bekannt ist. Er und Peter Hauck waren die Ersten, die sich 2005 im Kostüm eines Ellwanger Hofnarren mit venezianischer Halbmaske in die Weiberfasnacht mischten. Seitdem ist die Gruppe auf mittlerweile ein knappes Dutzend Mitglieder angewachsen.

Hofnarr mit Halskrause

Das seidene, in große blaue und rote Rechtecke geteilte, kurz geschnittene „Mi-Parti„ in mittelalterlicher Hofnarrentradition mit goldener Halskrause und goldenen Ärmelfransen über einer schwarzen Hose, hat Peter Hauk entworfen. Es soll an die fürstpröpstliche Geschichte der Stadt erinnern. Auf dem Kopf tragen die „Häuslesnarren" eine blau-rote kegelförmige Zipfelmütze mit goldener Glocke.

Weil keine Fasnachtsumzüge stattfinden werden und wohl auch sonst keine Straßenfasnacht wurden in diesem Jahr nur 1500 Exemplare des „Fasnachtsmännle“ hergestellt. Der „Männlesmolverein“ hat die Figuren handbemalt. Nun kann man sie bei Tabak Sperrle für 4 Euro erwerben, wie Sauritter Hermann Sperrle mitteilte.

Bürgermeister Volker Grab sprach über die Zäsur der Fasnacht, die durch die Pandemie erzwungen wurde: „Präsenz ist wichtig, um das Brauchtum, das Kulturgut zu bewahren. Die Stadt sagt Danke, dass sie trotz zwei Jahren Pandemie durchhalten und in der nächsten Saison wieder voll dabei sind.“

Fasnachtsbier als Kulturgut

Ein Kulturgut ist auch das Bier, das die Rotochsenbrauerei im 20. Jahr eigens für die Fasnacht gebraut hat. Das mildgehopfte, malzaromatische Exportbier in der 0,33-Liter-Flasche mit dem von Gerhard Stock gestalteten Etikett hat 5,1 Volumenprozent Alkohol und schmeckt ausgezeichnet, wie die versammelten Fasnachter gerne bestätigten.

Für Brauereibesitzer Alexander Veit ist die Sonderabfüllung ein Bekenntnis zur Fasnacht, die in Ellwangen etwas ganz Besonderes sei. Der Brauereigasthof von Christiane Veit ist seit langem eine Fasnachtshochburg und deshalb werden hier auch in diesem Jahr die Narren willkommen sein, auch wenn noch nicht klar ist, welche Vorgaben Ende Februar gelten werden.

Bescheidene Pläne

Nach einem stärkenden Essen und einem Gruppenbild im Freien tauschten sich die Vertreter der Zünfte noch über ihre Pläne aus. Einige Gruppen gehen im Moment davon aus, dass zumindest der Narrenbaum mit Teilnahme der aktiven Fasnachter im Freien aufgestellt werden kann. Auch am Rathaussturm wollen die Ellwanger Narrenpolizisten und Feuerteufel festhalten. Manche Zünfte befürchten finanzielle Probleme, weil ohne Veranstaltungen auch keine Einkünfte zu erzielen sind. Unkosten dagegen, etwa die Versicherung für die Mitglieder, fallen an.

Das diesjährige Fasnachtsmännle wurde nur in einer kleinen Auflage von 1500 Stück hergestellt, weil die öffentlichen Veranstaltungen weitgehend abgesagt wurden.

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