Ellwanger Campingplatz: mit Wagemut und Unternehmergeist

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Neues Angebot auf dem Campingplatz: die Camping Pods, beheizbare feste Mini-Unterkünfte. Von links: Ursula Hülle, Anselm Grupp, Ralf Maihöfer, Wolfgang Lutz und Michael Dambacher.
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Welche Bilanz die Betreiber des Campingplatzes an der Jagst nach einem Jahr ziehen und was sie sich vorgenommen haben.

Ellwangen

Wolfgang Lutz und Ralf Maihöfer haben etwas gewagt, von dem viele nicht geglaubt hätten, dass es funktioniert. Mitten in der Pandemie haben sie dem zuvor zwei Jahre lang brach liegenden Ellwanger Campingplatz neues Leben eingehaucht. Nach einem Jahr ziehen sie Bilanz, und die fällt recht positiv aus.

Rund 10 000 Übernachtungen haben sie in dieser Sommersaison seit Ende Mai bereits auf der Habenseite, die Auslastung auf dem bis zu 130 Plätze fassenden Campingplatz schwankt immer so zwischen 60 und 80 Prozent. Das inklusive Aushilfskräften achtköpfige Team hat alle Hände voll zu tun, sagt Maihöfer.

Denn der bis Ende Oktober geöffnete Biergarten läuft dann ebenfalls sehr gut. Schnitzel, Burger und Wurstsalat sind die Klassiker, aber auch schwäbische Kleinigkeiten stehen auf der Speisekarte, alles frisch und mit regionalen Zutaten hergestellt.

Ein Angebot, das eine Lücke in dieser Ecke der Stadt schließt, findet auch Oberbürgermeister Michael Dambacher, der sich mit Ursula Hülle, Leiterin der Tourist-Info, selbst ein Bild vom aktuellen Stand des Campingplatzes machte. "Wir merken das große Engagement der beiden Betreiber. Es kommen durch sie viele Touristen in die Stadt, und die Rückmeldungen sind durchweg positiv", bestätigt Hülle, die mit den Betreibern auch gerne neue Wege geht und Kombi-Pakete schnürt. Wellenbad- und Stadtführungsangebote sind geplant oder schon umgesetzt, weitere Angebote sollen folgen.

Und die beiden sind auch selbst immer auf der Suche nach neuen Konzepten. So haben sie jüngst so genannte "Camping Pods" aufgestellt: moderne, feste Mini-Unterkünfte für bis zu drei Personen. Ausgestattet mit Heizung, Strom und Mini-Kühlschrank sind vor allem Radwanderer und Wanderer die Zielgruppe. Für die Radfahrer gibt es nun zudem ein großes Zelt, wo sie bei schlechtem Wetter erst mal mit Sack und Pack ankommen können. Eine Stromtankstelle für e-Bikes und Co. soll in Kürze folgen. Und eine Minigolfanlage bis zur Landesgartenschau. "Das ist vor allem ein Herzenswunsch vieler Ellwanger, da werden wir oft darauf angesprochen", bestätigt Maihöfer.

"Der Standort ist genial", findet Lutz, "und der neue Name Programm", pflichtet OB Dambacher bei. Durchreisende Camper sind schnell von der Autobahn hier, und machen etwa 40 Prozent der Gäste aus, so Lutz. Aber bereits 60 Prozent bleiben länger als drei Tage. Und das liegt an der nahen Stadt und den touristischen Angeboten. "Hier gibt es einfach für jeden etwas."

Die Aussichten sind angesichts der Landesgartenschau herausfordernd, aber mit viel Potenzial. Denn in gut zwei Jahren wird der Platz komplett umgekrempelt. Umfangreiche Erdarbeiten kommen, vorzugsweise außerhalb der Saison, und neue Sanitärgebäude werden errichtet. "Er wächst von 2,4 auf 2,7 Hektar", erklärt Dambacher, "aber wird in die Länge gezogen." In den Planungen der LGS ist er ein "wichtiger Baustein, geradezu ein Juwel", so Dambacher, und die Stadt ist froh, mit den beiden Betreibern langfristige Planungssicherheit zu haben. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es: nach der Umgestaltung des Areals wird er keinen unmittelbaren Zugang zur Jagst mehr haben. Doch dafür den großen Landschaftspark der LGS vor der Haustür.

"Der Campingplatz ist ein wichtiger Baustein, geradezu ein Juwel in den Planungen der LGS."

Michael Dambacher , Oberbürgermeister
  • Wissenswertes zum Campingplatz
  • Der Natur und City Campingplatz an der Rotenbacher Straße 45 bietet derzeit Platz für 75 Wohnwagen und Camper, 30 Zeltplätze und 9 Wohnmobilstellplätze für Durchreisende. 15 Dauercamper können hier ihr Domizil finden.Der Biergarten ist bis 31. Oktober geöffnet, immer von Donnerstag bis Sonntag von 17 bis 21 Uhr.

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