Die Landesgartenschaupläne im Detail

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Der Übersichtsplan des Siegerentwurfs: Aktionsflächen konzentrieren sich im Bereich Schießwasen, die Natur der Jagstschleifen werden nur wenig Wege stören.
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Die Führungen zu den Entwürfen für die Landesgartenschau 2026 waren so schnell ausgebucht, dass zusätzliche Termine angesetzt werden mussten.

Ellwangen

Benn Spellenberg ist Ingenieur bei der Landesgartenschau Ellwangen 2026 GmbH. "Ich habe mich auch deshalb beworben, weil mir die Stadt so gut gefällt", erzählt er den zwölf Personen, die am Dienstagnachmittag zu seiner Führung in den kleinen Sitzungssaal gekommen sind.

Spellenberg hat auch bei der Bundesgartenschau Heilbronn gearbeitet. Er weiß, wie die organisatorischen Abläufe sind und wie Entwürfe realisiert werden. "Es wird nicht alles eins zu eins umgesetzt werden, manche Ideen werden an Belange des Artenschutzes angepasst werden oder aus anderen Gründen modifiziert."

Zunächst einmal werde man nun versuchen mit dem Büro relais, das den Siegerentwurf gefertigt hat, einen Vertrag über die Umsetzung abzuschließen. Das Preisgeld, 100 000 Euro, werde in das Honorar eingerechnet werden.

Die Bauarbeiten würden voraussichtlich in Schrezheim beginnen und sich dann immer weiter zum Schießwasen ziehen. "Die Jagstschleifen sollten bereits 2025 fertig sein, damit auch noch ein Hochwasser darüber gehen kann", sagt Spellenberg. Wie viel Erde für den Plan bewegt werden muss, wurde noch nicht ausgerechnet. Es wird eine ganze Menge sein und man werde versuchen den Boden vor Ort zu verwenden, etwa für die Aufschüttung am Schießwasen.

Bäume müssen bald gepflanzt werden, damit sie 2026 auch eine respektable Größe haben. In der Jagstaue sei davon auszugehen, dass überwiegend Erlen, Weiden und Pappeln, also schnell wachsende Gehölze, verwendet werden. "Bestehende Bäume werden erhalten, wo immer es möglich ist", sagt der Ingenieur, macht aber auch darauf aufmerksam, dass durch die Absenkung des Wasserspiegels um 1,5 Meter mancher Baum Probleme bekommen könnte.

Die große Parkwiese am Schießwasen werde wohl zuletzt angelegt, weil der Schotterrasen schnell anwächst und weil die Fläche vermutlich auch als Aufstellfläche für die Baufirmen genutzt wird.

Der Kocher-Jagst-Radweg wird über Rotenbach geführt

Bäume werden erhalten, wo immer möglich. Bei manchen kann es schwierig werden, wenn der Wasserspiegel um 1,5 Meter tiefer liegt.

Benn Spellenberg Bauingenieur der LGS 2026 GmbH

Der Mitarbeiter der LGS GmbH spricht die Führung des Kocher-Jagst-Radweges auf der stadtabgewandten Seite der Jagst an. Das habe der Jury gut gefallen und auch, dass die Aktionsflächen wie Stadtstrand, Jagstbalkon und Brückenpark dicht an der Stadt und beieinander liegen. In den Jagstschleifen entstehe ein naturnahes Areal mit wenig Wegen und wenig Störung für die Tierwelt.

Hinterfragt wird die Funktionalität des Fußgängersteges über die Bahnlinie wegen der eigenartigen Führung im Zickzack. "Eine kurze und direkte Linie wäre wohl sinnvoller", meint Eberhard Veit. Spellenberg verweist auf das neue Jugendzentrum und auf das geplante Geschäfts- und Parkhaus auf der Jagstinsel: der Steg tangiere beide Häuser und biete Möglichkeiten von Gastronomie oder Aufenthaltsflächen.

Der Mühlkanal braucht eine Lösung mit Pumpe

Elfriede Lingel befürchtet, dass der Denkmalschutz bei Stadtmühle und Mühlkanal nicht ausreichend berücksichtigt werde. "Der Mühlkanal bleibt doch erhalten", sagt Spellenberg, auch wenn wohl das Wasser dafür gepumpt werden muss. Da das Stauwehr zurückgebaut wird, kann der Mühlkanal wohl nicht mehr natürlich angeschlossen werden.

Der Brückenpark mit Kletterwänden und Skateranlage wird nicht durch die Schießwasen-Stadt-Verbindung gestört. Auch dies bewertete die Jury positiv, wie auch die Haine, die Schatten und Natur in diesen Sport- und Spielbereich bringen.

Mit dem Auenspielplatz zwischen Rotenbach und Schrezheim kommt ein weiteres Angebot für Kinder und Familien hinzu, erklärt Spellenberg: "Die Ellwanger bekommen eine wirklich schöne Parklandschaft direkt beim Stadtzentrum. Das ist der große Gewinn durch die Daueranlagen der Landesgartenschau 2026."

Der stadtnahe Teil der Daueranlagen: Am Schießwasen sind zwei Spielfelder vorgesehen, die aber mit belastbarem Belag, vermutlich Asphalt, auch für andere Zwecke nutzbar sind.
So stellt sich das Büro relais den Stadtstrand vor. Im Hintergrund ist der begrünte Schießwasen zu sehen. Die Terrassenform bietet Zuschauern bei Veranstaltungen bessere Sicht. Grafik: Büro relais

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