Fantastische Klangwelten

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Florian Betz (Pantam) und Bodek Janke (Schlagwerk) spielen in freier Improvisation im Garten des Palais Adelmann. Auch Jahnkes Frau und Töchterchen Ronja sind angetan.
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Im Garten des Palais Adelmann erleben die Zuhörer am Sonntagabend die hohe Kunst der Improvisation von Florian Betz und Bodek Janke.

Ellwangen

In klangliche Fantasiewelten ließen sich am Sonntagabend die Zuhörer im Garten des Palais Adelmann entführen. Als letzte Station einer neuntägigen Mini-Tour mit „Freiraumkonzerten“ in Baden-Württemberg machten Florian Betz und Bodek Janke in Ellwangen Halt.

Ihr Konzept ist so einfach wie anspruchsvoll, wie Betz eingangs feststellte: „Alles entsteht aus der Improvisation heraus, alles entsteht im Hier und Jetzt. Lassen wir uns überraschen, in welche Sphären uns die Musik führt.“ Ohne Komposition und vorgegebene Arrangements starten die beiden auf eine Reise aus Klang und Rhythmus, aus Wechselspiel und Harmonie, aus Tempo und leisen Tönen.

Betz ist ein Virtuose an der Pantam, dem auch als Handpan oder Hung bekannten Instrument, das erst vor 20 Jahren erfunden wurde. Der Künstler lässt die Hände auf den Blechschalen fliegen, kombiniert auch das Marimba dazu und wird dabei kongenial von Jankes Percussion begleitet. Ein Auf- und Abschwellen aus Klängen, ein Kommen und Gehen der verschiedenen Instrumente, perfekte Abstimmung untereinander, lassen ein Fließen gleich einer meditativen Trance entstehen, das jeden, der sich darauf einlässt, an seine ganz eigenen Fantasieorte führt. Vögel zwitschern, sanfte Donner grollen, tropische Wälder und traumhafte Strände erscheinen vor dem inneren Auge, Körper und Geist finden Ruhe im Klang.

Dass die beiden jungen Väter samt Familien und Kollegen in zwei Wohnwagen von Konzert zu Konzert reisen, lässt ein familiäres Flair entstehen, das die Besucher schnell mit ergreift. Das gemeinsame 80-minütige Konzerterlebnis wirkt nach der langen Zeit des Verzichts ohnehin erlösend, auch für die Musiker. „Möge es ein neuer Anfang sein für uns alle“, wünscht sich Betz, über den Janke sagt: „Er ist ein Pionier dieses Instruments. Einer der Wenigen, mit dem man völlig frei spielen kann.“ Anerkennung von einem, der im Weltgeschehen des Schlagwerks bei den ganz Großen mitspielt, beispielsweise im Ensemble Yo-Yo-Ma bei der Eröffnung der Hamburger Elbphilharmonie.

Für eine Session begrüßen die beiden Johannes Billich an der Marimba, der an der Ellwanger Musikschule unterrichtet. Bodek Jankes Frau und die fünfmonatige Tochter Ronja sind im Publikum und interagieren mit Janke. Auch Betz' Kinder werden Teil der musikalischen Familie, die in Ellwangen Zuwachs gefunden hat.

Mit viel Applaus und nach einer Zugabe wird das Duo von tiefenentspannten Mitreisenden aus der Klangwelt in den lauen Sommerabend entlassen.

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