Elf Menschen bei Feuer verletzt

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Die Bewohner erlitten Verletzungen durch den Rauch. Sanitäter und Notärzte mussten rund 20 Menschen versorgen.
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Rettungsaktion mit Drehleiter. Ursache des Gebäudebrands in der Goldrainstraße 12 ist bislang unklar. Die Polizei sichert Spuren, die Bewohner sind vorübergehend untergebracht.

Ellwangen

Es spielten sich dramatische Szenen ab, als die Ellwanger Feuerwehr am Donnerstag, kurz nach 21 Uhr, in die Goldrainstraße zu einem Brand gerufen wurde: Das Mehrfamilienhaus am Rand der Goldrainsiedlung war in Rauch gehüllt, Menschen standen in den Fenstern und auf den Balkonen und schrien um Hilfe. 20 Bewohner waren noch im Inneren und mussten von den Feuerwehrleuten gerettet werden.

Das Deutsche Rote Kreuz war vor Ort, baute eine Notversorgung auf, weil viele Rauch eingeatmet hatten und behandelt werden mussten.

Das Feuer wütete zwar nur im Kellergeschoss. Doch der Rauch zog im Treppenhaus nach oben und versperrte den Bewohnerinnen und Bewohnern den Weg ins Freie. Die Bilanz der Einsatzkräfte: 20 wurden gerettet, elf Personen wurden durch den Rauch verletzt.

Am Ort des Geschehens waren auch Oberbürgermeister Michael Dambacher, Bürgermeister Volker Grab und Ordnungsamtsleiter Thomas Steidle. Die Gemeinderatssitzung war soeben zu Ende gegangen, da ging die Nachricht vom Alarm im Rathaus ein.

Volker Grab berichtet: "Unsere Ehrenamtlichen aus Feuerwehr und DRK waren mit rund 80 Personen vor Ort und haben 20 Menschen, zum Teil mit der Drehleiter, aus den Häusern gerettet und medizinisch erstversorgt. Leitender Notarzt Dr. Franz Josef Grill leitete gemeinsam mit Frank Abele vonseiten des DRK den Einsatz. Wolfgang Hörmann und Rainer Babbel koordinierten die Arbeit unserer Feuerwehr. Die meisten der Bewohner kamen bei Freunden und Bekannten unter und einige konnten wir in der LEA unterbringen. Berthold Weiß hatte mit seinem Team 20 Betten bereitgestellt. Ehrenamt und Hauptamt haben toll zusammen gearbeitet. Ein herzliches Dankeschön an alle Ehrenamtlichen."

Von außen sieht man kaum Spuren des Brandes

Am Freitagmorgen ist das Gebäude leer, von außen sieht man keine Spuren des Brandes. Die Polizei ist vor Ort und untersucht die Kellerräume. Es geht um die Ermittlung der Brandursache und um Spurensicherung. Niemand darf das Gebäude betreten.

Ehrenamt und Hauptamt haben toll zusammen gearbeitet.

Volker Grab Bürgermeister

Blickt man durch die Tür zum Keller, erkennt man rußgeschwärzte Wände, verkohlte Gegenstände und Spuren des Löschwassers. Auch der Laie erkennt: hier hat es richtig gebrannt und die Feuerwehr hat mit ihrem schnellen Eingreifen verhindert, dass sich das Feuer auf die darüber liegenden Geschosse ausbreiten konnte. Löschwasserschäden gibt es in den Wohnungen wohl nicht. Der Rauch zog zwar durch das Treppenhaus nach oben, konnte aber nicht in die Wohnungen eindringen.

Die 18 Wohnungen sind über Laubengänge erschlossen, vom Treppenhaus führen keine direkten Türen in die Wohnungen.

Die Bauweise verhindert größere Schäden

Ein glücklicher Umstand, wie Thomas Töpfl, Geschäftsführer der Baugenossenschaft Ellwangen feststellt. Denn so dürften sich die Schäden in den Wohnungen durch Rauch in Grenzen halten. Auch er konnte das Gebäude noch nicht betreten. Er geht davon aus, dass die Gebäudetechniker am Montag im Keller nach Schäden an den Versorgungsleitungen, Gas, Wasser und Elektrizität schauen können. "Dann wissen wir auch, was noch funktioniert und ob die Bewohner schnell wieder in ihre Wohnungen zurückkehren können."

Momentan sind die meisten noch bei Freunden und Bekannten untergebracht. Zwei Personen nahmen das spontane Angebot von Berthold Weiß an, vorübergehend in der LEA Ellwangen zu wohnen. Sie blieben aber nur die eine Nacht und fanden dann offenbar anderweitig Unterkunft.

Thomas Steidle, Leiter des Ordnungsamts teilt mit: "Wir haben noch Möglichkeiten. Wenn heute weitere Bewohnerinnen und Bewohner Unterkunft brauchen, können wir helfen."

Das Gebäude Goldrainstraße 12 qualmt noch. Die Wohnungen haben keine Türen zum Treppenhaus, sondern auf die Laubengänge.
Einsatzkräfte stehen vor dem Gebäude in der Goldrainstraße. Zuvor retteten Feuerwehrleute Menschen, die an Fenstern standen und um Hilfe schrien. Sanitäter und Notärzte mussten rund 20 Menschen versorgen.

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