Eine Krippe zum Staunen

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Die Szene zeigt die Diener der heiligen drei Königeaus dem Morgenland mit den Reittieren. Pferde, Kamele und ein riesiger Elefant sind beladen mit Gepäck.

Die Weihnachtskrippe in der Schönenberg-Wallfahrtskirche lädt zum Verweilen und intensiver Betrachtung ein.

Ellwangen

Die stattliche Krippe in der Schönenbergkirche ist ein Kleinod und gerade jetzt in der Weihnachtszeit lohnt sich ein Besuch. Zu sehen ist die Krippe, die auf der Empore hinter dem Hochaltar aufgebaut ist, im Übrigen das ganze Jahr über. Die imposante Krippe ist auf einer Länge von neun Metern ausgebreitet.

Es sind verschiedene Szenen aufgebaut, in dessen Mittelpunkt die Geburt Jesu steht. Bemerkenswert sind vielen Details und die liebevolle Gestaltung. Für die Krippe wurden Figuren in Oberammergau angefertigt. Im Jahre 1911 wollte man an alte Traditionen anknüpfen und die Weihnachtsgeschichte auf besonders schöne Weise darstellen. In der Barockzeit stand nämlich in der Schönenbergkirche hinter dem Hochaltar bereits eine Jahreskrippe, in der auch andere Ereignisse aus dem Evangelium, wie die Hochzeit von Kana oder der zwölfjährige Jesus im Tempel, zu sehen waren.

Komplett überarbeitet wurde die Krippe dann in den 90-er Jahren vom Künstlerpfarrer Sieger Köder. Rund 15 Figuren wurden nach seinen Entwürfen angefertigt. Sie fügen sich ganz hervorragend in die vorhandenen Szenen mit den zum Teil überdimensional großen Figuren und Tieren ein.

Sieger Köder hat auch die gesamte Kulisse überarbeitet, auf der sich die Weihnachtsgeschichte abspielt. Die theologische Dimension des Weihnachtsfestes hat er zum Beispiel in einem großen Hintergrundgemälde verewigt, wo vor dem nächtlichen Sternenhimmel über dem Stall von Bethlehem der neue Spross aus dem alten Wurzelstock herauswächst. In dessen Mitte blüht eine weiße Rose, als Symbol für die Hoffnung und das Licht.

Herzstück der Krippe ist die Geburt Jesu, die nicht im Stall sondern in einer Ruine mit mächtigen Mauern stattfindet. Sie steht für die Vergänglichkeit, die Geburt des Gotteskindes soll im Kontrast dazu das Leben, das Beständige und letztlich auch den Glauben symbolisieren. Ochs und Esel und der betende Engel stehen innerhalb der Ruine. Josef und Maria umsorgen ihr Kind. Zahlreiche Hirten stehen links davon. Rechts sieht man die Heiligen Drei Könige, Caspar, Melchior und Balthasar. die mit großem Gefolge, Pferden, Kamelen und Elefanten angekommen sind. Sie begegnen der heiligen Familie voller Demut, Staunen und Bewunderung. Auch hier soll der Gegensatz zwischen arm und reich zum Ausdruck kommen mit der Gegenüberstellung der armen Hirten und der Könige mit ihren reichen Geschenken.

Ganz links wird das einfache Leben der Hirten dargestellt. Ein Nomadenzelt, eine Feuerstelle, Männer mit Schafen sind zu sehen. Und man sieht den Verkündigungsengel auf dem Berg.

Auf der rechten Seite geht die Ruine in die mächtigen Stadtmauern von Jerusalem über. Im Tempel sitzen Schriftgelehrte, die bei der Arbeit zu sehen sind. Man sieht Straßenszenen mit Markthändlern und Bettlern.

Besonders für Kinder ist die Betrachtung der Weihnachtskrippe in der Schönenbergkirche ein echtes Erlebnis, da diese die ganze orientalische Welt zur Zeit Jesu geburt plastisch macht.

Sie wurde auf einen niedrigen Sockel gestellt, damit Jungen und Mädchen auf Augenhöhe schauen können.

Ein Besuch der beeindruckenden Weihnachtskrippe lohnt in jedem Fall und nicht nur an Weihnachten.

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