Die Landesgartenschau wird konkret

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Schießwasen
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Aus der Machbarkeitsstudie ist ein konkreter Entwurf mit Kostenberechnung geworden. Die Daueranlagen kosten 46 Millionen Euro ohne JuZe-Neubau und Bahnquerung.

2022 wird das entscheidende Jahr.“

Michael Dambacher, Oberbürgermeister

Ellwangen

Die Machbarkeitsstudie für die Landesgartenschau 2026, mit der die relais Landschaftsarchitekten den Wettbewerb gewonnen haben, ist mittlerweile in einen konkreten Entwurf umgesetzt worden. Dieser Entwurf wurde einschließlich Kostenberechnung dem Gemeinderat vorgelegt.

Im Pressegespräch hatten Oberbürgermeister Michael Dambacher, die LGS-Geschäftsführer Stefan Powolny und Tobias de Haen sowie Marianne Mommsen und Lars Reineke (relais landschaftsarchitekten), die Details vorgestellt.

Erstmals gibt es konkrete Vorstellungen, etwa wie die drei Jagstbrücken aussehen sollen, die neu gebaut werden. Wegeführung, Spielplätze, der neue Campingplatz, der Jagststrand, der neue Schießwasen: alles gewinnt nun an Kontur.

Die zentralen Aussagen bleiben: die LGS wird aus einem kanalisierten Fluss und versiegelter Auenlandschaft einen naturnahen und ökologisch hochwertigen Erlebnisraum mit unmittelbarem Anschluss an die Innenstadt machen.

„Ellwangen bekommt einen Park geschenkt“, hat es der Vorsitzende des Preisgerichts, Stephan Lenzen, ausgedrückt und noch immer schwärmen die Geschäftsführer der LGS GmbH von dem, was an Daueranlagen geschaffen wird.

Besondere Bedeutung hat der „Brückenpark“ unter der Westtangente, weil dieser Spiel- und Freizeitbereich eine Scharnierfunktion zwischen Innenstadt und Landesgartenschaugelände haben wird. In diesem Bereich sollen zudem mehrere Hochbauprojekte realisiert werden. Damit die einzelnen Projekte sich vom Ablauf her nicht gegenseitig behindern, wurde ein Projektmanager eingestellt.

Dass die Landesgartenschau eine Reihe privater Investitionen auslösen wird, haben verschiedene Stellen von Beginn an betont. Für jeden von der Stadt investierten Euro könnten sechs oder sieben von Investoren ausgegeben werden. Tatsächlich befinde man sich in Gesprächen, sagte der OB, allerdings stehe im Moment vieles unter Vorbehalt, weil die Folgen des Ukrainekrieges nicht absehbar sind.

Michael Dambacher sprach die geplante Bebauung auf der Jagstinsel an, ein Tagungsforum beim Wellenbad und mögliche Investitionen rund um den Bahnhof. Die LGS habe Schub entwickelt für weitere Projekte mit dem Ziel Fertigstellung 2026.

„2022 wird das entscheidende Jahr“, sagt der OB, jetzt müssten die Entscheidungen getroffen werden, um gegebenenfalls Bebauungspläne noch auf den Weg zu bringen.

Weit gediehen sind die Planungen für den Campingplatz, die in Abstimmung mit den Betreibern entwickelt wurden. Der Platz rückt etwas von der Jagst ab und neben das Wellenbad, damit auf beiden der terrassenartig geformten Jagstufer Zugänge zum Wasser entstehen können.

Der nächste Kalte Markt 2023 wird der vorerst letzte sein, der noch auf dem Schießwasen stattfinden kann. Während der Umgestaltung muss ein anderer Platz gefunden werden, bis 2027 das Heimatfest wieder an die alte Stätte zurückkehrt.

Am Ende 60 Millionen Euro Gesamtkosten für die Stadt?

„Das wird ein Gartenschaugelände wie aus dem Bilderbuch“, sagt Tobias de Haen, der die Kosten der dauerhaften Anlagen auf 45,92 Millionen Euro brutto taxiert. Mehr als 40 Prozent davon trägt das Land über verschiedene Förderprogramme. Nicht enthalten sind in dieser Kalkulation die beiden Projekte Bahnquerung Bachgasse und Neubau Jugendzentrum.

Die kalkulierte der Stadtkämmerer Sebastian Thomer hinzu, ebenso die Begleitmaßnahmen und kam auf einen städtischen Anteil der Gesamtkosten der LGS von 42,5 Millionen Euro, Stand heute. Der Durchführungshaushalt ist dabei noch nicht berücksichtigt, weil er noch nicht taxiert werden kann. Hariolf Brenner ging davon aus, dass die Landesgartenschau die Stadt am Ende 60 Millionen Euro kosten werde. Eine Summe, die unter anderem Walter Schlotter erschreckte: „Wie sollen wir das finanzieren?“

Nach längerer Diskussion zeichnete sich jedoch ab, dass die klare Mehrheit bereit war, auch diese Summe in Kauf zu nehmen. Bei zwei Gegenstimmen (Walter Schlotter, Rudi Kitzberger) und drei Enthaltungen (Albert Schiele, Gunter Frick,Wolfgang Seckler) wurde der Entwurf beschlossen.

Info: Wir werden Details der LGS-Planung unseren Leserinnen und Lesern in einer Serie präsentieren. Am 4. Mai um 17 Uhr soll in der Stadthalle die Planung der Bürgerschaft vorgestellt werden.

Der Vorher-Nachher-Effekt: Blick über den Schießwasen zur Innenstadt, heute (oben) und wie er nach Umgestaltung zu einem ökologisch wertvollen Stadtpark aussehen soll. Foto/Grafik: LGS GmbH

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