Die Landesgartenschau und die neue Brücke zum Fluss

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So soll die neue Bahnquerung aussehen (Ansicht von Norden). Entwurf: Jean-Jacques Zimmermann
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Eine lange Debatte führt zu wegweisenden Entscheidungen die Gestaltung der Landesgartenschau betreffend.

Ellwangen

Nach mehreren Monaten tagte der Ellwanger Gemeinderat am Donnerstagabend wieder in Präsenz. Die Stadthalle wurde so zum Schauplatz mehrerer Entscheidungen von großer Tragweite.

Es ging zu Beginn der Sitzung um die Gestaltung der Fußgängerverbindung von der Innenstadt zum künftigen Landesgartenschaugelände. Dass man hier über die Bahnlinie und die Straßen hinweg will, wurde bereits im vergangenen Jahr festgelegt. Doch welche Form und Ausdehnung das Brückenbauwerk haben soll, war bislang unklar.

Jetzt wurde der Entwurf des Architekten Jean-Jacques Zimmermann vorgelegt, der aus einer langen Abwägung unterschiedlichster Entwürfe übrig blieb. Das erklärte der Geschäftsführer der Landesgartenschau GmbH, Stefan Powolny.

Neben dem Zickzack-Steg des Büro relais mit befahrbarer Rampe und einer Länge von 140 Metern standen unterschiedliche Konstruktionen, etwa an Pylonen aufgehängte Tragseilbrücken zur Debatte. Dass man schließlich der schlanken Fußgängerbrücke mit Treppen und Aufzugtürmen den Vorzug gab, die der Planer als "Salamander" bezeichnet, lag auch an vorläufigen Beurteilungen durch das Regierungspräsidium Stuttgart bezüglich der Förderfähigkeit.

Zimmermann, der im Video zugeschaltet war, bezeichnete seinen Entwurf als "Gesamtorganismus" und als Erlebnis für die Benutzer. Als Bauwerk werde diese Brücke eine markante Rolle in der Landschaft übernehmen, bei Tag und auch bei Nacht, wofür eine funktionale Beleuchtung sorgen soll, die auch für verschiedene Events modifizierbar gestaltet werden kann.

Wie Oberbürgermeister Michael Dambacher feststellte, seien im Vorfeld Gespräche mit den Anliegern geführt worden. Dabeiseien auch Bedenken geäußert und Alternativen angeregt worden, die man aber erst noch prüfen müsse.

Entschieden werde das architektonische Konzept Zimmermanns, das in Details durchaus noch verändert werden könne.

Ich hatte gehofft, dass wir höher kommen.

Rudolf Wiedmann CDU-Gemeinderat

Die Männer und Frauen des Gemeinderats waren mehrheitlich angetan von dem Entwurf. Ablehnend äußerte sich Wolfgang Seckler: "Das ist kein Eyecatcher, die Planung wurde eher zurückgeschrumpft". Auch Rudolf Wiedmann äußerte Kritik: "Ich hatte gehofft, dass sie mutiger sind, dass wir höher kommen."

Am Ende wurde der Entwurf bei drei Gegenstimmen angenommen.

Gleich danach ging es um die Grundsatzentscheidung, das Stauwehr der Jagst zu entfernen und damit den Wasserspiegel um 2,13 Meter abzusenken.

Powolny machte deutlich, dass dieser Umbau die Jagst weder zum Rinnsal machen, noch zum Einsturz von Gebäuden am Ufer führen werde. Dies hätten die Untersuchungen im Vorfeld ergeben, wie die Gutachter im Bauausschuss ausführten.

Letztlich werde die Stadt für auftretende Schäden haften, weil das Wehr im kommunalen Auftrag nach Maßgabe der EU-Gewässerrichtlinie entfernt wird.

Michael Dambacher machte deutlich, dass die Jagst bei Niedrigwasser aus dem Bucher Stausee und anderen Stauseen des Gewässerverbands angereichert werde. Bei einer Gegenstimme (Hans-Peter Krämer) und zwei Enthaltungen wurde die Absenkung beschlossen.

Beim "Digilog" zum Thema Landesgartenschau können am 19. März um 17 Uhr Bürger Ideen einbringen und Fragen stellen. Anmeldung unter https://eveeno.com/LGSDigiLog.

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Das Stauwehr der Jagst wird zurückgebaut, der Gemeinderat hat die Absenkung des Aufstaus um 2,13 Meter beschlossen. Dann wird das Gewässer bei Ellwangen frei und ohne jeden Aufstau fließen.

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