Eine Perle in der Sommernacht

  • Weitere
    schließen
+
Die Sonne geht unter, das Licht geht an und Literatur beginnt: Im mit auf Abstand bedachten, gut gefüllten Palais-Garten durften sich die Gäste wieder auf abwechslungsreiche Lesungen dreier Literaturbegeisterter aus dem roten Ohrensessel freuen.

Warum die Lesereihe "Geschichten zur Guten Nacht" seit mehr als 20 Jahren ein fester Bestandteil der Ellwanger Veranstaltungsreihe ist und welches Programm wartet.

Ellwangen

Sie sind schon seit mehr als 20 Jahren ein Garant für beste Abendunterhaltung. Die "Geschichten zur Guten Nacht" in der Reihe der Sommer-in-der-Stadt Veranstaltungen sind Publikumsmagnet und in ihrem Ablauf so bewährt wie der vom Klassiker-Stück "Diner for One".

Drei Leser nehmen im roten Ohrensessel unter den Bäumen im Palais-Garten Platz und lesen jeweils zwanzig Minuten aus einem selbst gewählten Buch.

Zur Belohnung gibt es von Mit-Organisator Jürgen Volmer ein Buchpräsent, das eine örtliche Buchhandlung spendiert hat. Kulinarische Kleinigkeiten kommen am Verkaufsstand von den Mitgliedern der TheaterMenschen.

Und wie in all den Jahren ist der versteckte Garten des Palais Adelmann inmitten der Stadt gut gefüllt. Die Wiederholungstäter unter den Gästen sitzen erwartungsvoll auf ihren angestammten Plätzen. Dieses Jahr mit gebührendem Abstand.

Genauso abwechslungsreich wie die insgesamt sieben Leseabende in den nächsten beiden Wochen verlaufen dürften, war schon der erste.

Claudia Schreiner-Braun hatte mit dem Buch "Der Zopf" von Laetitia Colombani spannungsmäßig genau ins Schwarze getroffen. Die Lebensgeschichte von drei Frauen in Indien, Sizilien und Kanada hätte unterschiedlicher nicht sein können. Während die Inderin, die keiner Kaste zugehört, als größtes Lebensglück empfand, dass ihre Tochter in die Schule kam und somit Lesen und Schreiben lernen würde, und nicht als "Scheißesammlerin" ihr Leben fristen musste, war Bildung für die Tochter eines Fabrikbesitzers in Palermo selbstverständlich und Prosa ihr Hobby.

Ganz anders die Lebensrealität der kanadischen Juristin. Präzise effizient durch getaktet, so verlief jeder Tag. Eine perfekte Frau wie aus dem Hochglanzmagazin. Gegensätzlicher konnten diese drei angerissenen Lebenswege nicht sein und machten nach zwanzig Minuten Lust, mehr darüber zu erfahren.

Andreas Hauber als zweiter Vorleser hatte Auszüge aus dem Buch "Die Letzten ihrer Art - eine Reise zu den aussterbenden Tiere dieser Welt" von Douglas Adams und Mark Carwardine zusammengestellt.

Die zwei Protagonisten aus dem Buch reisten nach Mauritius, um dort auf die noch kleinere Insel Rodriguez zu kommen, um über einen seltenen Flughund zu berichten. Von Wissenschaftlern auf Mauritius wurde ihnen anschaulich klar gemacht, welche Arten relativ selten sind und sie wie einst Don Quichote gegen Windmühlen kämpfen müssen, um tatsächlich aussterbende Arten zu retten. Der witzige Reisebericht bringt am Ende die tief tragische Einsicht, dass die größte bedrohte Art und gleichzeitig das größte Problem der Mensch sei.

Die größte bedrohte Art ist der Mensch.

Die Letzten Ihrer Art Roman, Douglas Adams und Mark Carwandine

Längst musste neben dem roten Ohrensessel die Stehlampe angeschaltet werden, um Annette Volmer, die aus dem Buch "Das Leben ist eins der Härtesten" genug Licht beim Vorlesen zu bieten. Giulia Becker, Autorin beim Neo Magazin Royal, erzählt hierin in ihrem Debütroman eine grandiose Geschichte voller Wärme und Humor, mit wunderbar wundersamen Charakteren. Auch Volmer durfte aus den Händen ihres Vaters ein Buchpräsent entgegennehmen.

Weitere Leseabende jeweils um 20 Uhr im Palais-Garten:

Mittwoch, 19.August: Susan Mangold, Gerald Marek, Andreas Müller

Donnerstag, 20. August: Karin Lugtenburg, Christina Perse-Tschirdewahn, Robert Ziegler

Montag, 24. August: Marie-Luise Ilg, Joachim Koch, Bettina Marek

Dienstag, 25. August_Eva-Maria Markert, Margarete Ries, Silke Wolf

Mittwoch, 26. August: Frank Keller, Tanja Peter, Werner Schindhelm

Donnerstag, 27. August um 19 Uhr: Lesung der Buchstützer "Adam, wo bist Du?"

-
-
-
-
-

Zurück zur Übersicht: Stadt Ellwangen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL