Ein Ersatz für die Aufsichtsbaracke

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Das Gebäude 103 hat den Charme einer Luftaufsichtsbaracke aus dem Kalten Krieg. Genutzt wird es als Aufenthaltsraum für die städtischen Mitarbeiter, die den Kunstrasenplatz und das Sportgelände Hungerberg in Schuss halten sowie zur Unterbringung der dafür notwendigen Maschinen.
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Beim Ortstermin am Sportgelände Hungerberg fordern die Mitglieder des Ausschusses eine klare Kalkulation für Sanierung oder Neubau der Platzwartbaracke.

Ellwangen

Das Gebäude 103 auf dem Konversionsgelände wurde eigentlich zum Abbruch erworben. Die kahle Betonbaracke mit Garage und löchrigem Dach stammt noch aus der Zeit des Kalten Krieges. Hier saß einmal ein Posten, der über die unweit davon gelagerten Treibstoffvorräte der Bundeswehr wachte. Seitdem das Land der Stadt den Kunstrasenplatz gebaut hat, sind hier die Maschinen und Vorräte untergebracht, die man für dessen Pflege braucht. Und der städtische Mitarbeiter, der das Sportnebenzentrum in Schuss hält, hat hier einen beheizbaren Aufenthaltsraum.

Im vorigen Jahr hat der Konversionsbeauftragte Ulrich Nagl auf gut Glück einen Förderantrag für Abriss und Neubau des maroden Wachgebäudes gestellt. Und tatsächlich wurde der Antrag im Landesprogramm für die Sanierung von Sportanlagen auf Konversionsflächen positiv beschieden, immerhin 106 000 Euro. Die Gesamtkosten schätzte man damals ganz grob auf rund 395 000 Euro. Als der Gemeinderat in den Haushaltsberatungen 2021 mit dem Vorhaben konfrontiert wurde, kam jedoch die Aussage „brauchen wir nicht“. Die Beratungen waren geprägt durch finanzielle Unsicherheiten der Coronapandemie. Zwischenzeitlich zeigt sich, dass die Stadt wohl mit einem millionenschweren Plus der Gewerbesteuer durch das Jahr kommt.

Die Stadtverwaltung hat den Zuschuss bislang nicht zurückgegeben. Stattdessen möchte Oberbürgermeister Michael Dambacher das Projekt in den anstehenden Beratungen für den Haushaltsplan 2022 noch einmal zur Diskussion stellen.

„Der Kunstrasenplatz bleibt uns erhalten, die Hungerberghalle auch. Und der Mitarbeiter, der hier nach dem Rechten schaut, sollte ordentlich untergebracht sein“, sagte er.

Martin Schäffer vom Stadtbauamt führte den Bauausschuss zu Baracke, Kunstrasenplatz, Hungerberghalle samt angebautem Sanitärtrakt und sogar zum Baseballplatz. Elisabeth Balk, Leiterin des Stadtbauamts, erklärte, man habe sich noch nicht für einen Standort entschieden. Möglicherweise könne man die frostsichere Garage für den Rasentraktor und den Aufenthaltsraum für den städtischen Mitarbeiter auch getrennt anlegen. Man habe über einen Anbau an den Sanitärtrakt der Hungerberghalle sinniert. Peter Müller (CDU) meinte, eine Containerlösung oder eine Sanierung der Baracke würden möglicherweise ausreichen. Der OB winkte ab, eine Sanierung sei nicht klimagerecht zu realisieren und den Zuschuss gebe es nur für einen Neubau. Rudolf Kitzberger (Grüne) meinte, der Bedarf für dieses Gebäude müsste klarer dargestellt werden. Er riet zu einer gegenüberstellenden Planung, die aufzeige, was sinnvoller ist: Neubau oder Sanierung.

Der Oberbürgermeister nahm das Votum der Ausschussmitglieder als Handlungsauftrag mit. Das Projekt soll nun klarer ausgearbeitet und im Zuge der Haushaltsberatungen neu vorgestellt werden. Der Zuschuss hat noch bis 2024 Bestand. Gerhard Königer

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