Ex-Freundin aufgelauert und verprügelt

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Ein 62-Jähriger stand vor Gericht, weil er seine Ex-Partnerin krankenhausreif geschlagen hat.

Ellwangen. Weil er seiner Freundin im vergangenen Dezember aufgelauert und sie verprügelt hat, musste sich ein 62-Jähriger nun vor dem Ellwanger Amtsgericht verantworten. Er räumte die ihm vorgeworfenen Taten ein, auch wenn er sich nicht an Details erinnern konnte. Eine Blutprobe ergab, dass der Beschuldigte zum Zeitpunkt der Tat etwa 2,7 Promille im Blut gehabt haben muss.

Es sind wüste Beschimpfungen und Drohungen, die Richter Norbert Strecker im Ellwanger Amtsgericht vorliest. "Schlampen wie dich muss man erledigen" oder "Ich zerschneide dich in Stücke, in ganz kleine" sind nur ein kleiner Teil der im Original russischen Nachrichten, mit der der gebürtige Kasache seine Ex-Freundin wochenlang bombardierte. Sie hatte sich Monate zuvor wegen seiner Eifersucht von ihm getrennt. Im vergangenen Dezember fing der Angeklagte die Ellwangerin schließlich morgens vor ihrer Wohnung ab.

Gewehrt und entkommen

Das Opfer, das auch als Nebenklägerin vor Ort ist, bricht bei den Schilderungen der Tat in Tränen aus. Nach einem kurzen Wortgefecht habe ihr der Berufskraftfahrer mehrmals ins Gesicht geschlagen. Als sie zu Boden fiel, habe er mit den Füßen weiter zugetreten. "Dann habe ich es geschafft, ihm zwischen die Beine zu treten, konnte aufstehen und wegrennen", erinnert sich die Frau.

Der Angeklagte wurde kurz nach der Tat gefasst. Bei der anschließenden Durchsuchung fanden Polizeibeamte ein Jagdmesser in der Jackentasche des Mannes. Dieses habe er laut eigener Aussage nur zufällig dabei gehabt.

Mehrere Tage mussten die Verletzungen der Frau behandelt werden. Die 55-Jährige hatte eine Platzwunde im Gesicht, viele Hämatome sowie eine Gehirnerschütterung. "Ich habe heute noch starke Kopfschmerzen und muss spezielle Schmerzmittel nehmen", sagt sie. Zudem hätten sich ihre psychischen Probleme, die sie schon vor der Beziehung hatte, sehr verstärkt.

Letztendlich verurteilte das Gericht den Angeklagten wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten. Darüber hinaus muss der 62-Jährige die Kosten des Verfahrens und die notwendigen Auslagen der Nebenklägerin tragen.

Zugunsten für den Angeklagten wertet das Gericht unter anderem, dass er bei den Tritten nur leichte Gummischuhe trug. Auch sein Geständnis wurden positiv bewertet. "Aber es geht nicht, dass man jemanden auf diese Weise mit Nachrichten malträtiert und übel zusammenschlägt", sagt Richter Norbert Strecker, "eine Bewährungsstrafe kam für uns nicht in Frage."

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