Ellwanger Genossen feiern den Wahlsieg

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Andreas Stoch spricht im "Roten Ochsen" über die Politik einer SPD-geführten Bundesregierung.
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Der Landesvorsitzende der SPD, Andreas Stoch, stimmt die Parteimitglieder auf eine Regierung mit sozialdemokratischer Handschrift ein.

Ellwangen

Eigentlich ist das im grünen Saal des "Roten Ochsen" die Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins, bei der langjährige Mitglieder geehrt werden sollen. Doch fünf Tage nach der Bundestagswahl feiern die Ellwanger Genossen zuallererst den dreifachen Sieg ihrer Partei, in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Deutschland. Noch vor Beginn der Veranstaltung wird mit Sekt angestoßen und bei ihrer Begrüßung richtet Ella Grasmück das Wort sogar an die andere große Partei: "Liebe CDU, knapp daneben ist auch vorbei. Wir wollen ins Kanzleramt einziehen, denn die Menschen haben erkannt, dass Olaf Scholz der Richtige ist."

Die SPD-Kreisvorsitzende Sonja Elser begrüßt die rund 50 Genossen im Saal so: "Manche von uns haben zum ersten Mal erlebt, wie das ist, wenn die SPD gewinnt." Ellwangen sei ein lebendiger Ortsverein und 19 Prozent in der Stadt ein großer Erfolg, der auch der neuen Ellwanger SPD-Zeitschrift "Rote Lilie" zu verdanken sei. Auch Elser kann sich einen Seitenhieb auf den Kanzlerkandidaten der Union nicht verkneifen: "Der Laschet begreift nicht, dass er die Wahl so richtig versemmelt hat."

Andreas Stoch, SPD-Landesvorsitzender und Fraktionsvorsitzender im Landtag, sagt, warum die SPD gewonnen hat: " Weil wir als Partei begriffen haben, dass wir nur gemeinsam erfolgreich sein können." Angela Merkel habe viele an die CDU gebunden, die eigentlich keine CDU-Wähler waren und als klar war, dass für die Union kein Regierungsmitglied als Kandidat antritt, habe man geahnt, dass Olaf Scholz davon profitieren würde. "Wir wollen Veränderung, die aber die Gesellschaft nicht auseinandertreibt", blickt Stoch in die Zukunft. Eine Polarisierung wie beispielsweise in Frankreich dürfe man nicht riskieren. Das Ergebnis in Mecklenburg-Vorpommern mache deutlich, dass man auch dort wieder Wählerstimmen hinzugewinnen könne, wo die AFD stark ist wie in Thüringen und Sachsen: "Wir sollten diese Länder nicht aufgeben, wir müssen den Menschen dort wieder das Gefühl geben, dass sie beteiligt sind, wir müssen die Zukunft so gestalten, dass sie den Menschen zugute kommt."

Eine Regierung mit den Grünen und der FDP werde nicht einfach werden. Stoch: "Wir sollten in den Koalitionsverhandlungen nicht den Fehler machen und immer nur 'wenn, dann' sagen. Ich glaube, Olaf Scholz wird die richtige Linie finden."

Dann werden 14 verdiente Personen geehrt für insgesamt 575 Jahre Treue zur SPD: Udo Berroth, Mechthild und Franz Voltenauer (25 Jahre) Udo Steffens, Friedrich Zürn, Hans Rieger, Waltraud Pfleiderer-Mazouri, Dr. Rainer Jostes (40 Jahre) und Hans-Werner Boecker, Oswald Grässle, Eberhard Wallenstätter, Herbert Hieber, Roland Hagmann und Werner Trost für 50 Jahre.

Andrea Batz gestaltet den Abend mit Liedern wie "Meine Söhne geb ich nicht" und "Bella Ciao". Gerhard Königer

14 langjährige SPD-Mitglieder wurden beim SPD-Ortsverein geehrt.

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