Eltern sollen ihre Kinder vor der Schule zuhause selbst testen

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Die Ellwanger Schulen wollen die Schnelltests von den Eltern zuhause durchführen lassen.
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Der erweiterte Schulbeirat diskutiert, wie die Ellwanger Schulen sich beim Thema Selbsttests aufstellen.

Ellwangen

Am Dienstagabend tagte der Ausschuss für Kultur, Tourismus, Sport und Soziales (KTSS) per Videostream. Einziger Tagesordnungspunkt: der erweiterte Schulausschuss mit Vertretern der Ellwanger Schulen, der Eltern und Schüler.

Der geschäftsführende Rektor Heiko Fähnle teilte aus der Schulleiterkonferenz mit, dass die Ellwanger Schulen, auch die in privater Trägerschaft und in Trägerschaft des Landkreises, sich auf eine einheitliche Teststrategie geeinigt hätten. Es werde angestrebt, dass die freiwilligen Corona-Selbsttests zuhause durch die Eltern erfolgen.

Fähnle teilte mit: "Die Schulleiter möchten nicht, dass diese Tests an den Schulen stattfinden." Die Begründung leuchtet ein: Wenn Kinder ein positives Ergebnis haben, waren sie unter Umständen bereits mit anderen im Bus. Sie müssen an der Schule bis zur Abholung isoliert und beaufsichtigt werden. Je nachdem, wie sensibel ein Kind ist, könne diese Behandlung auch diskriminierend empfunden werden.

Das Problem sei vom Tisch, wenn die Eltern bereits zuhause testen und bei einem positiven Ergebnis das Kind gar nicht erst an die Schule kommt. Falls sich die Eltern nicht zutrauen, den Test vorzunehmen, gebe es noch das Testzentrum in der Stadthalle, Ärzte und Apotheken.

Die Selbsttests sollten möglichst flächendeckend sein, forderte Herbert Hieber (SPD) und Bettina Vierkorn-Mack (CDU) meinte: "Wenn zuhause getestet wird, wie wollen die Schulen sicherstellen, dass die Tests tatsächlich erfolgen?"

Bürgermeister Volker Grab stellte dazu fest, die Stadt könne Selbsttests nicht vorschreiben. Auch das Tragen der Masken an den Schulen sei freiwillig: "Wir setzen auf die Eigenverantwortung der Eltern." Die Stadtverwaltung habe in Tübingen mehrsprachiges Informationsmaterial angefordert, um die Eltern dafür zu sensibilisieren."

Heiko Fähnle teilte mit, die Eltern hätten bislang in der Krise sehr verantwortungsvoll gehandelt. "Und wenn es vom Land neue Vorgaben gibt, können wir uns auch schnell umstellen."

Das größte Problem sei im Moment, so Volker Grab, dass die Selbsttests nicht vorliegen und dass auch noch nicht klar sei, wann sie verteilt werden können. Das Kultusministerium habe angekündigt, dass Testkits für die Schulen geliefert werden und dass diese auch kostenlos verteilt werden.

Wir setzen auf die Eigenverantwortung der Eltern.

Volker Grab Bürgermeister

Bis es so weit sei, müssten die Eltern dringend aufgefordert werden, das Testzentrum zu nutzen, sagte Hieber: "Die Schulen haben jetzt eine ganz herausfordernde Kommunikationsaufgabe gegenüber den Eltern."

Bettina Vierkorn-Mack wollte wissen, ob es denkbar sei, dass die Stadt die nötigen Tests auf eigene Initiative beschafft.

"Wir sprechen von einer gewaltigen Anzahl, wenn jedes Kind zweimal pro Woche getestet werden soll," meinte Oberbürgermeister Michael Dambacher. Zumal die bereits vorhandenen Teststrukturen noch gar nicht voll ausgenutzt würden.

Thema der Diskussion war auch der Online-Unterricht. Nora Seckler vom Hariolf Gymnasium teilte mit, dass die Datenleitung überlastet sei. An HG und PG seien die Kollegen dazu übergegangen nach dem Präsenzunterricht schnell nach Hause zu fahren und Homeschooling von dort aus zu geben.

Volker Grab und Michael Dambacher waren darüber sehr erstaunt. Alle Ellwanger Schulen seien mittlerweile mit Glasfaser erschlossen. Da dürfe es eigentlich keine Engpässe mehr geben.

Elternsprecherin Dr. Kathrin Plänker wollte wissen, wie die Schulen damit umgehen, dass bei vielen Schülern Lücken im Stoff auftreten. "Wir können die Schüler nicht hängen lassen. Wir müssen das irgendwie auffangen", sagte sie und nannte Möglichkeiten wie Schuljahr verlängern bis Weihnachten, G9 an den Gymnasien oder gar freiwilliges Wiederholen der Klasse.

Herbert Hieber stimmte ihr zu: "Essenzielles kommt entschieden zu kurz. Dieses unsägliche Schuljahr sieht halb verloren aus."

Was ist die beste Teststrategie für die Schulen? Den Corona-Schnelltest zuhause machen, mit dem Kind regelmäßig ins Testzentrum fahren oder von geschultem Personal an den Schulen durchführen lassen?

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