Es kracht so richtig auf dem Schießwasen

+
Der Salutzug der Ellwanger Bürgergarde, hier bei der Eröffnung der Heimattage, ist auch beim Böllertreffen dabei.
  • schließen

Die Schützengilde Ellwangen feiert das 600-jährige Bestehen mit einem Böllertreffen am 21. Mai. 126 Böllerschützen haben sich angekündigt.

Ellwangen. Aufgrund der Coronabeschränkungen musste die Ellwanger Schützengilde die Feier des runden Jubiläums um ein Jahr verschieben. Dieses Jahr wird nun ohne Einschränkung gefeiert, zum Beispiel mit dem großen Böllertreffen am Samstag, 21. Mai. Angemeldet haben sich 17 Böller- und Schützengruppen mit 107 Hand- und Schaftböllern, 3 Standböllern und 16 Kanonen. Mit dabei die drei einheimischen Gruppen, die Böllerkameradschaft Schrezheim, die Böllergruppe der Schützengilde und der Salutzug der Bürgergarde Ellwangen. Deren Schüsse sind den ellwangern gut bekannt: jedes Jahr bei den Heimattagen beziehungsweise beim Gardeappell gibt der Salutzug Laut, mit der Kanone „Klara“ und den historischen Vorderladergewehren. Die Ellwanger wissen also, was auf die zukommt in Sachen Lautstärke, wenn auch am Schießwasen der Schalldruck besser entweichen kann als im Innenhof des Schlosses.

Wolfgang Brenner wird Schussmeister sein und zusammen mit dem Oberbürgermeister als Schirmherrn auf einer Hebebühne stehen, die 126 Schützen in drei Reihen hufeisenförmig vor ihnen postiert. Das Programm sieht folgende Schussreihenfolge vor: gruppensalut, langsames Reihenfeuer von rechts, schnelles Reihenfeuer von links, gegenläufiges Reihenfeuer von rechts und links, Doppelschlag mit Vortreten, gemeinsamer Salut.

Spätestens mit dem gemeinsamen Salut wird der Schießwasen beim Wellenbad in Pulverdampf gehüllt sein, als wäre soeben die Schlacht von Waterloo geschlagen worden. Denn die Böllerschützen feuern allesamt Schießpulverpakete ab wie anno dazumal, nur ohne Kugel. Das Pulver wird im Lauf der Böller verfestigt, viele machen das mit einem Hammer, und per Zündhütchen gezündet. Das Ergebnis ist ein respektabler Donnerschlag, der je nach Art des Böllers und Menge des verwendeten Schwarzpulvers variiert.

„Es gibt keine Limitierung, was Größe der Böller oder Lautstärke angeht“, stellt Wolfgang Brenner fest. Die Schaulustigen müssen selbst nach ihren Trommelfellen schauen und sich gegebenenfalls die Ohren zuhalten. die Teilnehmer treffen sich um 15 Uhr am Schützenhaus und marschieren nach der Einweisung der Kommandanten um 16.30 Uhr zum Böllerplatz. Um 17 Uhr beginnt das Schießen. Anschließend folgt ein gemütliches Beisammensein im Schützenhaus beziehungsweise auf der Schützenwiese.

Es gibt keine Limitierung, was Größe der Böller oder Lautstärke

Wolfgang Brenner, Schützengilde Ellwangen

Was es mit dem Salut- oder Böllerschießen auf sich hat

Ein besonderes Ereignis muss mit einem ordentlichen Knall gefeiert werden. Das hört man fast täglich um Mitternacht, wenn zu einem runden Geburtstag wieder irgendwo ein Feuerwerk abgebrannt wird. Selten reicht ein einzelner Böller, der an Silvester beiseite gelegt wurde. Das Salutschießen ist eine militärische Tradition und in entsprechenden Ordnungen festgelegt. Für den Kaiser und die Kaiserin waren beispielsweise 33 Schuss abzufeuern, für Könige 21. Diese Zahl wird noch heute bei Staatsvisiten verfeuert, gewöhnlich aus Kanonen oder in drei Salven aus Handfeuerwaffen. An der deutschen Küste befanden sich mehrere festgelegte Salutstationen, wo aus Salutkanonen gefeuert wurde.

Zurück zur Übersicht: Stadt Ellwangen

Mehr zum Thema