Ellwangen plant Investitionen auf Rekordniveau

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Der Z-Bau der ehemaligen Reinhardt-Kaserne wird zur Europäischen Ausbildungs- und Transferakademie umgebaut. Dafür sind im kommenden Jahr 8,5 Millionen Euro gesetzt, der größte Brocken im Haushaltsplan.
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Die Stadt will 2022 mehr Geld investieren als je zuvor, 37,3 Millionen Euro. Dafür sind auch Kredite nötig.

Ellwangen. Keine Krisenstimmung im Rathaus, trotz Rückkehr der Pandemie: Das wurde bei der Einbringung des Haushaltsplans 2022 deutlich.

Oberbürgermeister Michael Dambacher zeigte auf die Entwicklung der Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Die ist sensationell: Wo andere Städte coronabedingt Einbußen verkraften müssen, werden in Ellwangen die Erwartungen noch übertroffen. 2021 könnten es 31,8 Millionen Euro werden, geplant waren 19 Millionen. 2022 wird vorsichtig mit 24 Millionen kalkuliert.

Seit 2016 musste die Stadt keine neuen Schulden mehr aufnehmen. Auch 2021 ist keine Kreditaufnahme nötig. 2022 sind jedoch mit 37,3 Millionen Euro so hohe Investitionen geplant, dass es nicht mehr ohne Neuverschuldung geht: 19,5 Millionen Euro will sich der Stadtkämmerer bei den Banken leihen. Die Gesamtverschuldung würde auf 37,2 Millionen steigen, 2025 könnten es dann 54,4 Millionen sein. Ob man das Geld tatsächlich ausgeben kann wie geplant, ist aber alles andere als sicher.

Für was die Stadtverwaltung im nächsten Jahr Geld setzen will? Natürlich für die Landesgartenschau 2026. Im nächsten Jahr steht der Umzug des Wertstoffhofs vom Schießwasen zum Gelände beim Baubetriebshof an. Dafür sind 2 Millionen Euro gesetzt. Für den Kauf von Grundstücken auf dem LGS-Gelände 800 000 Euro, eine halbe Million für die Planung der Überquerung Bachgasse. Wie viel die Landesgartenschau insgesamt kosten könnte, werde man erst im Frühjahr überschlagen können, so der OB.

Die Konversion wird den zweitgrößten Brocken städtischen Kapitals benötigen: 2,5 Millionen Euro für den Erwerb des Technischen Bereichs der ehemaligen Kaserne, 3,7 Millionen für den Abbruch der Hallen, 0,5 Millionen für die Erschließung. Dem gegenüber stehen Einnahmen aus Fördermittel (960 000 Euro).

Für die Erweiterung des Gewerbegebiets Neunheim sind Erschließungskosten von 1,2 Millionen Euro und Grunderwerb für 4,2 Millionen geplant.

Der größte Ausgabenbrocken geht in den Bau der EATA. Das Projekt muss bis Mitte 2023 abgerechnet sein, damit keine Zuschüsse verfallen. Deshalb ist beim Umbau des Z-Baus jetzt richtig Druck im Kessel. 8,5 Millionen Euro sollen 2022 dort verbaut werden, im Folgejahr weitere 4,8 Millionen.

Für alles weitere, darunter wichtige Vorhaben, wie die Sanierung und Digitalisierung der Schulen, Ausbau der Kindergärten, Radwege und Straßen, etwa den Kreisverkehr beim Spitalhof, werden deutlich kleinere Summen ausgegeben. Der Bau des AOK-Kreisverkehrs wurde vorerst ganz gestrichen. Er soll erst nach 2026 gebaut werden.

Stadtkämmerer Sebastian Thomer hat in seinem ersten Haushalt einiges neu geregelt. Zum Beispiel hat er nur Projekte festgesetzt, für die Pläne und Kostenschätzungen vorliegen. Fehlte das noch, wurden Planungsraten gerechnet. Auch die Rückstellung für den Finanzausgleich ist neu. 2022 kalkuliert Thomer ein Minus von 4 Millionen Euro. Gerhard Königer

  • Das steckt drin im Haushaltsplan für 2022
  • 20,05 Mio Euro sind für Personal und Versorgungsleistungen gesetzt. Ein Anstieg zum Vorjahr um 0,7 Millionen. Die Personalkosten steigen, weil für die vielen Projekte neue Stellen geschaffen wurden.
  • 9,3 Mio Euro für den Unterhalt von Gebäuden und Anlagen. Etwas weniger als im Vorjahr. Ein großer Posten ist beispielsweise für die Dachsanierung der Rundsporthalle geplant, rund 450 000 Euro.
  • 1,33 Mio Euro für den Kunstrasenplatz am Waldstadion. OB Dambacher ist zuversichtlich, dass im Frühjahr Baubeginn ist für ein Modellprojekt mit umweltfreundlichem Granulat.

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