EATA soll im Mai in den Z-Bau einziehen

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Die neuen Architekten Heiner Roth und Ronny Bimbös mit Elisabeth Balk im Bauteil C, der im Mai kommenden Jahres fertig sein soll.
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Im größten Gebäude der Stadt wird gearbeitet, Asbestsanierung und Ausbau der Wohn- und Gruppenräume laufen parallel.

Ellwangen Vor der Sitzung im Rathaus sah sich der Bauausschuss den Stand der Arbeiten im Z-Bau auf dem ehemaligen Kasernengelände an. Im Juni hatte eine aktuelle Kostenschätzung ergeben, dass der Umbau der ehemaligen Truppenunterkunft zur EATA (Ausbildungsakademie für junge Leute aus Süd- und Südosteuropa) statt 15,7 rund 26,2 Millionen Euro kosten wird.

Schwierigkeiten bereiten den Architekten vor allem Mängel an den Romy-Decken und an den Wänden und Böden. Praktisch alle nichttragenden Wände werden neu eingezogen, weil sonst die erforderlichen Werte beim Schallschutz nicht zu halten wären. Die Parkettböden werden aus demselben Grund durch Estrich ersetzt. Die Bauarbeiten im Bauteil C relativ weit. Bis auf kleinere Ausstattungselemente wie Vorhänge sind alle Arbeiten vergeben. Die jüngeren Ausschreibungen liegen unter den Kostenberechnungen, aktuelle Preissteigerungen im Bausektor seien nicht spürbar, sagt Architekt Heiner Roth vom Büro Roth und Partner (Kitzingen). Sein Bauleiter Ronny Bimbös erläutert die Defizite an den Decken: Die Armierung der Betonteile rostet, der dünne Betonguss ist teilweise abgeplatzt. "Diese Decken dürfen nicht zusätzlich belastet werden", erklärt er, warum in den Schulungsräumen Cocoon-Träger eingespannt werden, um daran die neue Decke abzuhängen.

Während der Ausbau in den acht Schulungsräumen im Erdgeschoss und in den Appartements darüber bis Mai 2022 fertig wird, bleibt das Dachgeschoss ausgenommen. Hier läuft aktuell die Asbestsanierung. Ein Ausbau zu Freizeit- und Aufenthaltsräumen, wie ursprüngliche geplant, fällt vorerst flach. Stattdessen soll es so schnell wie möglich in den Bauteilen B und A weitergehen, wo im Erdgeschoss neben Schulungs- auch Verwaltungsräume vorgesehen sind. Bis man hier so weit ist, müssen sich die Lehrer vermutlich im Gebäude nebenan besprechen.

Elisabeth Balk, Leiterin des Stadtplanungsamts, ist zuversichtlich, dass die Kosten bei 26,2 Millionen Euro bleiben. Allerdings drücken nicht nur die Kosten sondern auch die Bauzeit. Weil die EU-Fördermittel zeitlich beschränkt sind, muss bis zum Juni 2023 das komplette Projekt abgerechnet werden. Bauteil B und A sollen bis April 2023 fertig sein. Das erfordert eine stringente Bauleitung und zuverlässige Bauunternehmen. Zuletzt waren Vertragsnehmer aus unterschiedlichen Gründen abgesprungen.

Die extreme Kostensteigerung zur ursprünglichen Schätzung führen die neuen Architekten nur zum Teil auf den zeitlichen Verzug zurück. "Wir meinen, dass von Beginn an die Kosten zu niedrig angesetzt waren", sagt Heiner Roth. Sein Büro hat das Gebäude komplett neu untersucht und aufgrund der eigenen Untersuchung gerechnet. Das Programm wurde bereits eingedampft. Beispielsweise wird im Bauteil C der Aufzugschacht zwar angelegt, jedoch kein Gerät eingebaut. Erst wenn sich im Betrieb der EATA zeigt, dass der eine Aufzug im Bauteil A nicht ausreicht, wird ein zweiter montiert.

Gerhard Königer

"Diese Decken dürfen nicht zusätzlich belastet werden"

Ronny Bimbös, Bauleiter
Im Erdgeschoss, Bauteil B, entsteht der Haupteingang mit Empfangsbereich. An den Wänden sieht man noch die Wappen der hier einst stationierten Bundeswehr-Truppenteile.
Heiner Roth und Elisabeth Balk in einem der späteren Appartements. Die Küchen liefert die Ellwanger Stengel GmbH.
Der Bauteil C des Z-Baus, in dem derzeit hauptsächlich gearbeitet wird. Er soll ab Mitte nächsten Jahres bezugsfertig sein.
Elisabeth Balk und Bernd Klein in einem der späteren Appartements: die Fenstergesimse und Türleibungen aus Formstein stehen unter Denkmalschutz.

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