Ein Beispiel, wie eine Dreifach-Nutzung funktioniert

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Viel Interessantes gab es auf der Lehrfahrt der Forstbetriebgemeinschaft Ellwangen zu erfahren. Foto: privat

Nach zwei Jahren Pause wieder Lehrfahrt der Forstbetriebsgemeinschaft Ellwangen.

Ellwangen. Nach zwei Jahren Pause hat die Forstbetriebsgemeinschaft Ellwangen wieder eine Lehrfahrt unternommen. Und stieß mit diesem Angebot auf viel Interesse.

Die Lehrfahrt führte in den nahe gelegenen Forst der Waldgenossenschaft Röttingen. Der ungefähr 350 Hektar große Genossenschaftswald ist in 80 Anteile aufgeteilt mit rund 90 Eignern. Diese Zahl schwankt durch Vererben oder Verkauf immer wieder. Durch einen Betreuungsvertrag mit dem Forstamt werden alle anfallenden Arbeiten von Revierförster Peter Weber geplant, vergeben und überwacht, natürlich in Absprache mit der Waldgenossenschaft, wie berichtet wurde.

Besonderes Interesse fand die Neuanlage einer Agroforstkultur, in der gezielt Wertholz heranwachsen soll. In einem Wuchsverband von vier mal sechs Meter wurden vor gut zehn Jahren Nussbäume, Kirschbäume und weitere heimische Obstbäume aus zertifizierten Wuchsgebieten eingepflanzt.

Dreifach-Nutzung ist möglich

Durch Wertastung soll ein astfreier Schaft von rund sechs Metern nach ungefähr 60 Jahren erreicht werden. Bei optimalem Verlauf darf mit einer dreifachen Nutzung der Fläche gerechnet werden: Der Grasbewuchs, welcher bis jetzt arbeitsintensiv mit der Motorsense gemäht worden sei, werde seit kurzem von Galloway Rindern abgeweidet. Die Früchte der Bäume können geerntet werden und am Ende erfolgt die Hauptnutzung von Wertholz, welches hoffentlich auf dem nahe gelegenen Submissionsplatz Spitzenpreise erzielen werde, hieß es in den Ausführungen. Nur durch finanzielle Vorleistung und Pflege der Bestände könne dieses Ziel erreicht werden.

Im eigentlichen Wald der Genossen, erklärte Peter Weber, werde seit geraumer Zeit der Fichtenanteil bewusst zurückgedrängt und vorwiegend durch Douglasie ersetzt. Die ersten Douglasien seien hier schon vor ungefähr 60 Jahren gepflanzt worden und erreichten mittlerweile gute Verkaufserlöse. In der Pflege der Douglasie sei vor allem das Anbringen und Entfernen von Schutzhüllen, zum Schutz vor Wildverbiss und Fegeschäden, sowie die Wertastung auf zehn Meter arbeits- und kostenintensiv.

Kürzere Umtriebszeiten vermindern so das Betriebsrisiko und Kalamitätsnutzungen erheblich. Wüchsige Mischbestände aus Douglasie, Buche, Fichte und begleitenden Baumarten prägen das Waldbild. Was auch gewünscht ist, um eine gesunde Vielfalt und dadurch eine höchstmögliche Risikominimierung in Zeiten des Klimawandels zu erhalten.

Nach einer Stadtführung durch Nördlingen sagte die Vorsitzende Irmgard Häußer, sie hoffe, dass es im nächsten Jahr wieder mit einer Lehrfahrt klappe.

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