Ein Festtag für die Fleckviehzucht

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Harmonie zwischen Mensch und Tier: vorne die Drillinge Lina, Lara, Lars Gollitscher, hinten Klaus Mayer und Lehrling Andreas Hammele sind eins mit ihren Tieren.

Der Fleckviehzuchtverein Ellwangen feiert sein 100-jähriges Jubiläum mit einer großen Tierschau am 28. Mai auf dem Ellwanger Schießwasen.

Ellwangen.

Der Fleckviehzuchtverein Ellwangen wurde 1922 gegründet, um die Nahrungsmittelversorgung nach dem Ersten Weltkrieg zu sichern. Bei der Zucht sollten bestimmte Eigenschaften der Tiere verbessert werden, um den Milchertrag zu erhöhen. Nach 100 Jahren habe dieses Anliegen besonders in der letzten Zeit wieder neue Brisanz gewonnen, so Klaus Mayer vom Lindenhof, der seit 21 Jahren Vorsitzender des Fleckviehzuchtvereins ist. Man könne eine verstärkte Wertschätzung der Nahrungsmittel und der landwirtschaftlichen Arbeit unter den Menschen beobachten.

Mit einer Rindviehschau am 28. Mai auf dem Schießwasen will der Fleckviehzuchtverein mit den Rinderzuchtvereinen Ostalb und Neresheim das Jubiläum mit einem Wettbewerb unter den Züchtern feiern. Gleichzeitig möchte man der Bevölkerung die Arbeit in der Landwirtschaft näherbringen. "Es ist etwas ganz besonderes, wenn man heute Tiere vom Land in die Stadt bringt", meint Petra Mayer. Bei der Tierschau könnten die Menschen sehen, wie harmonisch Mensch und Tier im Einklang miteinander leben.  

Die letzte Bezirksrindviehschau des Fleckviehzuchtvereins in Ellwangen war vor sieben Jahren. Inzwischen ist der Verein auf 48 aktive Betriebe mit über 3700 Kühen im Raum von Schwäbisch Hall bis Westhausen angewachsen. Mit einer durchschnittlichen Milchleistung von 8800 Kilogramm im Jahr pro Kuh ist der Ellwanger Verein führend in Baden-Württemberg. Aktuell arbeitet der Fleckviehzuchtverein unter anderem an der Hornloszucht, die Vorteile für Tier und Mensch bringt. Bei genetisch hornlosen Tieren müssen die Hörner später nicht entfernt werden.

Bei der Rindviehschau wird der Fleckviehzuchtverein unter anderem seinen Züchtungs- und Leistungsstand präsentieren. Verschiedene Zuchtprogramme, bei denen die besten Kühe mit den besten Bullen gepaart werden, konnten die Milchleistung der Tiere in den letzten Jahren zwar erhöhen, dabei müsse man sich aber darüber klar sein, dass eine hohe Leistung nur erzielt werden kann, wenn es den Tieren gut geht und sie sich wohlfühlen, so Klaus Mayer. Neben guten Fitness- und Vitalwerten sei ein guter Charakter das wichtigste Zuchtziel, denn dieser bestimme, wie man mit einem Tier arbeiten kann.

Am 28. Mai werden auf dem Schießwasen immer je sechs bis sieben Kühe gleichzeitig vorgeführt. "Man kann sich das wie eine Miss-Wahl vorstellen", meint Christina Mändl, Geschäftsführerin vom Fleckviehzuchtverein Ellwangen, die sich besonders auf diesen Tag freut, da sie die schönsten Fleckviehkühe der Ostalb auf einen Fleck sehen kann. Die Zuchtleitung der Rinderunion und aktive Züchter werden die Kühe dann nach verschiedenen Kriterien bewerten und ihre Entscheidung begründen. Die Preise werden von den angeschlossenen Verbänden und Genossenschaften gespendet. Prämiert werden neben der Gesamtsiegerkuh unter anderem auch die Kuh mit dem besten Euter und die Kuh mit dem besten Fleisch, denn das Fleckvieh ist eine Zweinutzungsrasse. Neben der Milch ist das Fleisch der Tiere auf der ganzen Welt gefragt.  

Auch Kälber und Bullen werden auf der Viehschau prämiert. Die Kälber werden in einem Wettbewerb von Kindern vorgeführt, die teilweise nicht unmittelbar aus der Landwirtschaft kommen. Petra Mayer erklärt, dass die Kinder eine besondere Verantwortung für die Kälber übernehmen müssen. So gelte es beispielsweise, den Kontakt zwischen Mensch und Tier durch ständiges Zureden aufrechtzuerhalten und genau zu beachten, wie lange der Strick sein darf, an dem das Tier geführt wird. Man wolle so die nötige Sensibilität im Umgang mit den Tieren an die nächste Generation weitergeben.

Die Tierschau beginnt am Samstag, 28. Mai um 10 Uhr auf dem Schießwasen mit einer Tiersegnung. Maschinenring und Futtermittelfirmen werden mit Ausstellungsfahrzeugen und Informationsständen präsent sein. Für die Bewirtung sorgt der Frauentreff Eggenrot. Zudem wird Eis vom Bauernhof verkauft. 

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