Ellwangen braucht viel mehr Raum für Erdaushub

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Die Erddeponie Greut liegt zwischen Autobahn und ehemaligem Truppenübungsplatz: Die Stadt hat eine Erweiterung beantragt und will Flächen von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) kaufen.
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Die Erddeponie Greut bei Haisterhofen ist voll verfüllt. Die Stadt bemüht sich um die Genehmigung, die Fläche zu erweitern.

Ellwangen

Wer bauen will, muss erst einmal eine Baugrube ausheben und der Aushub muss dann irgendwohin. In der Regel kümmert sich der Bauunternehmer, der den Tiefbau erledigt darum und schreibt dem Bauherrn eine Rechnung. Je nachdem wie weit die Laster mit der Erde fahren müssen, kann da durchaus ein hübsches Sümmchen zusammenkommen.

Glück hat, wer den Aushub auf eine nahe Erddeponie bringen kann. Wer in Ellwangen momentan baut, hat aber eher Pech. Denn die städtische Erddeponie "Greut" ist komplett verfüllt.

Zwischen Truppenübungsplatz und Autobahn war ursprünglich ein Taleinschnitt. Heute erhebt sich hier eine meterhohe Aufschüttung. Jahrzehntelang wurde hier unbelasteter Erdaushub abgeladen und festgefahren. Steine, Sand, Erde von privaten und öffentlichen Bauherren. Mittlerweile ist die Deponie komplett voll und geschlossen.

Weil eine Stadt eine solche Deponie braucht, und weil es bei den aktuellen Umweltstandards extrem teuer ist, eine komplett neue Deponie zu eröffnen, bemüht sich die Stadt Ellwangen um die Genehmigung, die Deponie im Greut zu erhöhen. Beim Landratsamt wurde eine Erhöhung beantragt, was zusätzlichen Deponieraum bringen würde. In den nächsten zwei Monaten rechnet das Tiefbauamt mit einer Antwort.

Zusätzliches Volumen ist nötig

Weil aber auch das jetzt beantragte zusätzliche Volumen beim derzeitigen Bauboom bald verfüllt wäre, verhandelt die Stadt parallel dazu mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) über eine Erweiterung in der Fläche. Südlich und westlich der bisherigen Deponie möchte man ein paar hundert Quadratmeter dazu kaufen. Im Juli ist der nächste Termin für entsprechende Verhandlungen. Allerdings sind die Chancen, dass die BIMA Flächen abtritt, unklar. So wie die Zukunft des ehemaligen Truppenübungsplatzes insgesamt.

Eine kreisweite Organisation der Massen wäre für alle von Vorteil und ist auch ökologisch sinnvoll.

Volker Grab Bürgermeister

Bürgermeister Volker Grab hofft deshalb auf eine kreisweite Initiative unter der Regie der Gesellschaft im Ostalbkreis für Abfallbewirtschaftung mbH (GOA). Dort wird an einem Baumassenmanagement gearbeitet, das helfen soll insgesamt weniger Erdaushub auf Deponien zu bringen und so die wertvollen Deponieflächen zu schonen. "Eine kreisweite Organisation der Massen wäre für alle von Vorteil und ist auch ökologisch sinnvoll", sagt Grab.

Zwischenlager für Erdaushub

Das Prinzip ist klar: Erdaushub wird lediglich zwischengelagert. Wenn für Neubauten oder im Straßenbau Erdmassen benötigt werden, soll zuerst dieses zwischengelagerte Material verwendet werden. Erst wenn die GOA nichts mehr im Angebot hat, soll Material aus Steinbrüchen zum Einsatz kommen.

Klar ist ebenso: Auch für ein Zwischenlager wird Fläche nötig sein und auf das Baumassenmanagement der GOA alleine darf sich die Stadt Ellwangen nicht verlassen, weil diese Lösung zeitlich nicht absehbar ist. Deshalb laufen die Bemühungen um eine Erweiterung der Erddeponie Greut. Bis die genehmigt ist, müssen Bauherren ihr Material anderswo hinbringen oder auf dem eigenen Grundstück unterbringen.

So macht es die Stadt Ellwangen beispielsweise im Baugebiet Boltersrot IV in Neunheim. Was bei Kanal und Straßenbau anfällt – erwartet wird viel Felsgestein – wird gleich beim Bau des Regenrückhaltebeckens verwendet. Für den Damm am Goldrainbach, der immerhin 3400 Kubikmeter Wasser aufstauen soll, kommt der Fels gerade recht.

Die Erddeponie Greut liegt zwischen Autobahn und ehemaligem Truppenübungsplatz: Die Stadt hat eine Erweiterung beantragt und will Flächen von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) kaufen.

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