Die Rampen aus Lego sind in Arbeit

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Schüler der Rupert-Mayer-Schule arbeiten an den Rampen.
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Hermann Betz berichtet im Kulturausschuss aus dem Seniorenrat. In das Projekt „Ellwanger Rampen“ sind Schülerinnen und Schüler der Rupert-Mayer-Schule eingebunden.

Ellwangen

Die Arbeit des Seniorenrats wurde durch die Pandemie ein Stück weit ausgebremst, das machte der Vorsitzende Hermann Betz im Kulturausschuss deutlich. Die wöchentliche Beratung und Information im Büro bei der Volkshochschule, der Bürgertreff und der Mittagstisch für Senioren in der Marienpflege, Aktionen wie Informationsstände mussten vorübergehend eingeschränkt oder ganz abgesagt werden.

Was weiterlief, waren politische Projekte, etwa der Protest gegen die Schließung des Fahrkartenschalters am Bahnhof sowie die Teilnahme an verschiedenen Seminaren des Landesseniorenrats.

Was auch stattfand, war eine Umfrage per Brief unter den 330 Mitgliedern. Darin wollte der Vorstand wissen, wie die Mitglieder zur Idee eines Bürgertreffs im K&L-Gebäude und zur Landesgartenschau 2026 stehen. Die Antwort in Sachen Bürgerhaus sei sehr positiv gewesen, zur LGS meldeten 42 Bedenken an, vor allem finanzieller Art.

Oberbürgermeister Michael Dambacher sah darin den Auftrag, für die LGS zu werben und versprach zur nächsten Mitgliederversammlung zu kommen.

Ungebremst ist auch das Projekt „Ellwanger Rampen“, für das der Seniorenrat sogar Fördermittel des Landes bekommen konnte. Mit mobilen Rampen aus Legosteinen sollen Geschäfte und Gebäude, die sonst nur über Treppen erreichbar sind, barrierefrei gestaltet werden. Die bunten Gebilde sollen gleichzeitig anzeigen, wie wichtig Barrierefreiheit in der Stadt für alle Menschen ist, die auf Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind.

Entwickelt und hergestellt werden die Rampen zusammen mit der Klasse 8 der Rupert-Mayer-Schule. Der Lehrer Matthias Seitzer stellte mit den Schülern bereits Modelle her, mit verschiedenen Neigungen und Ausformungen. Eine Rampe wurde bereits am Rathaus mit Rollstuhlfahrern getestet.

Die Legosteinrampen haben ein beachtliches Gewicht, vor allem, wenn man sie so breit baut, dass sie gut zu befahren sind. Derzeit tüfteln die Schüler auch noch an einer seitlichen Begrenzung, an der ein Rollstuhlfahrer erspüren kann, ob er noch richtig liegt.

Spendenaufruf gestartet

Für die Rampen, die der Seniorenrat im Stadtgebiet aufstellen möchte, sind eine Menge Legosteine erforderlich. Deshalb wurde vor Weihnachten ein Spendenaufruf gestartet, der bislang allerdings nicht die Mengen brachte, die man erhofft hatte.

Weitere Aktivität, die Hermann Betz für das laufende Jahr ankündigte, war die Wiederaufnahme der Internetschulung für Seniorinnen und Senioren durch Schüler der Eugen Bolz Realschule. Außerdem soll der seniorenfreundliche Service in Geschäften und Lokalen der Innenstadt ein zweites Mal getestet werden. 54 Geschäfte bekamen im ersten Durchlauf das Prädikat des Seniorenrats. Ein wichtiges Detail seien beispielsweise Sitzplätze, auf denen alte Menschen kurz hinsitzen können.

Der Seniorenrat hat sich auch mit der Einrichtung von Plätzen für eine Tagespflege beschäftigt. 17 wurden im Seniorenheim der Anna Schwestern eingerichtet. Doch der Bedarf sei deutlich höher, bestätigte auch Rudolf Wiedmann (CDU). Problem sei allerdings ein Fahrdienst, den bislang nur die Anna Schwestern anbieten können.

Mehr Tagespflegeplätze nötig?

Nicole Bühler, die städtische Beauftragte für Familien, Frauen, Senioren, Soziales, teilte mit, dass man derzeit dabei sei, den Bedarf zu analysieren, sowohl für die Tagespflege wie auch für einen Fahrdienst.

Ein weiteres Seniorenrat-Projekt ist das „Schwätzle-Bänkle“, das die Stadt am Fuchseck aufgestellt hat. Betz regte an, im Garten der Methodiuskapelle an der Mauer weitere solche Bänke aufzustellen. „Die Kapelle ist ein Kleinod und der Garten wäre sehr gut geeignet für die Altenheimbewohnerinnen und -bewohner im Schönen Graben, um sich in der Nähe der Einrichtung im Grünen zu treffen.“

Wichtig seien allerdings Sitzbänke mit Rückenlehne, die derzeit dort aufgestellten Sitzbänke seien nicht geeignet.

Betz war auch zuversichtlich, dass bald wieder die beliebten Tagesausflüge für Senioren angeboten werden können. Der erste sei im Oktober geplant.

  • Wo man Legosteine spenden kann
  • Wer Legosteine übrig hat und sie für die Barrierefreiheit in Ellwangen spenden möchte, kann seinen Beitrag bei der Tourismusinformation, in der Stadtbibliothek, in Tonis Ladencafé, bei Juwelier Hunke, Optik Hunke, Optik Stade, VR Bank Ellwangen, Buchhandlung Rupprecht, Wellenbad und im Rathaus abgeben. Ansprechpartnerin bei der Stadt ist Annette Diessner, Tel. 07961 84-293.
Schüler der Rupert-Mayer-Schule arbeiten an den Rampen.
Schüler der Rupert-Mayer-Schule arbeiten an den Rampen.
Rampen aus Legosteinen für die Ellwanger Treppenstufen: Noch befinden sie sich in der Entwicklung.
Rampen aus Legosteinen für die Ellwanger Treppenstufen: Noch befinden sie sich in der Entwicklung.
Die Ellwanger Rampen werden von der Klasse 8b der Rupert-Mayer-Schule für den Seniorenrat gebaut, zusammen mit dem Lehrer Matthias Seitzer.

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