Experiment Schotterbeet im Sebastiansgraben

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Experiment Schotterbeet im Sebastiansgraben. Die gepflanzten Stauden sollen bald so groß sein, dass man von der vermeintlichen Steinwüste praktisch gar nichts mehr sieht.
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Geschotterte öffentliche Grünanlagen sorgten für verwunderte Anfragen bei der Stadtverwaltung. Bauhofleiter Alexander Renschler klärt auf.

Ellwangen

Manche Passanten reiben sich verwundert die Augen, wenn sie am Sebastiansgraben das eigenartig Kiesbeet sehen: Hatten sich nicht Politiker, Städteplaner und Umweltschützer gegen private Steingärten ausgesprochen, weil sie kaum Lebensraum für Insekten und Pflanzen bieten? Und jetzt macht die Stadt das auf eigenen Flächen?

In der Sitzung des Bauausschusses am Donnerstagabend in der Stadthalle erklärte Bauhofleiter Alexander Renschler, was es damit auf sich hat: Die Anlage ist ein Versuch der Stadtgärtnerei, Ökologie und Ökonomie zusammen zu bringen. Nur die obere Schüttung besteht aus Granitsplitt. Darunter befindet sich humoser Boden, in den verschiedene Stauden und Zwiebelgewächse ihre Wurzeln schlagen. Schon bald sollen Salbei, Astern und andere Blühpflanzen so üppig wachsen, dass der Splitt kaum noch zu sehen ist.

Die Oberfläche aus Steinen, Renschler spricht auch von "mineralischer Mulchung" soll verhindern, dass sich zu viele Unkräuter aus angeflogenem Samen auf dieser Fläche ausbreiten und in Handarbeit entfernt werden müssen. Ziel sei eine Grünanlage, die ganzjährig ökologisch wirkt, ansprechend aussieht, wenig Probleme mit Hunde- und Katzenkot macht und wenig Pflege bedarf.

"Die Steinmulchung ist ökologisch, auch weil man auf die Plastikfolie verzichten kann, die sonst als Schutz vor Unkraut eingebracht wird", erklärt Renschler. Die öffentliche Fläche am Sebastiansgraben sei ein Versuch, den Stephan Brendle vom Amt für Stadtentwicklung und Rainer Orthkamp von der Stadtgärtnerei ausgearbeitet haben.

Auf eine Plastikfolie unter den Steinen wird verzichtet.

Alexander Renschler Bauhofleiter

Bürgermeister Volker Grab begrüßte die Initiative, die auch Erkenntnisse für die Landesgartenschau bringen soll. Das Thema "öffentliches Grün" wird 2026 in größerem Stil ausgebreitet werden.

Eine ähnliche Grünanlage hat die Stadtgärtnerei auch in Pfahlheim geschaffen, verbunden mit einem Blühstreifen. Auch dort gab es viele Bürgeranfragen.

Renschler bot an, die Stadtgärtnerei könne bei ihrem jährlichen Bericht über anstehende Baumfällungen im Stadtgebiet auch die Entwicklung der Versuchsflächen darstellen.

Claudia Wagner (Grüne) begrüßte die Versuchsanlage mit der Splittschüttung und freute sich, dass die Stadtgärtnerei neue Ideen umsetzt. Hans-Peter Müller (CDU) sah die Sache skeptischer: "Auch auf der Steinschüttung wird früher oder später Unkraut wachsen. Es bilden sich Flechten und Moos und man kann diese Schüttung nicht mit der Hacke bearbeiten."

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