Die Jagstschleifen im Auenpark

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Ein großer Naturspielplatz entsteht im Auenpark auf Höhe der Firmen Thalheimer Kühlung und Elke Technik. Die Coccon-artigen Hütten greifen Formen aus der Welt der Insekten auf.
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Die Jagstschleifen zwischen Schrezheim und Rotenbach werden naturnaher Flussraum mit guten Möglichkeiten für eine behutsame Erkundung.

Ellwangen

Die Renaturierung der Jagst zwischen Schrezheim und Rotenbach ist ein wesentlicher Bestandteil der Landesgartenschauplanung. Die Architekten vom Büro relais haben diesen Teil in ihrem Siegerentwurf die „Jagstschleifen„ genannt, weil der Fluss hier wieder in Mäandern durch die Talaue fließen soll.

Seit der Jagstbegradigung, die 1955 abgeschlossen wurde, sind die Ufer mit Steinen befestigt, das Wasser ist am Stauwehr künstlich aufgestaut und die Ellwanger Jagst wurde dadurch bis kurz vor Schrezheim zu einem weitgehend stehenden Gewässer.

Der Aufstau hatte Vorteile für den Betrieb des Wasserkraftwerks in der Stadtmühle und auch die Angler nutzten das befestigte Ufer gerne. Der kanalartige Ausbau erleichterte auch die landwirtschaftliche Nutzung der Jagstaue. Doch für Tier und Pflanzenarten ist die Jagst seitdem eher karg. Flussaufwärts wandernde Fische kommen am Stauwehr nicht weiter.

Weil die Renaturierung ganz im Sinne des Natur- und Artenschutzes ist und auch die Situation im Hochwasserschutz verbessert, übernimmt das Land die Kosten für die Schaffung der „Jagstschleifen" komplett.

Es sind vor allem Erdarbeiten, die hier nötig werden, um das Flussbett neu zu modellieren. Durch die Schleifen wird sich die Jagst um 600 Meter verlängern. Steigt der Pegel, soll ein Teil des Wassers wie bei Saverwang über Land fließen. So entstehen Schilfzonen und zeitweise überflutete Feuchtwiesen mit ganz eigener Vegetation. Zudem werden Gehölze gepflanzt, die typisch sind für Flussauen, schnellwüchsige Weichhölzer, Weiden, Heister und andere. 

Die Gewässerdirektion des Landes bleibt für Pflege zuständig

Damit der Fluss bei Hochwasser den Hang nicht „angräbt“ werden stellenweise auch Befestigungen aus Altholz eingebaut. Im wesentlichen sollen die Mäander jedoch formbar bleiben. Das Flussufer wird zukünftig nah Hochwasser immer wieder nachgebessert werden müssen, um die Fuß- und Radwege zu sichern. Zuständig dafür bleibt die Gewässerdirektion als Landesbehörde.

In die Jagstschleifen mit dem zukünftig dichten Uferbewuchs wird nämlich ein 2,5 Meter breiter Steg gebaut, der dauerhaft vor dem frei mäandernden Fluss geschützt werden muss. Vom Hauterschließungsweg, der Jagstpromenade, auf der Fußgänger und Radfahrer zugelassen sind, zweigt ein Fußweg auf Holzbohlen ab, der zunächst nur knapp einen Meter über der Erde verläuft. Direkt über dem Wasser wird er schließlich zur Brücke. Das Bauwerk ermöglicht es, die Jagstschleifen zu erkunden, ohne die Tier- und Pflanzenwelt allzu sehr zu stören. Am anderen Ufer mündet der Steg in einen neuen Fußweg zwischen Rotenbach und Schrezheim.

Im Bereich der Jagstschleifen, jedoch näher zum Mühlgraben, entsteht der große Auenpark-Naturspielplatz. Zielgruppe sind Kleinkinder, Kindergarten- und Schulkinder, die auf dem Auenspielplatz die Natur spielerisch entdecken können. In kleinen Spielcocoons können sie sich verstecken, Lager bauen, klettern, balancieren.

Bei einem Hochwasser, das rechnerisch alle 100 Jahre vorkommt, wird der Bereich der Jagstschleifen und auch der Spielplatz großflächig überflutet sein. Der Bereich Schießwasen bleibt noch weitgehend trocken. Insgesamt werde der Hochwasserschutz an der Jagst durch die Landesgartenschau verbessert, betont der Geschäftsführer der LGS GmbH, Stefan Powolny: „Wir schaffen auf dem LGS-Gelände mehr Retentionsraum als heute zur Verfügung steht.“

Wie sich der Naturraum können folgende Zahlen veranschaulichen: Auf dem künftigen LGS-Gelände stehen aktuell 529 Bäume, von denen 300 bis 366 erhalten bleiben. 1000 Bäume werden neu gepflanzt, so dass die Fläche mehr als 800 Bäume hinzu bekommt.

Info: Die Landesgartenschau Ellwangen 2026 GmbH lädt Bürgerinnen und Bürger ein: Am Mittwoch, 4. Mai, von 17 bis 19.30 Uhr, werden in der Stadthalle Ellwangen die aktuellen Planungsunterlagen zur Gestaltung der Daueranlagen zur LGS vorgestellt werden. Dabei werden verschiedene Planer und Experten zu gegen sein und es soll einen offenen Austausch mit der Bürgerschaft stattfinden.

Wir schaffen auf dem Gelände mehr Retentionsraum als heute zur Verfügung steht.“

Stefan Powolny, Geschäftsführer LGS GmbH
Ein Steg und eine Brücke führen durch die Jagstschleifen und ermöglichen eine schonende Naturbeobachtung.

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