Eine Lösung für den Kunstrasenplatz?

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Der neue Kunstrasenplatz auf dem alten Allwetterplatz beim Waldstadion sollte eigentlich ligagerechtes Spielfeld der Virngrund Elks und Fußballplatz werden. Jetzt liegt eine Variante auf dem Tisch, wonach am Galgenberg nur ein Fußballfeld gebaut wird und das Baseball-Provisorium am Hungerberg bundesligatauglich ausgebaut wird.
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Stadtverwaltung schlägt vor, den Kunstrasenplatz am Galgenberg als reines Fußballfeld zu bauen und den Baseballplatz am Hungerberg auf Bundesliganiveau auszubauen.

Ellwangen

Seit Jahren werden im städtischen Haushalt 1,33 Millionen Euro weitergeschoben. Das Geld ist für den Umbau des Hartplatzes am Galgenberg zu einem kombinierten Kunstrasenplatz für Fußball und Baseball reserviert. Doch zunächst war es das drohende EU-weite Verbot von Mikroplastik, dann die gewaltigen Baukostensteigerungen, die den Bau verhinderten. Als außer Michael Dambacher kaum noch jemand daran glaubte, dass man das Projekt mit Kosten realisieren kann, die halbwegs im Rahmen bleiben, legte der Oberbürgermeister im Bauausschuss nun eine Variante vor, die alle ABUV-Mitglieder überzeugte.

 

Tiefbauamtsleiterin Susanne Howedank schilderte die aktuelle Kostenberechnungen: das ursprünglich geplante kombinierte Baseball-Fußballfeld würde aktuell Gesamtkosten von knapp 3 Millionen Euro aufwerfen. Diese Variante 1 würde neben den bereits eingestellten Beträgen noch zusätzlich 1,6 Millionen Euro im Haushalt 2023 erfordern.

Variante 2 sieht am Galgenwald nur ein Fußball-Kunstrasenfeld vor. Der Baseballplatz am Hungerberg, bislang ein improvisiertes Spielfeld, würde auf Bundesligaanforderungen ausgebaut. Diese Variante 2 käme auf Gesamtkosten von 1,86 Millionen, davon knapp 500 000 für das Baseballfeld. Der städtische Kostenanteil läge um über eine Million Euro unter dem von Variante 1.

Andreas Hunke soprach sich im Namen aller drei Vereine (TSV, DJK und Förderverein Kunstrasenplatz) für die Realisierung von Variante 2 aus. Die Virngrund Elks könnten bei einem Rasenfeld deutlich mehr Eigenleistungen einbringen. Für das aktuelle Provisorium habe man bereits 1400 Arbeitsstunden geleistet. Abgebaute Materialien am Galgenberg habe man am Hungerberg wiederverwendet. Bei Variante 2 könne man auf weitere Eingriffe in die Natur verzichten.

Albert Schiele freute sich über die vorgeschlagene Vorgehensweise, weil es auch schwierig geworden wäre, das gedrehte, kombinierte Spielfeld herzustellen. Hans-Peter Müller stimmte dem zu. Für die Baseballabteilung sei es sicherlich auch besser, über einen eigenen Platz zu verfügen, weil man so Terminkolissionen mit anderen Abteilungen vermeiden könne.

Hariolf Brenner wollte wissen, was ansonsten aus dem Hungerbergplatz geworden wäre. Klar sei, dass man das zweite Kunstrasenfeld brauche, weil das bei der LEA den Bedarf nicht befriedigen kann.

Michael Dambacher erläuterte, dass die Verkaufsvereinbarungen mit der BIMA bedingen, dass die Fläche auch die nächsten zwölf Jahre noch Sportanlagen bleiben müssen. 

Wolfgang Seckler wollte wissen wie die Kosten sich konkret auf die Größe des Kunstrasens (11 700 qm bei Variante 1 zu 8200 Quadratmeter Variante 2) beziehen. Unklar sei die Förderung des Projekts, da der Baseballplatz ein reiner Vereinsplatz sei, während der Kunstrasen am Galgenberg auch für den Schulsport nutzbar sei.

Joachim Zorn interessierte sich für die Bundesförderung des neuartigen Kunstrasenplatzes. Wie der OB erklärte, müsse die Stadt nur bezahlen, was ein gewöhnliches Kunstrasenfeld kosten würde. Die Mehrkosten aus der neuartigen Bauweise aus Biomaterialien tragen die Firmen Tecnaro und Morten Extrusionstechnik über den bereits bewilligten Bundeszuschuss.

Andre Zwick fragte nach den Folgekosten, etwa die Erschließung der Hungerberghalle und den Aufenthaltsraum für den Hausmeister, der die Plätze am Hungerberg unterhält. Auch Johannes Gresser interessierten die Unterhaltskosten für zwei Plätze und Fritz Widmann wollte wissen wie risikobelastet der innovative Belag ist. Dambacher verwies auf die Gewährleistungen der beiden Firmen, die sehr optimistisch seien, dass das neue Konzept funktioniert.

Thema war auch der Eigenanteil der Vereine, der auf 200 000 Euro festgelegt wurde. Arbeitsleistungen müssten gegengerechnet werden. Zu klären sei auch, welcher Stundensatz für Eigenleistungen anzusetzen sei. Der OB schlug 15 Euro vor. Diskutiert wurde auch, inwieweit das Baseballfeld ebenfalls für den Schulsport genutzt werden kann. Insbesondere für die Buchenbergschule liege das Nebenzentrum Sport am Hungerberg günstiger als das Sportgelände am Waldstadion.

Hans-Peter Müller wollte die Höhe der Eigenleistungen konkreter formuliert haben. Andreas Hunke zählte die Beleuchtung an beiden Plätzen zu den Posten, an denen Eigenleistungen und Kosteneinsparungen möglich seien. Ein klarer Rahmen soll bis zur Gemeinderatssitzung gesteckt sein.

Jonathan Felch als Vorsitzender des Stadtverbands und des Fördervereins Kunstrasenplatz machte auf den Belegungsplan des aktuellen Kunstrasenplatzes aufmerksam, der völlig überlaufe. Mit dem zweiten Platz hätten auch Vereine der Teilorte den Vorteil im Winter auf einem der beiden Plätze zu trainieren.

Andreas Hunke am Baseballplatz Hungerberg: Der neue Kunstrasenplatz beim Waldstadion sollte eigentlich ligagerechtes Spielfeld der Virngrund Elks und Fußballplatz werden. Jetzt liegt eine Variante auf dem Tisch, wonach am Galgenberg nur ein Fußballfeld gebaut wird und das Baseball-Provisorium am Hungerberg bundesligatauglich ausgebaut wird.

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