Einmal auf dem Traktor mitfahren

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Eine Traktorfahrt über Land als Angebot im Ellwanger Ferienprogramm: acht Landwirte mit ihren Traktoren machten das möglich.
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Landwirtschaft Im Ellwanger Ferienprogramm durften 16 Mädchen und Buben eine Traktorfahrt mit Landwirten unternehmen.

Ellwangen

Ein ungewohntes Bild bot sich am Freitag auf den Straßen der Stadt und des Ellwanger Umlandes: Acht Traktoren fuhren im Konvoi. Am Steuer Landwirte, auf dem Beifahrersitz Kinder, die sich im Rahmen des Ellwanger Ferienprogramms zu einer Traktortour angemeldet hatten. Am Schießwasen wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Gaby und Manfred Regele begrüßt. Die beiden organisieren die Schleppertour schon seit Jahren im Abtsgmünder Ferienprogramm. Per WhatsApp fragten sie Berufskollegen, ob sie bereit wären, in Ellwangen einen Vormittag für die Stadtkinder zu fahren. Und siehe da: trotz Erntezeit waren acht Landwirte mit ihren Traktoren bereit.

Am Schießwasen standen sie am Freitag sauber aufgereiht: Deutz, Fendt und andere Marken, einer größer als der andere. Die Kinder machten große Augen, als sie von Muttis und Vatis hergebracht wurden. Da muss man nun doch ein ganzes Stück hinaufklettern, um neben dem Fahrersitz Platz zu nehmen. Dafür hat man eine ganz anderen Überblick als aus einem gewöhnlichen Auto. "Ich habe meinen Sohn sofort angemeldet, als ich von dem Angebot erfahren habe", sagt eine Mutter. Da rollen die ersten acht bereits auf die Westtangente. Von dort geht es weiter über Schrezheim, Espachweiler, Neuler, Leinenfirst, Engelhardsweiler und zurück nach Ellwangen.

"Wir wollen den Kindern zeigen, wie es ist, auf einem Traktor mitzufahren. Und die Kollegen erzählen dabei von ihrer Arbeit mit der Natur", erklärt Gaby Regele, um was es bei diesem Angebot geht. Nämlich darum, den Kindern eine Tätigkeit, eine Lebensweise zu vermitteln, die einst für jeden Bub und jedes Mädel schon von klein auf Allgemeinwissen war. Weil nämlich fast alle Familien entweder selbst Landwirte waren oder doch einen Bauernhof in der Verwandtschaft oder in der Nachbarschaft hatten. Diese Zeit ist längst vorbei. Von Jahr zu Jahr werden es weniger Bauernhöfe, auch im Ostalbkreis und immer mehr Kinder wissen nicht mehr, was zur Arbeit eines Bauern dazu gehört. "Allein schon die Perspektive hoch oben über der Straße, öffnet den Kindern die Augen dafür, was die Landschaft bei uns alles bietet und wo überall Landwirte zugange sind", sagt Gaby Regele.

Die acht Landwirte hätten an dem Vormittag auch auf dem Feld oder im Stall Arbeit gehabt. Die Rundfahrt unternehmen sie ehrenamtlich, den Sprit zahlen sie selber. Vielleicht haben sie aber doch einen Gewinn davon: wenn einige dieser Kinder die Liebe zu Tieren und zum Bauernhof entdecken und später für die Landwirtschaft einstehen, hat sich diese Fahrt rentiert.

Gerhard Königer

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