Die Improvisation liegt ihm im Blut

  • Weitere
    schließen
+
Benedikt Nuding ist der neue Regionalkantor. Das Orgelspiel ist für ihn Hobby, Beruf und Leidenschaft.
  • schließen

Der neue Regionalkantor Benedikt Nuding freut sich über seine Aufgaben, auch wenn aufgrund der Pandemie die Arbeit mit Chören in vielerlei Hinsicht eingeschränkt ist.

Ellwangen

Seit vier Wochen spielt in der Basilika ein neuer Organist die Kirchenorgel. Sein Name ist Benedikt Nuding und er ist Regionalkantor in Nachfolge von Thomas Petersen. Das Orgelspiel während der Gottesdienste in St. Vitus ist nur ein kleiner Teil seiner Aufgaben. "Rund die Hälfte der Zeit werde ich für die Diözese und das Dekanat arbeiten. Ich bin unter anderem Ansprechpartner für die nebenamtlichen Chorleiter und Organisten in der Aus- und Weiterbildung", erzählt der 28-Jährige.

An Sankt Vitus leitet Nuding den Stiftschor und die Schola. Der Chorgesang in der Kirche ist momentan ein schwieriges Thema. Bei den Gottesdiensten singt die Gemeinde nicht. Stattdessen stimmen Solisten oder kleinere Ensembles von der Empore herab die Lieder an.

"Hier oben können unter Einhaltung der vorgeschriebenen Abstände maximal acht Personen singen", erklärt Nuding, während er auf der Orgelbank sitzt. Die Proben mit dem Stiftschor erfolgen zweigeteilt. Bei den Auftritten dürfen maximal zwölf Sängerinnen und Sänger in der Basilika singen, oben im Hochchor.

Das ist stimmlich sehr anspruchsvoll, weil jede Stimmlage nur dreimal besetzt ist und jeder falsche Ton sofort auffällt. Es gibt Chormitglieder, erzählt er, vor allem ältere, die sich aus gesundheitlichen Gründen komplett zurückgezogen haben. Nuding will jetzt mit Projektarbeit junge Sängerinnen und Sänger finden und die Lücken füllen.

An Weihnachten warten auf den jungen Regionalkantor die Feiertagsmessen, an denen die Gemeinde besonders festliche Kirchenmusik erwartet. Literatur für einen solchermaßen reduzierten Chor zu finden, die das Kirchenschiff erfüllt, ist nicht ganz einfach.

Ellwangen ist ein attraktiver Dienstsitz.

Benedikt Nuding Regionalkantor

Benedikt Nuding ist in Unterböhringen geboren und hat in Geislingen/Steige Abitur gemacht. Er studierte Kirchenmusik und Orgelimprovisation in Stuttgart und schloss 2019 mit dem Master ab.

Als die Stelle in Ellwangen ausgeschrieben war, überlegte er nicht lange: "Ellwangen ist ein attraktiver Dienstsitz", sagt er, und schließlich gebe es nur acht solche Stellen in der Diözese. Die Stadt gefällt ihm gut und an den Platz auf der Empore der Basilika an der Orgel mit dem denkmalgeschützten Prospekt hat er sich schnell gewöhnt.

"Das Orgelspielen ist für mich Hobby, Beruf und Leidenschaft", sagt er. Wenn Abends die Kirche geschlossen ist, sitzt er gerne hier und übt, während die Fledermäuse umherflattern. Leider macht die 1994 eingebaute Elektronik der Orgel momentan Probleme. Der Organist hofft, dass die Technik bald wieder funktioniert. Ein Ausfall des Instruments käme gerade zur Unzeit, denn die Orgelimprovisation ist auch Ersatz für den Gesang der Gemeinde.

Und schließlich möchte der neue Regionalkantor sich und sein Orgelspiel auch bei Konzerten vorstellen.

Zurück zur Übersicht: Stadt Ellwangen

WEITERE ARTIKEL