Ein Missionar, der Halt gibt

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Bischof Dr. Gebhard Fürst (Zweiter von links) und Pfarrer Michael Windisch beteten am Grabe von Pater Philipp Jeningen und dankten für dessen Wirken.
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Bischof Dr. Gebhard Fürst ehrt in einem Vespergottesdienst Philipp Jeningen. Der Papst hat ein Wunder des Jesuitenpaters anerkannt.

Ellwangen

Zu Ehren des Volksmissionars Pater Philipp Jeningen machte Bischof Dr. Gebhard Fürst am Sonntag auch Station an seinem Grab in der Liebfrauenkapelle in der Basilika, hielt dort inne und betete.

Der Jesuitenpater genießt auch heute noch eine hohe Wertschätzung in der Bevölkerung. Er wird als „Apostel des Virngrunds“ verehrt. Bei einer Pontifikalvesper, einem Abendgebet mit dem Bischof und Pfarrer Michael Windisch, wurde jetzt seiner Person und seines Wirkens gedacht.

Anlässlich des nun angeschlossenen Wunderprozesses stattete Bischof Dr. Gebhard Fürst Ellwangen einen Besuch ab, um an seinem Grab zu beten. Nach der Anerkennung eines Wunders durch Papst Franziskus ist nun der Weg frei für die Seligsprechung von Pater Philipp Jeningen, der von 1642 bis 1704 lebte. Papst Franziskus erkannte ein seiner Fürsprache zugeschriebenes Wunder als letzte Stufe zur Seligsprechung an.

Bischof Fürst hat den Wunderprozess selbst vor rund zehn Jahren eröffnet. Er freute sich sichtlich mit der Kirchengemeinde St. Vitus und dem Jesuitenorden über die Anerkennung eines Wunders auf die Fürsprache von Jesuitenpater Philipp Jeningen.

„Ein todkranker Mann wurde auf das Anrufen Pater Philipp Jeningens nach ein paar Tagen vollständig geheilt“, bemerkte Pfarrer Windisch dazu. Auch nach eingehender medizinischer Überprüfung sei die Heilung nicht erklärbar gewesen, so Windisch weiter. Die unerwartete Heilung wurde schließlich als Wunder anerkannt.

„Katholikinnen und Katholiken in Ellwangen und in unserer ganzen Diözese verehren Pater Philipp Jeningen seit vielen Jahrhunderten, bitten weiterhin um seine Fürsprache und sind ihm treu geblieben. Er ist für uns alle ein Vorbild, weil er den Menschen das Evangelium nahegebracht hat und damit missionarische Kirche war“, betonte Bischof Fürst im Anschluss.

Ein Volksmissionar

Als Volksmissionar war Pater Philipp Jeningen im 17. Jahrhundert in Ellwangen tätig. Der aus Eichstätt stammende Jesuit wirkte zunächst als Lehrer in Mindelheim und Dillingen, ehe er 1680 nach Ellwangen gesandt wurde. Als Beichtvater war er vor allem auf dem Schönenberg sowie in der Basilika tätig. „Pater Philipp Jeningen ging auf die Menschen zu und hatte ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Nöte und wurde immer mehr zum Volksmissionar“, erklärte Bischof Fürst. Hingebungsvolle Predigten über das Leiden Jesu, die Erlösung und die Liebe Gottes zeichneten sein Wirken aus. Aber auch stundenlanges Beichthören und Hausbesuche bei alten und kranken Menschen gehörten zu seinem Lebensalltag.

Innehalten am Grab

Nach den Redebeiträgen und Gesang hielten Pfarrer Michael Windisch und Bischof Dr. Gebhard Fürst in der Liebfrauenkapelle am Grab von Pater Philipp Jeningen inne. Sie dankten für dessen unermüdliches Wirken zum Wohle der Menschen.

Ein todkranker Mann wurde auf das Anrufen Pater Philipp Jeningens vollständig geheilt.“

Michael Windisch, Pfarrer

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