Ellwanger Jobgutschein: „Eine Geschichte, in der es nur Gewinner geben wird“

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Xaver Franz Weber, Karl Bux, Angelika Bopp-Seitzer und Thomas Markus - zusammen die Vorstandschaft von PRO Ellwangen, präsentierten in den Räumen von Stade Optik bei einem Pressegespräch ihre neuste Idee: den Ellwanger Jobgutschein, auf den sie viel Hoff

Der Jobgutschein: Beschäftigte sollen steuerfrei zusätzliches Geld bekommen können - ab 2022 Jahr bis zu 50 Euro pro Monat.

Ellwangen. Der Stadtmarketingverein Pro Ellwangen hat etwas Neues ausgetüftelt. Den Jobgutschein. Was er ist? Ein Kärtchen wie eine Checkkarte. Wer ihn bekommen kann? Arbeitnehmer, die bei Ellwanger Arbeitgebern angestellt sind, die sich an dem Projekt beteiligen. Und was bringt er ihnen konkret? Maximal pro Monat 44 Euro, ab nächsten Jahr 50 Euro. Steuer- und sozialversicherungsfrei. Für beide Seiten.

Der Beschäftigte bekommt seinen Gutschein überreicht. Der Betrieb kann jederzeit Geldbeträge aufbuchen lassen. Und der Angestellte dann „shoppen“ gehen. Einlösen lassen sich die Jobgutscheine in über 60 Ellwanger Geschäften. In genau denselben, in denen auch mit den Ellwanger Geschenkgutscheinen eingekauft werden kann. Für Karl Bux gibt es bei dieser Geschichte nur Gewinner. „Wenn da ein Arbeitgeber mitmacht, steigert er die Attraktivität seiner Arbeitsplätze“ und könne Mitarbeiter „eher halten“. Der Jobgutschein sei für den Arbeitgeber also ein Bindungsinstrument. Auch im Hinblick auf die Tatsache, dass viele Unternehmen expandieren wollten.

„Wir sind mit großen Betrieben im Gespräch und haben auch schon mehrere Zusagen“, zeigte sich Xaver Franz Weber sehr zufrieden. An den Start gehen soll das Projekt, das auch eine Maßnahme gegen den Onlinehandel sein soll, im Spätherbst.

Für die, die einen Jobgutschein bekommen, liegt der Vorteil auf der Hand. Sie können mit ihrem Kärtchen ins Wellenbad, bei der BAG tanken, im Blumenhaus Widmann sich etwas Schönes gönnen. Und natürlich noch vieles mehr. „Sie können die aufgebuchten Beträge auch ansparen für eine größere Anschaffung, die in der Familie ansteht. Oder einen Teil mit ihrem Gutschein und den Restbetrag bar bezahlen“, erläuterte Xaver Franz Weber.

Den Gewinn für den Verein und die ganze Innenstadt zeigte Karl Bux auf: Er sei sicher, dass in Neunheim tausende Menschen arbeiteten, die noch nie in der Stadt gewesen seien. „Die kommen und gehen über die Autobahn und kommen gar nicht in die Innenstadt runter.“ Dies sei eine wichtige Zielgruppe für das Projekt, sagte Weber. Und Bux: „Der Jobgutschein ist ein Medium, um die Menschen in die Stadt zu bringen, neue Kunden für die Ellwanger Geschäfte zu gewinnen.“

Wer dann erstmal da war, gesehen habe, wie schön die Stadt sei, der komme auch wieder. Davon sind die vier Vorstandsmitglieder überzeugt. „Wenn die Leute erleben, wie engagiert die Inhaber - oft mit ihren ganzen Familien - ihre Geschäfte führen, dann überzeugt sie das“, da ist Bux sicher. Außerdem sei der Wohlfühlfaktor gegeben. „Es gibt so viele Möglichkeiten, rauszusitzen und die Stadt zu genießen.“ Der Jobgutschein sei ein unmittelbarer Mehrwert für den Arbeitgeber. „Ich bin froh, dass wir diesen Weg eingeschlagen haben“, sagte Bux.

  • Wie es mit den digitalen Geschenkgutscheinen läuft
  • Seit neun Monaten gibt es den Ellwanger Geschenkgutschein in digitaler Form. Die Vorstandschaft von PRO Ellwangen zog bei einem Pressegespräch am Mittwoch dazu eine kleine Bilanz. „Wir konnten in dieser Zeit 4300 Verkäufe in einem Wert von 140000 Euro verzeichnen. Das ist ein guter Stand und wir sind sehr zufrieden.“, resümierte Xaver Franz Weber. Zuvor habe es die Gutscheine in Papierform gegeben. „Die passten nicht leicht in den Geldbeutel und blieben dann eher ungenutzt daheim liegen.“ Außerdem sei die Umsetzung für die Geschäfte ziemlich umständlich gewesen. „Sie mussten die eingelösten Gutscheine erst zur Bank tragen und dort in Geld wechseln.“ Jetzt laufe die Bezahlung über die POS-Terminals an den Kassen. Genauso wie die Bezahlung mit einer EC-Karte. Ein Vorteil sei nun auch, dass eine Teileinlösung möglich sei, so Weber. Man kann also mit einem Gutschein in mehrere Geschäfte gehen, und nach und nach einlösen. Anfänglich sei es eine Umstellung gewesen, weg vom händischen Umgang hin zum digitalen, berichtete Angelika Bopp-Seitzer aus der Praxis in ihrem Geschäft, der Stade Optik. „Aber jetzt herrscht Routine in den Einlösestellen.“ pe

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