Ein Sommer ohne Freibäder?

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Normalerweise wäre hier jetzt Hochbetrieb, doch das städtische Naturfreibad Kreßbachsee bleibt geschlossen.
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Warum sich der Geschäftsführer der Ellwanger Bädergesellschaft kaum noch Hoffnungen auf eine Öffnung der Freibäder in diesem Jahr macht.

Ellwangen

Erwartungsmanagement betreibt Stefan Powolny derzeit, wenn es um die Badesaison 2020 geht.

Der Geschäftsführer der Stadtwerke GmbH und der Ellwanger Versorgungs- und Bädergesellschaft mbH konnte noch im Dezember einen Besucherrekord für 2019 vermelden, doch in diesem Jahr wird es durch Corona bitter, weiß Powolny: "Uns fehlen jeden Monat etwa 100 000 Euro Umsatz. Der Schaden ist enorm."

Besserung ist nicht in Sicht. Die Freibadsaison hätte spätestens Anfang Mai starten sollen, doch die Corona-Verordnung des Landes verbietet dies.

"Wir hatten am Montagmorgen eine Konferenzschaltung der Bäderchefs des Landes Baden-Württemberg. Der Mai ist für uns im Grunde durch, wir erwarten Stand jetzt keine Öffnung vor Juni." Und damit sinkt auch die Wahrscheinlichkeit, dass Freibäder in diesem Jahr überhaupt noch öffnen. "Es hängt natürlich immer vom Typ des Bades ab. Wir brauchen eine gewisse Vorlaufzeit und Planungssicherheit, um die Bäder wieder öffnen zu können."

Derzeit finden etwa im Wellenbad Ausbesserungs- und Wartungsarbeiten an den Fliesen im Becken statt, die normalerweise in der Sommerschließung vorgenommen werden. Auf der Empore schleifen Handwerker die Holzböden und lassen sie neu ein. Auch andernorts zieht die Bädergesellschaft derzeit Arbeiten vor, soweit möglich: "Wir investieren im Limesfreibad Pfahlheim jetzt wie geplant, da hängen auch Fördergelder dran. Der Kinderbereich im Becken wird aufgewertet und im Außenbereich verbessern wir das Angebot am Spielplatz. Zudem erneuern wir dort jetzt Komponenten der Technik." Danach gehen die meisten der 35 Mitarbeiter in Kurzarbeit.

Wenn überhaupt, wird die Bädersaison gruselig.

Stefan Powolny Geschäftsführer

Immerhin: Im Falle einer Lockerung wäre der Kreßbachsee als Naturfreibad relativ schnell am Start. "Eine Woche Vorlauf bräuchten wir aber auch da", meint Powolny. Doch selbst dann blieben organisatorisch mehr Fragen als Antworten: "Wie sollte das dann aussehen? Schwimmen mit Mundschutz?"

Im Sanitärbereich und den Umkleiden ließe sich die Abstandsregel noch einigermaßen umsetzen, auch hier kann der Kreßbachsee dank Freiluftduschen punkten. "Aber schon bei der Besucherzahl gibt es Probleme, wenn wir nur eine begrenzte Anzahl einlassen dürften. Wir haben durch Personal und Unterhalt laufende Kosten. Freibäder leben von vielen Besuchern,."

Die Wirtschaftlichkeit macht über kurz oder lang einen Strich durch die Badesaison. Für das Limesbad Pfahlheim liegt die Grenze hier bei Mitte Juni, hat Powolny ausgerechnet: "Danach macht es zumindest dort für uns keinen Sinn mehr."

Für das Wellenbad erwartet Powolny ebenfalls keine normale Saison: "Rutsche und Sprungturm wären auf jeden Fall mit Abstandsregeln nicht vereinbar." Einen kleinen Lichtblick gibt es: "Die Fußpflege im Wellenbad darf wieder öffnen. Der Massagebereich bleibt aber geschlossen."

Dauerkarten werden um die Zeit der Schließung verlängert bzw. gelten im Fall der Freibäder auch nächstes Jahr.

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